Am Montag wird es spannend – ein so groß angelegter Streik ist selten. Die Gewerkschaften Verdi und EVG (Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft) haben sich zusammengetan, nachdem beide in Tarifverhandlungen stecken.
Auch im Landkreis bleiben daher nicht nur Züge, sondern sogar Schulbusse stehen. Das ist für Pendelnde, Reisende und diesmal auch Eltern verständlicherweise total nervig: Irgendwie muss man auf die Arbeit und das Kind gleichzeitig in die Schule.
Harte Jobs und niedrige Löhne
Dennoch verstehe ich den Streik sehr gut. Die Gewerkschaften verhandeln für Menschen, die harte Jobs haben, sowie niedrige Löhne, die durch die Inflation immer geringer werden. Dazu kommt: die von der EVG vertretenen Angestellten verzichteten in der Pandemie auf angemessene Lohnsteigerungen.
Die EVG forderte nun eine Lohnsteigerung von zwölf Prozent, wohingegen die Bahn mit fünf Prozent gegenhielt. Zudem hat sie die bereits erkämpfte Möglichkeit, zwischen mehr Geld, mehr Urlaub oder einer Arbeitszeitverkürzung wählen zu können, infrage gestellt. Das geht so nicht.
Eine Sache von Wertschätzung
Derzeit haben wir zwei Probleme: Zum einen den Fach- und bald Arbeitskräftemangel, der sich aus Gründen der Demografie in den kommenden Jahren noch verschlimmern wird (0,5 Millionen weniger Arbeitskräfte jährlich), sowie die Bekämpfung des Klimawandels, die unter anderem einen funktionierenden Bus- und Bahnverkehr braucht.
Verbessern sich in Zukunft die Arbeitsbedingungen nicht, und bekommen die Angestellten mit solchen Angeboten seitens der Bahn ein Gefühl, nicht wertgeschätzt zu werden, wird sich die Situation nicht verbessern.
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