Regisseur Markus Arneth spricht bei einem Probenbesuch dieser Redaktion von einem „Überraschungsei“ für das Publikum. Geboten wird den Zuschauern dieses Jahr nämlich ein Stück von einem relativ unbekannten Autor. Peter Quilter hat das Stück „Glorious“ geschrieben. Es ist eine Hommage an die Millionärin Florence Foster Jenkins. Ihre Auftritte im New York der 1940er Jahre stellt das siebenköpfige Ensemble vor ungewöhnliche Herausforderungen.
Denn die Künstlerin sah sich als erfolgreiche Sopranistin, die mit engelsgleicher Stimme die Welt bezauberte. Tatsächlich wurde sie jedoch als „Diva der falschen Töne“ und als „Königin der Dissonanzen“ heimlich belächelt. Unterstützt von einem Freundeskreis, der ebenso schillernd und exzentrisch war wie sie selbst, quietschte sich „die schlimmste Sängerin der Welt“ bei Bällen und Wohltätigkeitsveranstaltungen durch die edelste Gesangsliteratur.
Voller Inbrunst falsch singen
Für Hauptdarstellerin Anne Rauschmann ist diese Rolle eine Herausforderung. „Ich kann überhaupt nicht singen“, verrät sie. Deswegen sei sie für die Rolle prädestiniert, verrät Regisseur Arneth. Voller Inbrunst falsch zu singen, so dass jeder Ton daneben liegt und dabei für komische Momente zu sorgen, erfordere schon ein besonderes Talent.
„Ich habe mir schon Bedenkzeit ausgebeten“, beschreibt die singende Darstellerin ihre Stimmungslage vor Übernahme der Rolle. Letztlich habe sie ihre Erfahrung bei Spectaculum ermutigt. Anne Rauschmann ist von Anfang an seit 1989 bei den Laienspielern dabei.
Arneth sieht das Experiment mit der Inszenierung nach dem bisherigen Probenverlauf als überaus geglückt an. Zuschauern verspricht er beste Unterhaltung bei der kompakten Komödie von zwei Stunden Dauer mit einer halbstündigen Pause. Bis zum großem Finale, bei dem sich Rauschmann alias Florence Forster Jenkins mit dem Lied „Königin der Nacht“ stimmlich in höchste Höhen hocharbeitet, gewinne die Diva immer mehr die Herzen des Publikums.
Arneth hat den Text auf Spectaculum zugeschnitten und spielt zudem den Komponisten, der die Sängerin auf dem Klavier begleitet. Allerdings kommen die Klänge des Tasteninstrumentes von der Konserve.
Der Regisseur ist überzeugt, dass das heitere Stück samt seiner Botschaft gut ankommt. Schließlich gehe es um einen Menschen, der sich mit viel Entschlossenheit und Selbstbewusstsein seinen Lebenstraum erfüllt. So werde das Publikum im Verlauf des Stückes zunehmend mit der Diva auf der Bühne sympathisieren.
Überwiegend Ganztagsproben
Wie all die Jahre sehen sich die Laienspieler bei ihren vier Freiluft-Aufführungen mit speziellen Herausforderungen konfrontiert. Zur Vorbereitung ist die Truppe aus Termingründen überwiegend zu Ganztagesproben übergegangen. Wegen des schlechten Wetters im Frühjahr musste häufiger ins Jack-Steinberger-Gymnasium nach Bad Kissingen ausgewichen werden, wo Arneth Schulleiter ist. Zehn solcher intensiven Proben habe es bisher gegeben. Nun läuft der Endspurt.
Eine Kostümprobe samt Requisiten zog die Truppe bereits auf der Schlossbühne durch. Nun stehen noch eine Technikprobe und die Generalprobe an. Schon die Proben unter freiem Himmel mit den schweren Festgewändern bei sommerlichen Temperaturen lassen die Darsteller schwitzen. Ganz zu schweigen von den relativ glatten Natursteintreppen, die von den Darstellern in schicken Schuhen mit glatten Sohlen Trittsicherheit erfordern.
Auslastung von 80 Prozent ist gut
Gut wieder in Tritt gekommen sieht sich Spectaculum nach der Corona-Zwangspause. So sahen rund 800 Zuschauer 2023 das Stück „Ein Käfig voller Narren“. „Eine Auslastung der Sitzplätze von 80 Prozent ist ein guter Wert“, findet Arneth rückblickend. Optimistisch ist der Regisseur, dass der Poker mit dem Wetter auch dieses Jahr ohne Terminverlegungen gut ausgeht.
Gespielt wird am Freitag und Samstag 5., 6., 12. und 13. Juli, jeweils ab 19.30 Uhr, wobei immer der folgende Sonntag bei Regen als Ausweichtermin vorgemerkt ist.
Karten, die auch für den Busshuttle gelten, gibt es im Vorverkauf bei „Taste & Smell by Sasch“ in der Kissinger Straße, auch telefonisch unter Tel. 09732/781 287.
Was man zu Spectaculum noch wissen muss:












