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„Else!³ “ in Münnerstadt
La bella Bestia in Münnerstadt war gar nicht bissig
Der achtjährige Fiete hält den Bassgeigenbogen in der Hand und streicht zart über das Saitenkonstrukt von Sebastian Herzfeld.
Der achtjährige Fiete hält den Bassgeigenbogen in der Hand und streicht zart über das Saitenkonstrukt von Sebastian Herzfeld. // Hartmut Hessel
Konzertabend in den Treibhäusern von Münnerstadt.
Konzertabend in den Treibhäusern von Münnerstadt. // Hartmut Hessel
Konzertabend in den Treibhäusern von Münnerstadt.
Konzertabend in den Treibhäusern von Münnerstadt. // Hartmut Hessel
Konzertabend in den Treibhäusern von Münnerstadt.
Konzertabend in den Treibhäusern von Münnerstadt. // Hartmut Hessel
Münnerstadt – „La bella Bestia“ aus Weimar sowie Katja Rudloff, Ralf Siedhoff und und Sebastian Herzfeld ließen für einige Stunden die Welt da draußen vor der Haustür vergessen. Und dann gibt es noch den achtjährigen Fiete.

Es ist schwierig geworden mit den Prioritäten. So auch in Münnerstadt. Wenn man so will, herrscht ein wenig der Ausnahmezustand bei den Events, und „Else!³ das Kunst- und Kulturprojekt“ in den Treibhäusern vor der Altstadt, trägt viel dazu bei.

„La bella Bestia“ war diesmal zu Gast, sie kommen aus Weimar, sind alles andere als biestig, aber haben den Besucherinnen und Besuchern einen Klangteppich mit Musik aus aller Welt präsentiert, der mit „schön“ noch weit untertrieben beschrieben ist. Das Duo kam nicht alleine, sondern brachte mit Sebastian Herzfeld einen Allrounder mit, der das Münnerstädter Konzertinstrumental kolossal bereicherte.

Träumen und entspannen

Katja Rudloff, die Stimme, Melodika und Ukulele, sowie ein wenig Percussion einbrachte und Ralf Siedhoff an der Gitarre legen den Teppich für die Musikstücke aus und Sebastian Herzfeld lässt den Bass, das Harmonium, eine Saiten- Mülleimer- Konstruktion und auch einen Bassgeigenbogen, darauf tanzen. Dabei entsteht eine Atmosphäre träumerischer Entspanntheit, ein Gefühl für den Raum, in dem viele Leute sitzen und stehen, die sich auch ein wenig mit der Musik bewegen, die aber doch mehrheitlich dem Zauber zwar altbekannter aber in der Ausführung ungewohnter Klangfolgen in sich gekehrt erliegen.

Rauchige Elemente

Der Sopran von Katja Rudloff ist variantenreich eingebettet in kirchturmhohe Töne, wie leicht rauchige Elemente. Nie überzogen, schon gar nicht schrill. Die Stimme betont die Gitarrenelemente aus hispanischen und indischen Tonfolgen. Das ist kein Wunder, denn Ralf Siedhoff konnte bei, zum Teil langen Aufenthalten in den Ländern, viel über die Spielkultur lernen.

Der klassische Riff mitteleuropäischer oder amerikanischer Prägung ist zu spüren bei Songs wie „Summertime“ oder Elton Johns „Your Song“, sowie auch bei „Here Comes The Sun“ der Beatles. Doch ist das Faszinierende dieses Konzerts die Vielseitigkeit, kaum dass man sich in ein Stück verliebt hat, toppt das Nächste das von vorher.

Komponist und Musiker

Sebastian Herzfeld, der eine riesige musikalische Vita als Komponist und Musiker in den vergangenen sechs Jahrzehnten aufgebaut hat, wirkt nicht als Gast. Er ist kongenialer Partner, auch im zwischenzeitlich exklusiven Zusammenspiel auf seinem Bass mit Ralf Siedhoff.

Fiete begeistert alle

Und da ist noch Fiete: Der fällt erst mal dadurch auf, dass er ungerührt mit anderen Kindern durch die Reihen hüpft. Mit acht Jahren auch kein Wunder. Doch plötzlich hat der kleine Mann auf der Bühne den Bassgeigenbogen in der Hand und streicht zart über das Saitenkonstrukt von Sebastian Herzfeld. „Razor“ nennt sich das Stück, wie einige andere von Ralf Siedhoff komponiert oder wie „Piel“ gemeinsam mit Katja Rudloff, einem Musikstück mit Rassel, Besen auf Becken und Sebastian Herzfeld am Bass. Fiete kam nochmal auf die Bühne, fand ein Rhythmusinstrument für „Your Song“ und hielt durch. Aus dem wird mal was.

Sting wurde gefeiert

So waren einige Titel quasi eine gegenseitige Aufforderung von Zuhörerinnen und Zuhörern und Musikern. „The Rose“ gebührt Katja Rudloff , und bei „Shape of my heart“ wurde nicht nur Sting gefeiert , sondern auch die Interpretation von „La bella Bestia“. Und Nein, einen „Sombre Dimanche“ (traurigen Sonntag), ein Soundtrack aus „Gloomy Sunday“ wird es nicht geben, weil das wieder ein wunderbarer Konzertabend war bei „Else!³“ im Treibhaus.

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