Gut eine Woche ist der Mittwoch her, an dem Donald Trump zum zweiten Mal zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt worden ist und am selben Abend mit dem Rauswurf von Finanzminister Christian Lindner die Ampel-Regierung in Berlin gescheitert ist.
Auch wenn man mit einem gesunden Grundpessimismus mit Beidem hat rechnen müssen, war ich an dem Abend so bedient, dass ich nicht einmal mehr Nachrichten schauen wollte. Lieber in der Wohnung einschließen, Augen und Ohren zuhalten und so tun, als wäre die Welt nicht völlig am Durchdrehen.
Es hat ein paar Tage gedauert
Das ist so ein Tag gewesen, an dem ich Menschen verstehen kann, die sagen, dass sie lieber kinderlos bleiben möchten. Es hat ein paar Tage gedauert, aber inzwischen gelingt es, mit Zynismus und Galgenhumor angemessen auf diesen bedrohlichen Mumpitz zu reagieren.
Die Träume von Lindner und Scholz
Es ist zum Beispiel wirklich rührend, dass Olaf Scholz und Christian Lindner beide noch Träume haben. Lindner etwa hat als Ziel für die wahrscheinlichen Neuwahlen ein zweistelliges Ergebnis seiner FDP ausgegeben. Scholz sieht gar gute Chancen, dass die SPD bei der Wahl die stärkste Partei wird. Klasse, da können der Kanzler und sein Ex-Finanzminister ihre Wahlerfolge direkt mit der Deutschen Fußballmeisterschaft des VfL Bochum und dem Aufstieg des 1. FC Köln, von Schalke 04 und des HSV feiern.
Den Amerikanern wünsche ich gute Historiker, die später einmal erklären können, wie es Trump geschafft hat, erneut Präsident zu werden, trotz Sturm auf das Kapitol und diverser strafrechtlicher Verurteilungen.
Und sonst? Ich möchte daran erinnern, dass es Menschen gibt, die zusätzlich zu diesem Wahnsinn auch noch Fans des 1. FC Nürnberg sind - hartes Schicksal.
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