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Projekt der Tätsch'r Brückenau
Brücke weg: Siebener-Park hübsch für „Sinn in Flammen“
„Sinn in Flammen“: Brücke im Siebener-Park wird abgebaut
Oünktlich zu „Sinn in Flammen“ wird die Brücke im Siebener-Park auf Initiative der Tätsch'r abgebaut. // Steffen Standke
Bad Brückenau – Das stimmungsvolle Fest steht im Zeichen eines Jubiläumsprojektes. Kurz davor sind die Tätsch'r bei der Stadt mit einem wichtigen Anliegen erfolgreich.

Diese Dynamik im Siebener-Park - sie gefällt Michael Schäfer. Pünktlich zu „Sinn in Flammen“ am Samstag, 20. Juli wird die Metallrohr-Brücke über den Mühlgraben, die  von vielen für hässlich gehalten wird, abgebaut. Ein Störfaktor weniger für das Fest, das stark von seiner Atmosphäre lebt. Ansonsten steht es aber im Zeichen einer ganz anderen Baustelle.

Kollergang aufhübschen zum 135. Gründungsjahr

135 Jahre Bestehen feiert der Tätsch'r-Verein, dessen Vorsitzender Schäfer ist, in diesem Jahr. Zu diesem kleinen Jubiläum haben sich die ausschließlich männlichen Mitglieder vorgenommen, den Kollergang samt Holländer an der Bad Brückenauer Musikschule aufzuwerten (wir berichteten).

Tätsch'r Bad Brückenau: „Sinn in Flammen“ steht an
Freuen sich auf „Sinn in Flammen“ und die (schon begonnene) Erneuerung des Kollergangs: Tätsch'r-Vorsitzender Michael Schäfer (links) sowie seine Vorstandskollegen Axel Zeier (Mitte) und Stephan Patzer. // Steffen Standke

Dafür wurde in den vergangenen Wochen Bewuchs rund um die historischen Mahlwerke aus der Stockpapiermühle zwischen Römershag und Riedenberg entfernt. Den Platz davor befestigte die Firma Theo Hahn laut Schäfer „mit Natursteinpflaster aus Granit“; den Bodenaushub hatte zuvor der städtische Bauhof übernommen.

Projekt bis zum „Doochrewell“ abschließen

Bald legen die Tätsch'r selbst Hand an: In gemeinsamem Arbeitseinsatz wollen sie den Holzpavillon über den Mühlsteinen reinigen, abschleifen und neu streichen. Auch eine Bank mit Blickrichtung Kollergang und neuer Mehrgenerationenplatz wird aufgestellt. Bis zum „Doochrewell“ am Samstag, 19. Oktober soll das Projekt abgeschlossen sein.

Dieses Ritual der „Tagerweckung“ führten die Vereinsmitglieder zuletzt vor zehn Jahren aus. Die Tätsch’r starten am 19. Oktober früh in den Tag, frühstücken gemeinsam und ziehen in Frack und Zylinder in Bad Brückenau von Bauwerk zu Bauwerk.

Viel Bewährtes bei „Sinn in Flammen“

Nun steht aber erstmal „Sinn in Flammen“ an. Michael Schäfer sowie seine Tätsch'r-Kollegen Axel Zeier und Stephan Patzer hoffen auf „einen stimmungsvollen Abend im Siebener-Park“. Und darauf, dass genügend Einnahmen zusammenkommen, um die Kosten für Kollergang samt Bank ganz oder zum größten Teil zu decken.

Bei dem Fest setzen die Organisatoren auf viel Bewährtes: geschickte Illumination der Bäume und der Umgebung, „brennende“ Schiffchen auf dem Nebenarm der Sinn, originelle Cocktails, gemixt von den Frauen der Tätsch'r. Auch die regionale Band „Bei die Omma“ hat bei „Sinn in Flammen 2023“ überzeugt, so dass sie wieder in ihrem „Wohnzimmer“ mit Retrolampe, Sessel und Wählscheibentelefon aufspielen darf. „Eines der Mitglieder reist sogar extra aus Amerika an“, sagt Schäfer.

Verzicht auf Feuerschalen

Auf die Feuerschalen, die das Fest früher prägten, aber vergangenes Jahr wegen der Trockenheit gestrichen wurden, wird auch heuer verzichtet. Dass sei nicht mehr zeitgemäß und dem Bewuchs im Park nicht zuträglich, so der Vorsitzende.

Frederik Zeier entzündete kurz vor 22 Uhr bei „Sinn in Flammen“ im Siebener-Park die Schiffchen auf dem Mühlgraben.
Frederik Zeier entzündete kurz vor 22 Uhr bei „Sinn in Flammen“ im Siebener-Park die Schiffchen auf dem Mühlgraben. // Steffen Standke

Aber wie kommt es, dass das Brückenprovisorium gerade so kurz vor „Sinn in Flammen“ plötzlich verschwindet? Bürgermeister Jan Marberg (SPD) zufolge hatten sich die Tätsch'r Anfang der Woche mit einer Bitte an die Stadt gewandt: Diese solle prüfen, ob die Überführung nicht kurzfristig entfernt werden könne.

Mehrheit des Stadtrates für Entfernen der Brücke

Dafür wäre laut Bürgermeister ein Beschluss des Stadtrats notwendig. Da dessen nächste Sitzung erst am 25. Juli im Kalender steht, fragte Marberg in der internen Gruppe der Stadträte nach. „Eine Mehrheit, also mehr als drei Viertel hat sich dafür ausgesprochen, die Brücke zu entfernen“, informiert der 36-Jährige.

Gesagt, getan. Die Firma Dorn aus Riedenberg wurde beauftragt; am Freitagnachmittag war die Behelfsbrücke Geschichte. Lediglich die Fundamente können nicht so schnell weggemeißelt werden. Für „Sinn in Flammen“ werden zur Verkehrssicherung auf sie rot-weiße Zäune gestellt. Nicht dass jemand nachts in den Bach fällt, weil er dort noch einen Fußgängersteg wähnt.

Bürger wollen Ersatz schaffen

Ob und wann ein Ersatz kommt, kann der Bürgermeister nicht sagen. „Aus städtischen Mitteln sicher nicht“, so Marberg. Aber es gebe Bereitschaft in der Bürgerschaft, etwas für den Wiederaufbau zu tun. Gespräche stünden an. „Wir schätzen das und wollen das nutzen.“

 

Mehr zu den Tätsch'rn lesen sie hier:

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