Weihnachten ist Geschenkezeit. Wann sonst, wenn nicht dann werden Wünsche am ehesten wahr? Na klar: im Märchen. Der Frosch, der zum Prinzen wird. Das Kind, das vor dem bösen Wolf gerettet wird. Das Aschenbrödel, dem der verlorene goldene Schuh passt.
Ein Märchen, aber kein angenehmes, erlebt ich in der Vorweihnachtszeit. Meine Tochter wollte neue Alltagsschuhe. Das Modell eines deutschen Herstellers, nach einem Gesellschaftstanz benannt. Ein klassisches Design, das - leicht verändert - seit Jahrzehnten auf dem Markt ist.
Schuhmodell gerade sehr beliebt
Das Problem: Dieses Schuhmodell ist gerade bei der jungen Generation sehr beliebt. Man kann sagen: Darum besteht ein Hype wie um Dubai-Schokolade.
Das treibt die Preise in die Höhe. Meine Tochter schickte mir Angebote aus Online-Shops aufs Handy. Das preiswerteste lag bei 80 Euro - und das nur, weil Black-Friday-Aktionswoche war. Und das für ein Modell, das sie uns Mitte der 1990er-Jahre bei der Bundeswehr als Hallenschuh quasi hinterhergeworfen haben (die Dinger haben beim Spielen furchtbar gedrückt).
Angebot für 175 Euro
Der neue hippe Schuh hatte an der Seite drei schwarze Streifen; meine Tochter wollte rote. Schwuppdiwupp: Der Preis lag gleich bei 120 Euro. Ein Anbieter wollte gar 175 Euro; Versand nicht inbegriffen. Aschenbrödels goldenen Schuh wollte ich eigentlich nicht kaufen.
Das war für mich der Moment, auszusteigen. Schweren Herzens sagte ich meiner Tochter: Entweder sie kauft sich die Boots selber oder sucht sich was Anderes aus.
Wollpullover statt hipper Schuhe
Das Ende vom Lied: Sie hat sich die Schuhe mit schwarzen Streifen von ihrem Taschengeld geleistet. Von mir bekommt sie einen Pullover aus reiner Wolle. Mit 90 Euro war der auch nicht gerade billig.












