Mit ihrer neuen Heimat sind die Faschingsnarren sehr zufrieden. Erst sind sie mit ihrem Programm in der Montessori-Schule untergekommen und die Zukunft als Organisation ist im Altstadtverein Münnerstadt gesichert.
In verschiedenen Reden und Darbietungen wurde der Umstand gewürdigt. Da sind vor allem die Garden der Minis, der Juniorinnen und die Elferratsgarde dankbar, dass es "weiter geht", so das Motto der diesjährigen Session. Seit Jahren sind die kleinen und großen Tänzerinnen, die derzeit von Sophia Gopp, Christina Skuppin und Monika Petsch trainiert werden, das Aushängeschild der heimischen Faschingsvereinigung, die jahrzehntelang erfolgreich mit dem Kolpingschiff gesegelt war.
Ausverkauft waren die Veranstaltungen am 21. und 22. Februar und natürlich waren der darauffolgende Wahlsonntag, seine Umstände und die Weltpolitik besonders Themen in der Bütt. "Der Nagel mit Kopf" Jörg Gestein fand unter anderem auf dem Friedhof viel Freude, denn "hier am Fuß der Rhön, nirgendwo anders ist er so schön".
Rollstuhlwettbewerb und der Kopf des Nagels
Er freut sich schon auf den Pavillon, wo sich die Verwandtschaft treffen und plauschen kann. Das Rollatoren-Band am Anger samt Rollstuhlwettfahrten bei der "die jungen Bürger aufpassen müssten", sticht ihm ins Auge. Der Kopf des Nagels fand die Leerstände, insbesondere die Schließung des Tintenfässchen bedauernswert, das Verschwinden gastronomischer Betriebe und gleichzeitig das vermehrte Burgerangebot beachtenswert.
"Den Mürschtern sage ich und ich will es sehen, nicht jammern sondern Essen gehen". In ein ähnliches Horn stießen die "Drei von der Bayerischen Hof WG", Christine Schikora, ihr Mann Oliver und Wolfgang Joa als neue Quartiermanagerin Dr. Lauer. Die illegalen Hausbesetzer im ehemaligen ersten Haus am Marktplatz fürchten sich nicht vor dem Rausschmiss: "Es gibt ja keinen Pächter!".
Stunden Hotel im Gasthof am Marktplatz
Die Ideensammlung zur Wiederbelebung des enormen Leerstands in der Altstadt lässt sich für die WG -Bewohner im Einklang mit der Einstunden-Parkregelung auf dem Marktplatz prächtig mit dem Gasthof verbinden, er wird ein Stunden-Hotel.
Mindestens die Parkplätze sind durch die neu ansässigen Paketboten aus dem Leerstandskataster raus. Und weil die WG auch die Pakete für die Nachbarschaft annimmt, wurde auch eine Botin (Christine Tapken) untergebracht. Viel Beifall gab es für das "Achtbahnen Kegeln" im Hallenbad und den neuen Kaufhauscharakter des Eisen-Krais.
Uli Kiesel überzeugt mit losem Mundwerk
Uli Kiesel kommt aus Waldberg und ist einer der beiden Gastspieler auf der Mürschter Bühne. Mit Gitarre und einem losen Mundwerks lässt er das Publikum teilhaben an Essengenüssen und den Folgen mit der unförmigen Körperentwicklung und dessen Anklang beim anderen Geschlecht.
Überhaupt ist das ein vielfach angedichtetes Thema in der Bütt. Auch die Frau von Uli muss herhalten, zumal er um sein Leben fürchtet. Aber es geht alles gut, nur dass er jetzt selber kochen muss. Sein Höhepunkt ist das Lied vom "Raclette" an Silvester und "der letzte Einkauf am Heiligen Abend", beides untermalt mit bekannten Melodien.
Dreierbeziehung in den Flitterwochen
Wolfgang Düringer, der Schweinfurter Faschings-Profi, fand sich diesmal als Bauer in der Bütt wieder, einer "der eine Frau sucht". Das soll´s ja öfter geben, doch Düringer´s Witz besteht in den charmant- derben Seitenhieben und dem nahen Kontakt mit dem Publikum. Die Erzählung über die Frauensuche gerät unter vielen Lachern aus dem Publikum zu einem Ritt durch Missverständnisse und alternative Ansichten. Und wie es kommen musste, landete er bei der Schwiegermutter.
Angi Gieselbrecht war da schneller. Schon zu Beginn ihrer "Flitterwochen" in der Bütt, tauchte dieselbe pünktlich bei der Ankunft am Urlaubsort auf. Der Ehemann ,"das Rindvieh" hatte das so abgesprochen. Die ungewollte Dreierbeziehung überdeckte die anfängliche Leidenschaft und die Ehefrau wünschte sich für die Schwiegermutter mitunter das Schlimmste. Am Ende ist der Jäger, der die Sache richten kann.
Caro Schwarz als Gutachterin
Lothar Hillenbrand als "Ottmar" verbringt mit seiner Frau erstmals Silvester auf der Hütte. Sie finden den Weg erst nicht und machen ulkige Sachen, um die Zeit bis Mittenacht zu überbrücken. Doch dann geht alles ganz schnell, weil die Uhr stehengeblieben war.
Die "Gutachterin für alle Fälle" , Caro Schwarz, kann viele bearbeiten. Bürgermeister Michael Kastl hat bestimmt seine helle Freude an den Möglichkeiten, die ihm die Gutachterin beim Treibhaus-Projekt, dem Jörgentorpark, dem Friedhof oder beim Vermehren der städtischen Finanzen bieten wird können.
Thomas Malz als Neuling im Faschingsgeschehen
Ein Neuling im Stadtgeschehen ist Thomas Malz nicht, aber einer auf der Faschingsbühne. Sein ehemaliges Redakteur-Leben, sein Vierteljahrhundert in Mürscht und die Menschen dort verpackt der derzeitige Angerwein-Wirt in eine bluesige Stimmungs-Show. Das ist ihm mit seinen Fans trefflich gelungen.
Gefühlt genauso alt wie die die Garden gehören die Mamas und Papas zum Programm des Mürschter Faschings. Unter dem Motto "Erst Mürscht, dann Nichts!" wollen sie die alte Stadt zu einem "Zentrum für natürliche Intelligenz" -NI – machen. Mit frechen Modeaccessoires überzeugten sie zu später Stunde noch die letzten Mürscht-Skeptiker.
Ein jährlicher Höhepunkt in Mürscht, der nach wie vor gerne angenommen wird.


























