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Im Würzburger Hofkeller
„Närrische Weinprobe“ in Würzburg: Was im BR zu sehen ist
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Zur Närrischen Weinprobe verwandelt sich der Staatliche Hofkeller der Residenz in eine bunte Faschingshochburg. // Silvia Gralla
Signet des Fränkischen Tags von Claudia Kneifel, Folker Quack
Würzburg
Würzburg – Die „Närrische Weinprobe“, die kleine Schwester der „Fastnacht in Franken“ aus Würzburg, ist im Kasten: Was am Freitagabend im BR zu sehen ist und wer überzeugt.

Sehr bekannte und weniger bekannte Gesichter wie Michl Müller und Otmar Schraud oder Martin Rassau und Fabian Wahler, dazwischen bekannte Weinproben-Akteure wie Thomas Väth, Doris Paul oder Gery Gerspitzer: Die „Närrische Weinprobe“ schafft den Spagat zwischen ganz großen Namen und Fast-Neulingen in diesem Jahr perfekt. An diesem Freitag, 16. Januar, strahlt der Bayerische Rundfunk (BR) zur Hauptsendezeit um 20.15 Uhr die Fernsehsitzung aus.

Aufgezeichnet wurde die Sendung am vergangenen Samstag bereits – vor 125 Zuschauerinnen und Zuschauern im voll besetzten Staatlichen Hofkeller der Residenz Würzburg. Die „Närrische Weinprobe“ des Fastnachtverbands Franken, die der BR seit 2003 überträgt, eröffnet die fränkische Fernseh-Fastnacht 2026. Und sie ist intimer als die große Schwester „Fastnacht in Franken“.

Martin Rassau von der Comödie Fürth, der seit Jahren durch die Sendung führt, ist weit mehr als ein Moderator. Er hält den Abend zusammen, führt mit Charme und viel Wortwitz von Nummer zu Nummer und kann herrlich über sich selbst lachen.

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Michl Müller bei der Aufzeichnung der „Närrischen Weinprobe“ im Staatlichen Hofkeller in Würzburg. // Silvia Gralla

Und bei einer Weinprobe darf der Wein nicht fehlen: Den präsentiert in diesem Jahr die ehemalige Fränkische und Deutsche Weinkönigin Eva Brockmann erstmals – für das Närrische – mit Michl Müller, dem Dreggsagg aus der Rhön. Doch die Kombination funktioniert nur zum Teil: Durch Michl Müller werden die Weinpräsentationen zwar viel unterhaltsamer.

Die Weine an sich und Eva Brockmanns Wissen darüber aber spielen praktisch keine Rolle mehr. Mit einer wahren Ode an den Frankenwein in seinem Abschlusslied „Schenk noch mal ein“ macht Michl Müller das indes wieder gut.

Künstler der Schwarzen Elf eröffnen die „Närrische Weinprobe“

Als „neues Gesicht“ angekündigt, 2015 aber schon mal dabei gewesen, hat Fabian Wahler, Berufsschullehrer aus Ebenhausen im Landkreis Bad Kissingen, die schwierige Rolle des Eisbrechers. Zwar bringt sein „10. Hochzeitstag“ den Saal nicht gerade zum Beben.

Einige Pointen aber kann der Routinier von der Schwarzen Elf Schweinfurt setzen. Genau wie Doris Paul von der Schwarzen Elf: Sie geht als Oma in die Bütt und punktet mit Rollenspiel und Reim. Und mit Wiedererkennungswert: Im Vorjahr ist Paul bei „Fastnacht in Franken“ in Veitshöchheim auf der großen Bühne gestanden.

Spätestens Gery Gerspitzer lässt dann den Knoten richtig platzen. Zum dritten Mal bei der „Närrischen Weinprobe“, hat der Hofer Kabarettist eine sichere Formel, die im Hofkeller funktioniert. Er gibt den Refrain vor, das Publikum übernimmt, schunkelt, singt, liegt sich in den Armen. Einwandfrei!

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Einer der Höhepunkte des Abends: Fredi Breunig (li.) und Martin Wachenbrönner aus der Rhön. // Silvia Gralla

In der Bütt liefern Martin Wachenbrönner und Fredi Breunig aus der Rhön einen Höhepunkt: Ihr „TikTok-Kurs“ nimmt den Follower-Wahn aufs Korn, ohne belehrend zu werden: eine Nummer mit charmanter Generationen-Parodie und viel guter Laune. Und als Content-Tipp gibt’s Rhöner Wurst mit Gurke, unterlegt mit Marschmusik.

Garden bringen gute Stimmung in den Staatlichen Hofkeller

Gute Stimmung bringen die beiden Tanzeinlagen der Garde des Frohsinn e. V. Waltershausen aus Rhön-Grabfeld und der Tanzsportgarde (TSG) Veitshöchheim in den Saal. Und wieder geht’s um den Wein: „Frankenwein – das muss ein Wein von den Göttern sein“, hat die Waltershäuser Garde ABBAs „Waterloo“ umgedichtet. Die TSG indes hat ein überzeugendes Helene-Fischer-Double in ihren Reihen. Da ist so mancher Zuschauer „atemlos“.

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Ein Lied und ein Tanz auf den Frankenwein: Die Garde Frohsinn e.V. Waltershausen hat einen starken Auftritt. // Silvia Gralla

Sowohl Bernd Kleinschnitz als auch Wolfgang Huskitsch nehmen sich gekonnt und sehr witzig den fränkischen Dialekt und so manche fränkische Eigenheit vor. Wie meint doch Huskitsch? „Wenn der Wein mehr sagt als die Leut – dann bist Du in Franken.“ Thomas Väth macht als Schmiedi Gonzales, was er am besten kann: tolle Stimmung in den Saal bringen und immer witzige Sprüche klopfen.

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Maria Anetzberger lässt den ganzen Keller lauthals mitsingen. // Silvia Gralla

Zum zweiten Mal steht die Leinacherin Maria Anetzberger im Hofkeller auf der Bühne. Die 28-Jährige verwandelt mit ihrer Gitarre Alltagsbeobachtungen aus dem Bus in witzige Geschichten und Lieder – und der ganze Keller singt am Schluss begeistert mit. Ottmar Schraud kommt als „Obst-Olga“ am Marktstand gut an: wuchtig gespielt, gute Gags im passenden Timing.

Auch Prominenz wie einige Landtagsabgeordnete und Würzburgs Bischof Franz Jung schaute bei der Aufzeichnung im Hofkeller vorbei: Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), fast schon Stammgast, lobt die familiäre Atmosphäre. Und Würzburgs Oberbürgermeister Martin Heilig zeigt sich als Zauberer, Bezirkstagspräsident Stefan Funk (CSU) als Zirkusdirektor.

Die Närrische Weinprobe soll es auf Rezept geben

Den Abschluss bildet wieder ein bestens gelaunter Michl Müller in seinem gelungenen Finale mit fränkischem Alltag, Politik und einem Schuss Nonsens. Am Ende empfiehlt er, die „Närrische Weinprobe auf Rezept“ zu verschreiben – Lachen tue gut, gerade in diesen Zeiten – und erklärt sie kurzerhand zur Kandidatin für ein Weltkulturerbe. Tosender Applaus!

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