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Bürgermeisterwahl
Marberg und Stumpe in Stichwahl: Brückenau will den Wandel
Bürgermeisterwahl in Bad Brückenau geht in Stichwahl
Fokussiert auf die Anzeige der Wahlergebnisse: die Kandidaten für das Bad Brückenauer Bürgermeisteramt (von links vorne) Jan Marberg (SPD), Dirk Stumpe (PWG) und Heribert Übelacker (CSU). // Julia Raab
Bad Brückenau – Jan Marberg gewinnt die Wahl im Rhönstädtchen. Für die absolute Mehrheit reicht es aber nicht. In der Stichwahl am 12. Mai wollen der SPD-ler und Dirk Stumpe den letzten Schritt gehen.

Geschenke wurden keine verteilt an die Kandidaten Jan Marberg (SPD) und Dirk Stumpe (PWG) am Sonntagabend im Bürgerbüro des Bad Brückenauer Rathauses. Die beiden werden es verschmerzen. Dürfen sie doch in der Stichwahl am 12. Mai darauf hoffen, Bürgermeister zu werden. Heribert Übelacker als Kandidat der CSU musste sich eine krachende Niederlager eingestehen. Da halfen Blumen und Wein für ihn und seine Lebensgefährtin wenig. 

Laut vorläufigem Endergebnis, das um 18:48 Uhr feststand und am Montag korrigiert wurde, kam Marberg auf 43,31 Prozent der Stimmen, Stumpe auf 34,63 Prozent. Auf Übelacker entfielen lediglich 22,09 Prozent der Voten. Die Wahlbeteiligung in Bad Brückenau lag bei wiederum schwachen 52,56 Prozent.

Endergebnis zeichnet sich früh ab

Das starke Ergebnis für Jan Marberg hatte sich schon rund eine Viertelstunde nach Schließung der Wahllokale abgezeichnet. Nach Auszählung der rund 780 Stimmen der Urnen-Wahllokale Grundschule, Wernarz, Römershag und Volkers lag der SPD-Kandidat mit 45,56 Prozent schon weit vorn. Stumpe folgte mit 31,53 Prozent, Übelacker schon etwas abgeschlagen mit 22,91 Prozent.

Der Trend verstetigte sich in den folgenden Minuten, als der erste von drei Briefwahlbezirken dazukam. Wobei Dirk Stumpe doch etwas aufholte und um 18:31 Uhr mit 34,98 Prozent etwas näher an Marberg (44,13) heranrückte.

Trend kehrt sich nicht mehr um

Auffällig: Zu diesem Zeitpunkt fehlte immer noch der noch einzig offene Urnenwahlbezirk - die Georgi-Kurhalle. Normalerweise stehen die Ergebnisse der Präsenzwahlbezirke als erstes fest; die Auszählung der Briefwahl dauert etwas länger, weil die Stimmzettel ja erst von ihren Umschlägen befreit und sortiert werden müssen. Und vor vier Jahren hatten die Briefwähler durchaus eine Wende zugunsten von Jochen Vogel (CSU) bewirkt.

Doch als um 18:38 Uhr die Georgihalle gemeldet war und nur noch zwei Briefwahlbezirke offen blieben, wurde klar: Den Trend ändert das nicht mehr. Auch wenn Heribert Übelacker mit 22,16 Prozent noch leicht aufholte.

Marberg ist „freudig überrascht"

Als Wahlleiter Michael Worschech um 18:48 Uhr das vorläufige Endergebnis der Bürgermeisterwahl  offiziell verkündete, nahmen die Kandidaten das äußerlich unberührt auf. Im Gespräch mit dieser Redaktion wirkte das schon etwas anders.

Bürgermeisterwahl in Bad Brückenau geht in Stichwahl
2. Bürgermeister Jürgen Pfister verabschiedet den unterlegenen CSU-Kandidaten Heribert Übelacker aus dem Bürgermeister-Rennen. am 12. Mai entscheidet die Stichwahl, ob Jan Marberg oder Dirk Stumpe Nachfolger von Jochen Vogel werden. // Julia Raab

Wahlsieger Jan Marberg war „freudig überrascht. Die Stichwahl war mein Ziel; aber so ein gutes Abschneiden hätte ich doch nicht erwartet." Aus Sicht des 35-Jährigen ist die Wahlkampagne gut verlaufen; der Straßenwahlkampf habe sich ausgezahlt. „Jetzt heißt es trotz des guten Ergebnisses demütig bleiben und die nächsten Tage weiter die  Bürgernähe ausbauen."

Stumpe hat mit Stimmenverteilung so nicht gerechnet

Dirk Stumpe wirkte doch ein wenig enttäuscht: „Ich habe zwar mit einer Stichwahl gerechnet; aber so eine Stimmenverteilung hätte ich nicht erwartet." Dass CSU-Kandidat Heribert Übelacker so schlecht abschneidet, hätte der PWG-Mann selbst nicht erwartet.

Für den 49-Jährigen heißt es jetzt, „den Stimmenabstand zu Jan Marberg aufzuholen". Das werde nicht leicht, vor allem auch, weil die Stichwahl an einem langen Wochenende stattfinde und und viele Wähler nicht in Bad Brückenau seien. Mit einer höheren Wahlbeteiligung rechnet Stumpe daher nicht.

Enttäuschter Übelacker kann sich Niederlage nicht erklären

Und wie ging es dem doch überraschenden Wahlverlierer am Sonntagabend? Natürlich war Heribert Übelacker sehr enttäuscht. „Ich ging eigentlich davon aus, dass ich mit meinen Themen durchdringen kann. Scheinbar ist es mir nicht geglückt. Das tut mir leid." Nun wünscht der CSU-Mann den beiden anderen Bewerbern in der Stichwahl „das nötige Fortune und das Rückgrat, das alles durchzustehen, was sie versprochen haben".

Eine Erklärung für sein schwaches Ergebnis wusste Übelacker direkt nach Verkündigung des Wahlergebnisses nicht. Man müsse das analysieren, wo welche Stimmen verloren gegangen seien. Auch habe er aktuell keine Antwort, warum sich die Stammwählerschaft der Christsozialen in Bad Brückenau nicht wie erhofft hat mobilisieren lassen. Übelacker hatte gehofft, dass seine jüngste Arbeit im Bad Brückenauer Rathaus sich stärker in Wählerstimmen niederschlagen würde. 

Berufssoldat geht wie geplant in den Ruhestand

„Vielleicht spielt da auch ein bisschen die Historie eine Rolle", vermutete der 55-Jährige einen Zusammenhang mit der nicht ganz glücklichen Amtszeit von Jochen Vogel, der sich übrigens die Entwicklung der Wahlergebnisse live im Rathaus anschaute.

Für Heribert Übelacker greift jetzt der Plan, den er schon vor seiner Nominierung für die CSU verfolgt hatte: Zapfenstreich bei der Bundeswehr in Wildflecken am 30. September, Versetzung in den Ruhestand. Dann will er die Dinge genießen, die er sich damals schon vorgenommen habe. Und in der Kommunalpolitik sei er ja weiter als Stadtrat präsent.

Pfister wünscht sich höhere Beteiligung bei Stichwahl

Wie bereits erwähnt: Mit 52,56 Prozent war die Wahlbeteiligung „enttäuschend", wie der Stellvertretende Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) am Ende des Wahlabends feststellte. Für die Stichwahl am 12. Mai wünschte er sich, „dass die Beteiligung um einige Prozente zunimmt". Auch dankte er für den fairen Wahlkampf.

So oder so werden die Bad Brückenauer in zwei Wochen wissen, wer ihr neuer Bürgermeister wird. Und dann gibt es auch für die verbliebenen Kandidaten Geschenke.

 

Die Porträts der verbliebenen Kandidaten für die Bad Brückenauer Bürgermeisterwahl finden Sie hier:

 

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