Da treten acht Gemeinderäte zurück. Mehr als die Hälfte des Gemeinderates wirft in Motten hin. Dem steht eine Bürgermeisterin gegenüber, die – zumindest nach außen hin – keinerlei persönliche Verantwortung für diese Entwicklung in der ihr anvertrauten Gemeinde und Gemeindeverwaltung zu sehen scheint.
Zwischenmenschliches Fehlverhalten, Mangel an Kommunikationsfähigkeit und Stagnation in der Entwicklung der Gemeinde – sind die Vorwürfe der zurück getretenen Gemeinderätinnen und -räte an Bürgermeisterin Katja Habersack.
Wo bleibt die persönliche Verantwortung?
Unserer Redaktion gegenüber geht sie auf Fragen zu persönlicher Verantwortung aus dem Weg. Stattdessen verweist sie stoisch und in knappen Worten auf ihre – rechtlich gesehen – weiße Weste.
Ja, es stimmt, die Rechtsaufsicht des Landratsamtes Bad Kissingen hat ihr bescheinigt, dass sie fachlich und rechtlich keine Fehler gemacht habe.
Doch das ist in diesem Fall eindeutig zu wenig. Ein Rückzug, ein Verstecken hinter eingehaltenen Gesetzen, Vorschriften und Paragrafen zeugt nicht gerade von menschlicher Größe.
Natürlich muss eine Bürgermeisterin, ein Bürgermeister innere Reflexionsarbeit nicht in epischer Breite mit der Presse teilen. Dennoch, Fehler oder Versäumnisse einzugestehen – so unangenehm das auch sein mag – ist kein Zeichen von Schwäche und Versagen, sondern von Charakter und Stärke, ja letztlich von Menschlichkeit.
Diese Softskills werden von der Rechtsaufsicht nicht geprüft. Sie sind aber unbedingt notwendig, um eine Gemeinde in eine gute Zukunft führen zu können.









