Mit ihrer Eigenproduktion „Schule – Macht – Verrat – Macht - Schule“, die es in verschiedenen Varianten zu lesen gibt, gelang den Schülerinnen und Schülern der Klassen 6 bis 10 eine beeindruckende, 90-minütige „Tour de Force“, die das „Drauf- und Drunter“ schulischen Zusammenlebens auf die Bühne bringt.
Spannender Spagat
Das Stück wagt den spannenden Spagat, die Klischees, nur allzu bekannt aus US-Produktionen, mit der eigenen, mitunter knirschenden Realität zu spiegeln. Da gibt es die rivalisierenden Cliquen, die „Tussis“ und die „Mobber“, die sich in einem Machtkampf um die Schülersprecherwahl und die Organisation eines Schulpicknicks verstricken und mittendrin die Theatergruppe, die versucht, durch Kunst einen Raum für Gemeinschaft zu schaffen.
Besonders hervorzuheben ist, dass es sich hier nicht um ein fertiges Skript von der Stange handelt. Die Gruppe hat das Drama selbst entwickelt, wobei geschickt klassische Motive, wie die Rivalität in Shakespeares „Romeo und Julia“, in eine moderne, schulische Lebenswelt übertragen wurden. Dieses Wagnis zahlte sich aus: Das Stück präsentierte sich ebenso humorvoll wie nachdenklich, chaotisch wie gut organisiert.
Die Inszenierung überzeugt durch ein enormes Engagement des gesamten Ensembles. Die bühnenerfahrenen Schülerinnen und Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe coachten ihre jüngeren Mitschüler vorbildlich, was zu einer erstaunlichen Spielfreude auf der Bühne führte. Auch hinter den Kulissen leistete das Technikteam Herausragendes: Lichteffekte und Sounddesign setzten das Stück wirkungsvoll in Szene und ließen das Publikum den Schulalltag in zugespitzter Form hautnah erleben.
Egal ob vor oder hinter der Bühne, ob als Schauspieler oder Requisiteur – hier wurde Kreativität in ein organisatorisches Projekt gegossen, das weit über die wöchentlichen Proben am Mittwochnachmittag und die intensive Probenwoche hinausreicht. Das Ergebnis war ein Theaterabend, bei dem es sprichwörtlich „knallte und knirschte“, bis schließlich – in einem versöhnlichen, tänzerischen Moment – die Grenze zwischen den Cliquen für einen Augenblick verschwamm.
Darsteller und das engagierte Technikteam, haben unter der Leitung von Philipp Hemmerich und Eva-Maria Conrad ein eindrucksvolles Stück über das Erwachsenwerden, Ausgrenzung und den Mut zum Zusammenhalt entwickelt, dass über die Grenzen der Schule hinausragt, denn am Ende wiesen die Mitwirkenden darauf hin, dass es Menschen in anderen Teilen der Welt gibt, die unsere Hilfe brauchen. Das Publikum folgte dem Spendenaufruf zur Unterstützung der Opfer in Venezuela wohlwollend.
Die Mitwirkenden
Mitwirkende: Lena Eisenmann, Angelina Günther, Emilian Luxem, Sophia Reuter, Anton Winter, Paula Richter, Lino Schiedel, Joanna Birkstedt, Katharina Marx, Marlene Heurung, Ella Miller, Aurelia Mittendorfer, Maximilian Zabert, Minaal Ahmad, Isabell Hartmann, Lotta Haser, Emma Himmler, Juna Kocher, Mathis Sander, Michelle Bauer, Helena Hippler, Johanna Popp, Annika Reusch, Raphael Schneider.
Verantwortlich für die Technik: Max Schneider, Levin Lubbecke, Raphael Luxem, Marlon Tremer, Leonard Braun, Paul Niessner.










