Das Wetter meinte es mit den Kirmesfreunden in Wildflecken in diesem Jahr nicht besonders gut. Doch der Regen konnte die zahlreichen Besucher nicht davon abhalten, zusammenzukommen und eine Tradition zu feiern, die seit Jahrzehnten zum Dorfleben gehört. Auch wenn sich diesmal lediglich fünf Paare für die Kirmesgesellschaft zusammengefunden hatten, wurde deutlich: Die Kirchweih hat in Wildflecken nach wie vor einen hohen Stellenwert. Im Feuerwehrhaus wurde gefeiert, gelacht und auf das neue Königspaar angestoßen: Sophia Schnellbach und Christoph Müller.
Geselligkeit und Nachdenken
Es war eine Kirmes, die neben der Geselligkeit auch zum Nachdenken anregte. Denn die vergleichsweise kleine Zahl der Tanzpaare machte deutlich, dass es doch schwieriger wird, junge Leute für das traditionelle Brauchtum zu begeistern. Herbert Nowak, der die Veranstaltung moderierte, brachte die Bedeutung der Kirmes auf den Punkt: Sie sei eine wichtige Tradition, die Menschen miteinander verbinde. Gerade deshalb sei es wichtig, dass sich auch künftig junge Frauen und Männer finden, die bereit sind, diese Tradition weiterzuführen.
Kirmes lebt von den Aktiven
„Es trauen sich nicht mehr so viele Jungs, um den Baum zu tanzen“, stellte Nowak fest. Seine Worte sollten dabei weniger als ernst gemeinter Vorwurf zu verstehen sein, sondern vielmehr als Appell, die Tradition nicht aus den Augen zu verlieren. Denn eine Kirmes lebe nicht allein von den Besuchern, sondern vor allem von jenen, die sie aktiv gestalten.
Für den passenden musikalischen Rahmen sorgte der Musikzug Wildflecken. Die Musiker begleiteten auch den traditionellen Tanz um den Plobaum und verliehen dem Geschehen damit den vertrauten festlichen Charakter. Eine besondere Verbindung zur Veranstaltung hatte auch Bürgermeister Daniel Kleinheinz: Er selbst hatte zuvor den Baum gefällt, um den die Kirmesgesellschaft tanzte.
Mit spitzer Zunge
Ein weiterer Höhepunkt war die traditionelle Kirmesrede. Mit spitzer Zunge und dem nötigen Augenzwinkern nahm sie erneut die Kommunalpolitik und das Geschehen im Dorf aufs Korn. Gerade diese Mischung aus Humor, lokaler Verbundenheit und einer guten Portion Selbstironie macht den besonderen Reiz der Rede aus. Denn bei der Kirmes darf durchaus ausgesprochen werden, was die Menschen im Ort beschäftigt. Kommunalpolitische Entscheidungen und kleine wie größere Begebenheiten aus dem Dorfleben liefern dafür reichlich Stoff.
Besonders herzlich wurde es, als die kleinen Rhönhüpfer ihre Tänze präsentierten. Mit ihren Auftritten brachten sie Bewegung und gute Laune. Die Kinder wurden von ihren Familienmitgliedern mit viel Applaus bedacht. Für die jungen Tänzerinnen und Tänzer ist die Kirmes eine willkommene Gelegenheit, ihr Können vor einem größeren Publikum zu zeigen.











