Jedes Jahr nehme ich mir vor, dieses Mal wird alles anders: Ich kaufe keinen Weihnachtsstern mehr. Doch spätestens vor dem vierten Advent trage ich doch wieder ein prachtvolles Exemplar voller Vorfreude und Optimismus nach Hause. Da steht er nun, rot und prachtvoll - doch schon nach wenigen Tagen beginnt der Niedergang und das Drama nimmt seinen Lauf.
Ich mag zwar keine Expertin für Botanik sein, aber normalerweise gedeihen Pflanzen bei mir prächtig. Ob im Garten, im Haus oder im Wintergarten – sie fühlen sich wohl bei mir. Nur der Weihnachtsstern scheint eine Ausnahme zu machen. Kaum steht er in meiner Wohnung, schaut er sich um und scheint zu denken: „Hier halte ich es nicht aus.“
Ein Drama in Zeitlupe
Dabei bemühe ich mich redlich! Ich suche mit Sorgfalt den richtigen Platz aus – nicht zu warm, nicht zu kalt, genügend Licht, bloß keine Zugluft. Beim Gießen achte ich darauf, weder zu viel noch zu wenig Wasser zu geben. Doch es hilft nichts: Der Weihnachtsstern hat immer etwas auszusetzen. Entweder ist es „zu nass“ oder „zu trocken.“
Dann kommt der unvermeidliche Moment: Erst rollen sich die Blätter ein, dann rieseln sie zu Boden. Zuerst noch zaghaft, dann ein regelrechter Abwurf. Ich schöpfe noch Hoffnung: Vielleicht erholt er sich ja? Aber nein. Ein kahles Gerippe steht da, das einst ein Weihnachtsstern war – ein stilles Zeugnis meines gärtnerischen Scheiterns.
Und trotzdem kann ich nicht anders. Jedes Jahr wage ich einen neuen Versuch – wie eine Romanze, die immer wieder enttäuscht und doch nie ganz endet.
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