Bad Brückenau will, dass sich etwas ändert. Und zwar mit neuen Kräften. So lässt sich das Ergebnis vom Sonntagabend zusammenfassen.
Heribert Übelacker fuhr für die CSU ein historisch schlechtes Ergebnis ein. Offensichtlich stand der 55-Jährige zu sehr für das Alte, ein Weiter-so. Viele trauten dem soliden, bodenständigen Kandidaten nicht zu, die drängenden Probleme der Stadt zu lösen.
Kein Amtsbonus für Übelacker
Anders als Jochen Vogel konnte Übelacker nicht den CSU-Amtsbonus von Brigitte Meyerdierks nutzen. Und auch nicht mit Erfahrung in der Verwaltung punkten, auch wenn er zuletzt Verantwortung im Rathaus übernahm.
Wahlgewinner Marberg profitierte einerseits davon, als früherer Leiter von Bibliothek und Kulturamt in der Stadt bekannt zu sein. Andererseits war der 35-Jährige weit genug weg, um nicht mit dem Stillstand vergangener Jahre verbunden zu werden. Die Unbeliebtheit der SPD auf Bundesebene schlug nicht auf ihn durch.
Haustürwahlkampf zahlt sich aus
Gleichzeitig steckt hinter Marbergs Erfolg harte Arbeit. Freie Wochenenden opferte er dem Haustürwahlkampf, überzeugte durch seine eloquente Art. Viele nahmen ihm ab, auch als Zugereister die Stadt voranbringen zu wollen.
Dirk Stumpe punktete sicher mit seiner tiefen Verwurzelung in der Stadt. Ob der überbetonte persönliche Reifeprozess ihm nutzte oder schadete, ist kaum zu beurteilen. Die 35,73 Prozent sind für ihn ein gutes Ergebnis.
Kandidat muss CSU-Wähler für sich begeistern
Auffällig ist, dass die Kandidaten, die es in die Stichwahl schafften, in den sozialen Medien besonders aktiv waren. Manchmal zu viel. Wahlen gewinnt man heute auch am Smartphone.
Automatisch gesiegt hat Jan Marberg in der Stichwahl am 12. Mai aber nicht. Es kommt darauf an, wer die CSU-Wähler für sich begeistern kann. Auch die Wahlbeteiligung dürfte mitentscheiden. Dass sie höher als jetzt 52,56 Prozent liegt, ist angesichts von langem Wochenende und Muttertag nicht zu erwarten. Es wird wieder spannend.
Mehr zur Wahl in Bad Brückenau lesen sie hier:











