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Kommentar
Petition gegen Asylunterkunft: Polarisierung statt Dialog
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Bad Brückenau – Pläne für eine Unterkunft für Geflüchtete in Bad Brückenau sorgen für Debatten. Die Petition einer Frau von der AfD dagegen spaltet die Stadt und wirft viele Fragen auf.

Die Geschehnisse in Aschaffenburg in dieser Woche erschüttern zutiefst. Sie treffen die Menschen emotional und stellen mit Nachdruck die Frage nach dem Umgang mit Asylsuchenden in den Raum.

Aktuell ist in der Stadt Bad Brückenau in der Ernst-Putz-Straße eine Asylunterkunft der Regierung von Unterfranken in Planung. Dort sollen zukünftig 65 Asylsuchende unterkommen.

AFD startet Petition gegen Asylheim

Dass nach Aschaffenburg das Vorhaben jetzt umso mehr in der Diskussion steht, ist mehr als verständlich. Und es ist besonders wichtig, dass sich Stadtrat und Bürgermeister damit auseinandersetzen.

In den sozialen Medien kursiert eine von einem AfD-Mitglied gestartete Petition gegen die Unterkunft, die allerdings schon vor der Tat in Aschaffenburg gestartet worden war. Die Begründungen gegen die Unterkunft sind zum Teil nachvollziehbar. Sorgen und Bedenken der Bürgerinnen und Bürger würden nicht ernst genommen und die unterschiedlichen Kulturen seien nicht mit dem Umfeld des Hauses vereinbar. Konkreter wird es im Petitionstext aber nicht.

Keine tiefgründige Beschäftigung

Und genau hier enden die Aussagen der Initiatorin der Petition, denn es geht in erster Linie darum, die Ängste weiter zu befeuern. Eine tiefergehende Beschäftigung ist nicht gewollt. Hier verbreiten politische Kräfte unter dem Deckmantel des Mitgefühls, dafür mit extremer Polarisierung und ganz bestimmten rhetorischen Mustern, ihre Propaganda.

Ja, es braucht einen neuen politischen Umgang mit Asylsuchenden. Egal, ob es die langwierigen Asylverfahren betrifft oder die Integration in den Arbeitsmarkt oder den Umgang mit Straftätern. Das ist alles andere als zufriedenstellend.

Bürgermeister und Stadt müssen Informationen einholen

Die schwierige Situation löst sich aber nicht in Luft auf, wenn rechte Parolen und menschen- und ausländerverachtende Kommentare, die Unterzeichner der Petition auf der Seite hinterlassen haben, verbreitet werden.

Und ja, die Situation ist so komplex, dass es einer intensiven Beschäftigung damit bedarf, zu der nicht jeder die Lust oder die Zeit hat. Das kann man auch verstehen.

Umso wichtiger ist es, dass sich die Verantwortlichen in der Stadt Gedanken machen, Informationen einholen und zur Verfügung stellen, um die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. Ein schneller Vor-Ort-Termin mit der Regierung von Unterfranken ist unabdingbar.

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