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Festival
Ab geht die Lutzi – Drei Tage ein Spektakel
Crowdsurfing: Der Schlagzeuger der Punkband „Montreal“ lässt sich beim Festival „ab geht die Lutzi!“ in Rottershausen über das Gelände tragen.
Crowdsurfing: Der Schlagzeuger der Punkband „Montreal“ lässt sich beim Festival „ab geht die Lutzi!“ in Rottershausen über das Gelände tragen. // Silvia Gralla
Signet des Fränkischen Tags von Natalia Mleczko
Rottershausen – Das Wetter, Vorfälle und besondere Highlights: Was sagen die Veranstalter zum diesjährigen Festivalwochenende „Ab geht die Lutzi“ in Rottershausen?

Mit einem imposanten Feuerwerk direkt nach dem Auftritt des schwedischen Headliners „Mando Diao“ kurz nach Mitternacht neigte sich das „Ab geht die Lutzi“-Festival 2024 spektakulär dem Ende zu. Für diejenigen, die nach drei Tagen Party noch immer nicht genug hatten, wurde danach noch zum rotzigen Sound der Berliner Pop-Punk-Band „The Tchik“ gefeiert.

Nicole Hell (links) aus Bad Königshofen und Anna Kirchner aus Herbstadt freuen sich auf die Spirkenländer Blasmusik. In der Kapelle spielt Annas Mutter Regina das Tenorsaxophon.
Nicole Hell (links) aus Bad Königshofen und Anna Kirchner aus Herbstadt freuen sich auf die Spirkenländer Blasmusik. In der Kapelle spielt Annas Mutter Regina das Tenorsaxophon. // Steffen Krapf

Wie bereits in den letzten Jahren begeisterte das kleine, aber feine Festival aus Rottershausen bis zu 5000 Gäste pro Tag. Veranstalter Christian Stahl ist zufrieden. Die „Lutzi“ war zum ersten Mal an den beiden Hauptfestivaltagen Freitag und Samstag bis auf das letzte Ticket ausverkauft.

Tausende Festivalgäste feierten friedlich zu ihren Lieblingsbands.
Tausende Festivalgäste feierten friedlich zu ihren Lieblingsbands. // Silvia Gralla

Dieses Jahr gab es besonders viel zu sehen und zu entdecken. Rund 70 Programmpunkte bot das ehrenamtlich organisierte Festival – von diversen Workshops und einer Schnitzeljagd bis zum Headliner auf der Hauptbühne. Für die Gäste also die Qual der Wahl. Denn 2024 gab es viele parallel stattfindende Events, sodass man gar nicht an allen hätte teilnehmen können. Bis zu neun Locations wurden dabei bespielt.

Zum ersten Mal restlos ausverkauft

Wettertechnisch war der Donnerstag das kleine Sorgenkind des Festivals. Wie im letzten Jahr zog ein Unwetter über das Gelände. Aber: Wie 2023 zog es auch 2024 schnell wieder von dannen. Nach knapp einer Dreiviertelstunde konnte das Event mit einer kleinen Verzögerung fortfahren.

Die internationale Rockband „Mando Diao“ war der Headliner des Festivals.
Die internationale Rockband „Mando Diao“ war der Headliner des Festivals. // Steffen Krapf

„Vor einer halben Stunde haben wir gedacht, dass die Welt untergeht und jetzt stehen wir hier“, beschrieb die Berliner Punk-Band „ZSK“ die kurze Episode treffend. Und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: „Man sagt, dass man auf einem Open-Air nicht duschen kann und dann kommt sowas.“

Mit Brezel, kühlem Drink und Blasmusik - so begann für den Brandenburger Hannes Kaplick der Festivalsamstag.
Mit Brezel, kühlem Drink und Blasmusik - so begann für den Brandenburger Hannes Kaplick der Festivalsamstag. // Steffen Krapf

Am nächsten Tag war „Bosse“ der Headliner und das Highlight des Abends. Die Menge sang, schwang ihre Arme und genoss den Klang des Braunschweiger Sängers und seiner Band. Für Begeisterung sorgte zusätzlich, dass „Bosse“ den Würzburger Kneipenchor auf die „Lutzi“-Bühne brachte. Zusammen sangen sie das Lied „Ein Traum“, welches die Band immer wieder mit diversen Chören aus ganz Deutschland auf den ganz großen Bühnen zum Besten gibt. Das Publikum war begeistert und sang lautstark mit. Es war einer der vielen Gänsehautmomente des Festivals.

Tausende Menschen besuchen am Freitag 28.06.24 das „Ab geht die Lutzi!“ Festival in Rottershausen (Kreis Bad Kissingen).
Tausende Menschen besuchen am Freitag 28.06.24 das „Ab geht die Lutzi!“ Festival in Rottershausen (Kreis Bad Kissingen). // Silvia Gralla

Am Samstag ging es nahtlos weiter. „Mando Diao“ sorgte am Abend für den internationalen Flair in Rottershausen. Die schwedische Band zeigte in knapp eineinhalb Stunden, was feinsten Rock’n’Roll auf Weltniveau ausmacht. Auch die anderen Künstlerinnen und Künstler zeigten in mehrfacher Hinsicht, welch großes Festival das „Lutzi“ in den letzten Jahren geworden ist.

Hochkarätige Musikerinnen und Musiker

Der Rapper „Megaloh“ bewies auf der Zeltbühne, dass Deutschrap mit einer Portion Gesellschaftskritik sehr gut harmoniert. Die Pop-Rock-Band „Lumpenpack“ gehörte zu den heimlichen Favoriten des Abends. Zu humorigen Liedern feierten die Festivalbesucherinnen und -besucher ausgelassen.

Die Spirkenländer Blasmusik ist der heimliche Höhepunkt beim „Ab geht die Lutzi“-Festival
Die Spirkenländer Blasmusik ist der heimliche Höhepunkt beim „Ab geht die Lutzi“-Festival // Steffen Krapf

Der Wettergott meinte es auch nach dem Schreckmoment am Donnerstag auch gut mit dem Festival: Bei Temperaturen über 30 Grad und viel Sonne schmeckten das Bier oder der Aperol besonders gut.

Die Spirkenländer Blasmusik ist der heimliche Höhepunkt beim „Ab geht die Lutzi“-Festival
Die Spirkenländer Blasmusik ist der heimliche Höhepunkt beim „Ab geht die Lutzi“-Festival // Steffen Krapf

Veranstalter Christian Stahl berichtet, dass „super viel positives Feedback“ zurückkommt. Das Team sei rundum glücklich.

Die Spirkenländer Blasmusik ist der heimliche Höhepunkt beim „Ab geht die Lutzi“-Festival
Die Spirkenländer Blasmusik ist der heimliche Höhepunkt beim „Ab geht die Lutzi“-Festival // Steffen Krapf

Ihn freut es auch, dass die Vorträge, die neu im Programm sind, gut angenommen wurden. Beispielsweise über den Rechtsruck in Deutschland oder über den Einfluss eines Festivals auf die Umwelt. Die Veranstalter wollen damit ihren Gästen etwas auch Ernsteres mit auf den Weg geben.

Ohne größere Vorkommnisse

Das Festival ist insgesamt friedlich verlaufen. „Die Security hatte am Wochenende wenig zu tun“, erzählt Stahl. Ein strafrechtlich relevanter Vorfall ereignete sich allerdings auf dem Campingplatz. Dort schubste ein Gast eine Frau nach einer Auseinandersetzung. Den Angreifer erwartet eine Strafanzeige wegen Körperverletzung, heißt es im Bericht der Polizeiinspektion Bad Kissingen.

Die Spirkenländer Blasmusik ist der heimliche Höhepunkt beim „Ab geht die Lutzi“-Festival
Die Spirkenländer Blasmusik ist der heimliche Höhepunkt beim „Ab geht die Lutzi“-Festival // Steffen Krapf

Einen Ausblick auf das nächste Jahr will Stahl noch nicht geben. Doch wer auf dem „Ab geht die Lutzi“-Festival dieses Jahr war, weiß, dass die Veranstalter auch 2025 wieder hochkarätige Künstlerinnen und Künstler in das kleine Rottershausen ziehen dürften.

 

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