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Meinung
Flüchtlinge in Wildflecken: Ein ganz langer Weg
Steffen Standke
Steffen Standke // FT
Wildflecken – Die Integration von Flüchtlingen in die deutsche Gesellschaft stellt sich als riesige Aufgabe heraus – nicht nur in Wildflecken.

Im November 2021 – lange vor der Ankunft der Flüchtlinge mit besonderem Schutzstatus in Wildflecken – hatte ich vermutet, dass die Integration dieser Menschen leichter gelingt. Weil sie als afghanische Ortskräfte mit deutscher Kultur in Berührung gekommen sind, unsere Sprache sprechen.

Ich habe mich gründlich geirrt. Die Eingliederung der Bewohner der Rothenrainer und Dörrenbergstraße wird um keinen Deut anders als die der vielen anderen Flüchtlinge, die wieder verstärkt nach Deutschland einreisen.

Das liegt weniger daran, dass offensichtlich doch keiner im Übergangswohnheim deutsch kann (einige haben für die Regierung gearbeitet und/oder einen westlichen Lebensstil gepflegt, sprechen englisch). Oder dass sie sich nicht in die hiesige Gesellschaft einbringen wollen. Aber sie werden sich selbst überlassen; man macht nichts mit ihnen.

Wie kann es sein, dass diese Menschen monatelang auf einen offiziellen Deutschkurs warten müssen? Wo doch die Sprache wichtigste Voraussetzung ist für die Jobsuche. Wo hiesige Unternehmen dringend geeignetes Personal suchen.

Wieso müssen pensionierte Lehrer den Flüchtlingen ein paar Brocken deutsch beibringen, damit sie sich wenigstens ein bisschen verständigen können?Wieso bekommen nicht wenigstens die Kleinsten die Chance, die Sprache in Kindergärten und -krippen spielerisch zu erlernen, weil Betreuungsplätze fehlen?

Das Beispiel Wildflecken (und nicht nur das) zeigt, woran es der deutschen Flüchtlingspolitik mangelt: Wir sind nicht vorbereitet, haben uns geweigert, Zuwanderungsland zu sein. Der gescheiterte Flüchtlingsgipfel bestärkt den Eindruck leider.

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