Erstmal zu Penny. Das dachten sich wohl auch 50 Schafe, als sie am Montag (5. Januar) während eines Schafzuges am Penny-Markt in Burgsinn (Landkreis Main-Spessart) vorbeikamen und spontan den Laden stürmten. Der Besuch könnte sich nun als Glücksfall für die Marke Penny erweisen. In sozialen Medien hat der Discounter mit Schaf-Content bereits Zehntausende Likes eingesammelt. Auf Instagram ziert inzwischen ein Schaf das Logo des Auftritts, flankiert von "Määäh"-Wortspielen.
Penny wird auf Instagram für die Schaf-Aktion gefeiert
In einem Video, das Penny Deutschland mit dem Kommentar "Unboxing vom määähga Wocheneinkauf" nach dem Besuch der Schafherde auf Instagram verbreitete, sieht man die Schafe, die sich offenbar auf dem Parkplatz vor dem Laden noch an Gemüsetüten laben. In der Kommentarspalte gibt's dafür einen Flausch-Sturm von den Fans.
"Können die nicht dauerhaft im Markt bleiben? Dann fahr ich sogar 400 km zum Einkaufen", schreibt ein User. Ein anderer ergänzt: "Ich lieb das so! Diese ganze Geschichte hat mir jetzt schon so viele Lacher und Schmunzler gebracht!" Die Ablenkung vom tristen Weltgeschehen kommt einem weiteren Instagram-Nutzer gelegen: "Es gibt so viel schlechte Nachrichten in der Welt und jetzt kann ich einfach auch mal wieder lachen. Danke Penny."
Ich habe gedacht, wir sind bei "Versteckte Kamera"
In der «Augsburger Allgemeinen» berichtet der Leiter der betroffenen Filiale, Jürgen Kippes, vom tierischen Besuch. «So etwas habe ich auch noch nicht erlebt», erzählt er der Zeitung. «Ich habe gedacht, wir sind bei "Versteckte Kamera"».
Der Schaden jedenfalls sei minimal gewesen, zwar hätten die Tiere im vorderen Bereich des Ladens «eine ordentliche Sauerei» angerichtet, seien aber dort geblieben. «Wären sie rechts zum Obst und Gemüse gelaufen – um Gottes willen – da hättest du sie gar nicht mehr rausgekriegt», zitiert die Zeitung Kippes.
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„Das gesamte Penny-Team hat sensationell auf den Vorfall reagiert und den Markt rasch gereinigt, damit der Betrieb unvermindert weitergehen konnte. Die rund 20 Kunden haben den tierischen Spontanbesuch dem Vernehmen nach auch sportlich genommen“, erklärt Philipp Stiehler, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Penny-Südwest. „Wir werden weder für den Schaden noch für die Reinigung dem Schäfer eine Rechnung stellen. Im Gegenteil: Wir würden gerne für ein Jahr die Patenschaft für die 50 schaf-sinnigen Ausreißer übernehmen und etwa das Futter stellen.“ Penny will dazu nun Kontakt mit dem Schäfer aufnehmen.
Hier gibt es ein Video der Kollegen von OSTEHESSEN NEWS:
Es sei nicht leicht gewesen, die Schafe nach draußen zu bekommen, berichtet der Marktleiter: «Wir haben versucht, sie rauszuschieben, aber das ging nicht.» Erst als eine Mitarbeiterin laut auf die Kasse geklatscht habe, hätten sich die Tiere erschreckt und seien durch die Schiebetür zurück auf den Parkplatz gesprungen.
Dann hätten alle Mitarbeiterinnen einen Besen in die Hand bekommen und Kippes habe mit der Reinigungsmaschine den strengen «Stallgeruch» entfernt. Geschlossen wurde der Laden nicht. An Dreikönig habe dann noch eine externe Firma eine professionelle Grundreinigung durchgeführt. Den Schaden habe der Schäfer begleichen wollen, der Supermarkt stellte allerdings keine Forderung. Der positive Werbeeffekt könnte ohnehin deutlich größer sein.
Dazu, wie die Schafe in den Supermarkt kamen, äußerte sich Schäfer Dieter Michler im Bayerischen Rundfunk. Die Tiere hätten sich wohl von Eicheln am Boden ablenken lassen und hätten so den Kontakt zur restlichen Herde verloren. Dann werde «wohl jemand mit einer Tasche in den Supermarkt gelaufen sein und dann sind sie hinterher», vermutet er. Die Tiere hätten sie vielleicht für einen Kraftfuttereimer oder einem Salzsack gehalten.
In Deutschland gibt es regelmäßig Berichte über entlaufene Schafe:
- In Drochtersen blockierten etwa 300 ausgebrochene Schafe eine Landstraße, die mithilfe von Polizei, Feuerwehr und dem Schäfer wieder auf ihre Weide am Elbdeich getrieben werden konnten.
- In Hambergen wurden rund 70 Schafe gestohlen.
- In Amberg wurden 30 Schafe freigelassen, nachdem ein Unbekannter den Zaun aufgeschnitten hatte, und blockierten eine Zugstrecke.
- In Eichenzell sprangen drei Schafe über den Zaun ihrer Weide und liefen entlang der Gleise, was zu Verspätungen bei 44 Zügen führte.
- In Verden eroberten ausgebüxte Schafe eine Skaterbahn und tummelten sich zwischen Rampe und Hindernissen.










