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Verborgener Fund
Historisches Kreuz erstrahlt in neuem Glanz
Wegkreuz in Mitgenfeld
Das Wegkreuz in Mitgenfeld // Johannes Hüfner
Signet des Fränkischen Tags von Karina Kirchner
Mitgenfeld – Ein beinahe vergessenes Kreuz wird in Mitgenfeld enthüllt. Warum diese Entdeckung so bedeutend ist, erfahren Sie in diesem Artikel.
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In Mitgenfeld wurde ein neues Wegkreuz feierlich gesegnet und seiner Bestimmung übergeben. Dem Kreuz selbst geht eine Geschichte voraus, die lange im Verborgenen lag. Beim Erwerb eines Hauses hatte die Familie Barthelmes aus Mitgenfeld das Kreuz im Schuppen entdeckt – verborgen und beinahe vergessen.

Zunächst wurde es von Christoph Barthelmes und Manfred Fischer mit viel Sorgfalt restauriert, ohne dass bereits klar war, welche Verwendung es künftig finden sollte.

Der richtige Standort

Erst durch Elke Breitenbach nahm die Geschichte eine neue Richtung. Sie hatte von dem Fund des historischen Kreuzes erfahren, sich intensiv mit möglichen Standorten auseinandergesetzt und sich schließlich dafür eingesetzt, dass es wieder öffentlich sichtbar gemacht und an einem würdigen Ort aufgestellt wird. Als Hauptinitiatorin des Projekts begleitete sie die Umsetzung maßgeblich, von der Idee bis zur Realisierung. Auch die Organisation der Segensfeier lag in ihren Händen.

Zu diesem besonderen Ereignis hatten sich zahlreiche Besucher am neuen Standort des Kreuzes eingefunden, der einen besonders würdigen Platz bietet: dort, wo einst die mächtige Urbuche stand. Kurz vor Beginn des Wortgottesdienstes hatte sich auch das Wetter mit einem kräftigen Gewitter und Regen noch einmal eindrucksvoll gezeigt, fast so, als wolle es dem Geschehen eine besondere Symbolik verleihen. Pünktlich zum Beginn klarte jedoch der Himmel auf und die Sonne zeigte sich.

Ein Zeichen für Mitgenfeld

Diakon Horst Conze machte bei der Segnung deutlich, dass es heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist, Wegkreuze zu errichten und zu erhalten. Umso bedeutender sei dieses Zeichen, das nun mit Blick auf den Ort Mitgenfeld stehe und die Menschen im Tal begleite. Das Kreuz solle, so der Gedanke der Initiatoren, den Segen in die Häuser der Familien tragen und ein sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes sein – für die Bauern auf ihren Feldern ebenso wie für alle, die hier vorbeigehen oder innehalten. Es könne Trost spenden, neue Kraft geben und zur Besinnung einladen.

Wegkreuz in Mitgenfeld
Feierlich wurde das neue Wegkreuz gesegnet und seiner Bestimmung übergeben: (von links) Diakon Horst Conze, Bürgermeister Dieter Muth, Elke Breitenbach, Christoph Barthelmes, Manfred Fischer, Dieter und Maria Barthelmes. // Johannes Hüfner

Christian Hüfner, 1. Vorsitzender des Bürger- und Kriegervereins Mitgenfeld, begleitete die Feier und den Gesang der knapp 70 Besucher spontan mit seinem Schifferklavier. Mit eindringlichen Worten sprach Conze den Segen für das Kreuz und für all jene, die hier ihre Gedanken, Bitten und ihren Dank niederlegen: „für die Ernte, für Kraft, für Gemeinschaft und für die Verbundenheit mit der Heimat.“ Mit dem besonderen Bild eines sich über die Mettermich spannenden Regenbogens endete die Segensfeier.

Ein Platz der Begegnung

Im Anschluss richtete Bürgermeister Dieter Muth dankende Worte an alle Beteiligten. Neben der Stifterfamilie Barthelmes würdigte er die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer sowie die Gemeindearbeiter, die den Sandsteinsockel errichteten und die vorhandenen Ruhebänke erneuerten. So sei an diesem Ort ein Platz der Ruhe und des Innehaltens entstanden. Von hier aus eröffne sich ein weiter Blick über die „Schwarzen Berge“, die Platzer Kuppe und die Mettermich, hinunter auf die umliegenden Dörfer, eingebettet in Wiesen, Äcker und Wälder.

Begegnung, Ruhe und Besinnung Der Bürger- und Kriegerverein Mitgenfeld sorgte für das leibliche Wohl mit Bratwurst und Getränken. Besonders die jüngeren Besucher ließen den Abend in geselliger Runde am Lagerfeuer ausklingen, teils bis spät in die Nacht. Am Ende bleibt nicht nur die Erinnerung an eine gelungene Segensfeier, sondern an einen dauerhaften Ort, der mit viel Engagement entstanden ist und nun Raum für Begegnung, Ruhe und Besinnung bietet. Ein Platz, der verbindet und künftig für viele Menschen eine besondere Bedeutung haben wird.

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