Immer wieder lässt die Konzentration nach. Aber man merkt den Kindern stets den Elan und die Liebe zur Musik an. In der Musikakademie in Hammelburg dringen Anfang April Töne von Drums, Bass und Gesang durch die Türen der Proberäume.
Für fünf Tage haben sich Nachwuchsmusikerinnen und Nachwuchsmusiker aus ganz Deutschland in der Saalestadt versammelt, um sich im Bandcamp selbst weiterzuentwickeln und gemeinsam zu wachsen.
Musik verbindet
Die Veranstaltung wird von MainPop, der Popularmusikförderung des Bezirks Unterfranken, ausgerichtet und gilt als größter Bandworkshop Bayerns. Ziel ist es, Musikschaffende zu stärken, zu vernetzen und zu fördern.
Während die acht Bands proben, gehen Coaches im Haus herum und geben Hilfestellung, wo sie gebraucht wird. Insgesamt neun Dozenten aus ganz Deutschland haben sich hier eingefunden – fünf von ihnen waren sogar selbst mal Teilnehmer. Auf Feldern wie Gesang, Gitarre oder Bass halfen sie den Musikerinnen und Musikern von morgen, sich weiterzuentwickeln. Auch wenn jeder der Coaches sein Primärfeld hat, müssen alle ein Grundverständnis für die Bereiche der anderen haben. Somit kann im Falle eines spontanen Ausfalls dennoch eine fachgerechte Unterstützung sichergestellt werden.
Victoria Semel (32), auch Toja genannt, ist eine von ihnen. Sie ist Sängerin und lehrt unter anderem an der Landesmusikakademie NRW. Als Coach ist sie mit Herzblut dabei und unterstützt den Nachwuchs, wo sie kann. Dabei bringt sie ein gutes Maß an Geduld mit – bei dem energiegeladenen Nachwuchs von Level A schon mal nötig.
Level A, das meint die erste von zwei Altersgruppen, die getrennt voneinander und an unterschiedlichen Tagen am Workshop teilnehmen. In diesem Fall handelt es sich um 40 zwölf- bis Fünfzehnjährige. Level B ist für Teilnehmende ab 16 Jahren. Diese sind 73 an der Zahl.
Coaching mit Leidenschaft
Den Organisatorinnen und Organisatoren ist es immer wichtig, den Heranwachsenden mit einer Grundpositivität zu begegnen – alle sollen sich wohlfühlen. Deswegen ist für das Coaching nicht nur die musikalische Expertise wichtig, sondern auch das Menschliche. „Man muss den Gegenüber abholen und das Beste herausholen“, sagt Benjamin Haupt, Popularmusikbeauftragter des Bezirks. Gerade bei den Jüngeren sei das wichtig, da diese noch etwas „betreuungsintensiver“ und „energetischer“ seien.
Zwei Songs sollen bis zum Ende des Workshops stehen und bei einem Abschlusskonzert performt werden. Auf Nachfrage schaut Toja bei einer Gruppe vorbei, die sich bei ihrem Text nicht ganz sicher ist. Die Band wollte einen Song über Menschen machen – herausgekommen ist ein Anti-Nazi-Song, in dem die Kinder auf deren Menschenfeindlichkeit aufmerksam machen.
Die Sängerin gibt Hinweise, wie einzelne Worte besser klingen oder im Text funktionieren könnten. Schnell wird deutlich, wie engagiert die Kinder sind. Sie bringen eigene Ideen ein und nehmen Ratschläge an – auch wenn die 32-Jährige gelegentlich zur Konzentration mahnen muss. Dabei hat sie jedoch immer ein Lächeln auf den Lippen.
Bandcamp 2026
25 Jahre Bandcamp
Das Bandcamp fand erstmals im Jahr 2000 statt. Steffi Kreß war von Beginn an dabei und hat das Camp mitaufgebaut. Nun geht sie bald in den Ruhestand.
„Angefangen haben wir mit sieben Teilnehmern“, sagt sie – eine Zahl, die mit heute kaum vergleichbar ist. Ganze 113 Musikfans haben sich für das Camp angemeldet. „Wir sind ziemlich zufrieden“, sagt Benjamin Haupt.
Bevor das Camp endet, wird in Workshops wie „Melodien finden“ weiter geprobt. Fest steht: Die Nachwuchstalente haben viel Zeit, ihre Songs und die Performance zu verbessern, bevor sie vielleicht bald mal die Bühnen Deutschlands erobern.
Das Bandcamp 2026 in Hammelburg fand vom 29. März bis 6. April 2026 statt. In diesem Jahr finden weitere Workshops statt. Infos dazu gibt es hier: mainpop.de































