Neben der üblichen musikalischen Spur präsentierte sich das Bayrische Kammerorchester Bad Brückenau bei ihrem Sommerkonzert „Vernissage“, denn Horn, Klarinette, Oboe, Trompete, Flöte oder Fagott dominierten im König-Ludwig I.-Saal und begeisterten die rund 280 Gäste mit Werken von Richard Strauss, Antonin Dvořák und Modest Mussorgsky. Grundlage für dieses begeisternde Konzert war der Wunsch des Orchester, mal ihre „Bläser-Kompetenz“ zu präsentieren – was unter der Leitung von Sebastian Tewinkel bestens gelang.
„Der Landkreis Bad Kissingen ist zur Zeit ein Mekka der klassischen Kunst“, so Geschäftsführer Pavol Tkác in seiner Begrüßung und ergänzte: „Im Windschatten des Kissinger Sommers füllt unser Angebot den Saal – wir machen wohl etwas richtig!“
Diese „Vorweg-Lorbeeren“ spiegelten den Stolz auf das Bayrische Kammerorchester Bad Brückenau wider, waren aber auch eine Bürde, die es galt einzulösen. Um es vorwegzunehmen: Der herzliche Zwischenapplaus, die „Standing Ovations“ und die Bravo-Rufe am Ende des zweistündigen Konzerts bestätigten die leidenschaftliche Präsentation, die außerordentliche Spielfreude und die professionelle Perfektion des Bläser-Ensembles, das durch Kontrabass und Cello ergänzt wurde, sowie unter dem akkuraten Dirigat von Sebastian Tewinkel für einen kurzweiligen und unterhaltsamen Abend sorgte.
Zwei Serenaden präsentierten die Musikerinnen und Musiker vor der Pause und beide standen für den Wortsinn als „heitere abendliche Ständchen“. Richard Strauss ́ Serenade Es-Dur für 13 Bläser op. 7 präsentierte sich als melodisch-erzählendes Werk, bei dem die musikalischen Harmonien im Vordergrund standen und damit träumerische Klangbilder erzeugten. Den Instrumentalisten fiel dabei die Rolle zu, sowohl konzertant zusammenzuspielen, also auch mit kleinen Soloparts nicht nur ihr Können zu zeigen, sondern mit ihren Instrumenten besondere Klangmomente zu setzen.
Mit Antonin Dvořáks Serenade d-Moll für zehn Bläser, Violoncello und Kontrabass Op. 44 führte das Ensemble den eingeschlagenen Weg fort. In den vier Sätzen – beginnend und endend in einem Marsch – entstand ein musikalischer Spannungsbogen, der von festlichen Klangfarben über volkstümliche, lebensfrohe Rhythmen und melancholisch-hoffnungsvollen Melodie bis hin zum schwungvollen Finale reichte. Mit begeisterndem Applaus wurde das Ensemble in die Pause entlassen.
Akteure gefordert
„Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky, bearbeitet von Andreas N. Tarkmann, war das einzige Stück nach der Pause und dementsprechend gefordert waren die Akteure auf der kleinen Bühne im historischen Saal des Bad Brückenauer Kursaalgebäudes. Doch vor dem künstlerischen Genuss gab es einleitende Worte des Dirigenten, der nicht nur die Besonderheiten dieses Rundgangs – „Promenade“ - durch eine Bildergalerie erläuterte, sondern sein Ensemble steuerte Beispiele für die besonderen Klangfarben bei. Im konzertanten Kontext entfaltete sich dann eine musikalische Untermalung wie in einem Film - ein Soundtrack zu einer „Vernissage“, getragen von zwölf Bläsern und einem Kontrabass.
So wurden aus melodiösen Klangfarben dann Klangbilder für das innere Auge der Gäste. Mal war es ein hinkender Gnom, der vorbei schleicht, mal tobten Kinder im Park, mal schlüpften zwitschernde Küken aus ihren Eierschalen und mal waren es Verkäuferinnen auf einem turbulenten Markt, denen Oboe und Horn, Klarinette und Fagott, Trompete und Flöte ein fröhliches, munteres Miteinander einhauchten.
Das Lob für dieses musikalische, frische und bunte Kaleidoskop war stürmischer Beifall, der Dank hierfür waren die glücklichen Gesichter der Akteure und ein überaus zufriedener Dirigent.










