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Tischlerinnen auf der Walz
Wie Oerlenbachs Bürgermeister zum Chauffeur wurde
Oerlenbachs Bürgermeister Nico Rogge mit zwei Tischlerinnen auf der Walz: Stopp in Bad Kissingen
Oerlenbachs Bürgermeister Nico Rogge mit zwei Tischlerinnen auf der Walz: Stopp in Bad Kissingen // Nico Rogge (Selbstauslöser)
Signet des Fränkischen Tags von Saale-Zeitung/ksk
Oerlenbach – Spontaner Fahrdienst, spannende Geschichten: Zwei Tischlerinnen auf der Walz haben Oerlenbach besucht und Rathauschef Nico Rogge hat sie nach Bad Kissingen gebracht. So kam es dazu.
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Als im Oerlenbacher Rathaus zwei junge Frauen in traditioneller Kluft auftauchten, war schnell klar: Das ist kein gewöhnlicher Besuch am Vormittag. Zwei Tischlerinnen auf der Walz hatten in der Gemeinde Station gemacht – eine jahrhundertealte Tradition des Handwerks, die Gesellinnen und Gesellen nach ihrer Ausbildung für mehrere Jahre auf Wanderschaft quer durch Deutschland und darüber hinaus führt. Das teilt Bürgermeister Nico Rogge mit.

Wie es guter Brauch ist, ließen die beiden ihr Wanderbuch im Rathaus siegeln – als Erinnerung an ihren Aufenthalt in Oerlenbach und als Teil ihrer ganz persönlichen Reisegeschichte. Natürlich durfte auch eine kleine Unterstützung für den weiteren Weg nicht fehlen, denn unterwegs sind Erfahrungsberichte, neue Bekanntschaften und das Tragen des Handwerks „in die Welt“ zwar unbezahlbar, aber nicht immer kostenlos.

Vor allem aber die Begegnung selbst blieb Rogge in Erinnerung. In angenehmer Atmosphäre entwickelte sich ein längerer Austausch über das Tischlerhandwerk, das Reisen und die vielen Erlebnisse, die diese besondere Tradition mit sich bringt. Beeindruckt war der Rathauschef davon, „mit welcher Offenheit, Begeisterung und Selbstständigkeit die beiden jungen Frauen ihren Weg gehen“.

Taxifahrt in der Mittagspause 

Dann kam der Auftritt des Bürgermeisters als spontaner Fahrdienst. Weil die aktuelle Baustellensituation an der B 286 die Weiterreise deutlich erschwert hätte und Bad Kissingen als nächstes Ziel auf dem Plan stand, griff Rogge kurzerhand selbst zum Autoschlüssel. In seiner Mittagspause fuhr er die beiden nach Bad Kissingen – Behördenchef am Vormittag, Walz-Chauffeur am Mittag.

Am Regentenbau endete die gemeinsame Tour. Dort verabschiedeten sich die beiden herzlich und setzten ihre Reise fort – das Wanderbuch gesiegelt, die Reisekasse aufgefrischt und um eine Bürgermeister-Anekdote reicher. Den beiden jungen Tischlerinnen wünscht Rogge für ihre weitere Walz viele gute Erfahrungen, interessante Begegnungen und stets eine sichere Reise, wie er schreibt. 

Und auch das noch: Angesichts all des Trubels vergaß er, nach den Namen der Tischlerinnen zu fragen. Eine tolle Erfahrung war’s trotzdem.

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