Mehr als 30.000 Liter Wasser. Soviel musste die Feuerwehr am Dienstag abpumpen, um die Georgi-Kurhalle in Bad Brückenau einigermaßen trocken zu bekommen. Die Schwierigkeit und Gefahr dabei: Die Brühe stand unter Spannung, weil die Havarie auch eine Stromleitung in Mitleidenschaft gezogen hat (wir berichteten).
Am Mittwoch kann Bürgermeister Jan Marberg (SPD) nun immerhin mitteilen: „Die Stromversorgung für die Physiotherapie-Praxis nebenan ist provisorisch wiederhergestellt.“ Ansonsten bleibe die Georgihalle aber bis auf Weiteres geschlossen. Da das eindringende Wasser die Elektrik im Haus beeinträchtigt habe, würden Kurzschlüsse und im schlimmsten Fall ein Brand drohen. Das Risiko sei einfach einfach zu groß.
Suche nach Ursache hält an
Zur Ursache der Überflutung kann Marberg noch nicht viel mehr sagen. Vermutlich habe eine Verstopfung im Rohrsystem dafür gesorgt, dass sich das Wasser im Bereich der Toiletten gestaut habe und übergequollen sei. Jetzt müsse eine genaue Analyse erfolgen. Eine Kamerabefahrung des Rohrsystems sei durchgeführt worden; am Seiteneingang zur Ernst-Putz-Straße sei aufgegraben worden Das Ganze werde nun wohl ein Fall für die kommunale Versicherung, so der Bürgermeister.
Die so abrupte Schließung der Georgi-Halle bringt die Stadtverwaltung in Zugzwang. Nicht nur, dass die Touristinformation nun ohne Räume dasteht. Vom 13. bis 15. März 2026 sollte dort auch das Figurentheater-Festival stattfinden. Ein Ereignis, für das laut Marberg schon viele Karten verkauft worden sind.
Neue Adresse für Tourist-Info
Noch am Dienstagnachmittag setzte sich das Stadtoberhaupt unter anderem mit Mitarbeitern der Tourist-Info, des Bauamtes und des Bauhofes in einer Krisensitzung zusammen, um einen „Schlachtplan zu erarbeiten“, wie Marberg es nennt. Resultat: Die Mitarbeiterinnen der Tourist-Info ziehen erst einmal ins (Neue) Rathaus am Marktplatz um, um arbeits- und handlungsfähig zu bleiben. Wo sie mittel- bis langfristig unterkommen, muss noch erarbeitet werden.
Stadtrat schlägt Altes Rathaus vor
Marberg zufolge bestehen mehrere Optionen. Das frühere Gymnasium am Kirchplatz zum Beispiel oder das Alte Rathaus, das frühere Domizil der Tourist-Info (TI). Wobei der Bürgermeister betont, dass dieser Vorschlag aus den Reihen des Stadtrates kam. Er steht ihm auch skeptisch gegenüber, weil das historische Gebäude immer noch von Schimmelpilzen befallen sei.
Eine einfache Schimmelsanierung reicht aus seiner Sicht nicht, um die Räume wieder nutzbar zu machen. „Ich werde die Kolleginnen der TI nicht in Räume schieben, wo Risiken für die Gesundheit bestehen.” Bliebe noch eine Sanierung des Alten Rathauses. Doch diese erscheint langwierig und für die Stadt ziemlich kostspielig. Frühere Schätzungen gehen von 3,5 Millionen Euro für eine Generalsanierung aus.
Was der Schaden für die Kommunalwahl bedeutet
Die Georgi-Halle ist eines der größten Wahllokale Bad Brückenaus. Am Sonntag, 8. März 2026, werden Wählerinnen und Wähler, die ihre Stimme vor Ort abgeben wollen, das nicht dort tun können. Marberg hat aber eine Lösung dafür parat: „Wir werden im Untergeschoss der Musikschule das Wahllokal einrichten. Die Örtlichkeit wird durch eine Rampe barrierefrei gemacht. An der Georgi-Halle informieren wir die Menschen darüber“, sagt er.
Einen großen Umweg bedeutet das indes nicht: Die Musikschule befindet sich nur wenige Meter von der Georgi-Halle entfernt.
Mehrere Ausweichorte für Figurentheater
Für das anstehende Figurentheater-Festival sieht der 37-Jährige hingegen mehrere mögliche Veranstaltungsorte: das Pfarrheim, die TV-Halle oder die Säle mehrerer Bad Brückenauer Kliniken. Das wird in den nächsten Tagen sicherlich geklärt werden. Fest steht hingegen schon der Ort, an den der Stadtrat für seine Sitzung am 26. Februar ausweicht: der Stützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr an der Bahnhofstraße.













