Es sollte ein Neustart für die Außenvermarktung sein – Symbol und zugleich Verstärker für eine Aufbruchstimmung in der Stadt werden. 20.000 Euro hatte der Stadtrat im vergangenen Jahr bewilligt, um ein neues Corporate Design für das Marketing der Stadt erarbeiten zu lassen. 14.280 Euro davon wurden zwischenzeitlich investiert um das neue Design auf den Weg zu bringen. Der entscheidende Schritt der Umsetzung wurde im Stadtrat nun jedoch abgelehnt.
Neun Stimmen dafür, neun Stimmen dagegen
Denkbar knapp fand der Antrag im Gremium keine Mehrheit und gilt gemäß bayerischer Gemeindeordnung damit als abgelehnt.
Nachdem der Stadtrat in der Februarsitzung nach der Vorstellung der neuen Designlinie durch die Agentur CreArt aus Fulda hinsichtlich möglicher Folgekosten noch unsicher war, wurde der Antrag über eine Entscheidung zur Umsetzung zurückgestellt. Die möglichen Folgekosten einer Umstellung auf ein neues Design und Logo sollten zunächst besser ausgearbeitet werden. Diese Zahlen lagen in der Sitzung am Donnerstag vor.
Tourismus-Budget deutlich gekürzt
Die Leiterin der Tourist-Information, Britta Heim, erläuterte, dass das Gesamtbudget für das Stadtmarketing im Haushalt für 2024 von zuvor circa 140.000 Euro auf weniger als die Hälfte, rund 60.000 Euro, gekürzt worden war. Auch angesichts dieser massiven Kürzung habe sich die Tourist-Information beispielsweise mit dem Neudruck von Flyern und Broschüren, die auch in einer immer digitaler werdenden Welt weiterhin ein wichtiger Baustein im Marketing seien, zurückgehalten. „Das wäre Geldverbrennung gewesen“, verwies Britta Heim darauf, dass schon seit längerer Zeit über ein neues Design zumindest nachgedacht wurde und man daher keine unnötigen Ausgaben für teils hohe Druckkosten tätigen wollte.
Flyer und Broschüren müssen gedruckt werden
Der Start der neuen Tourismussaison sei jedoch bereits in vollem Gange, sodass die Tourist-Information nun dringend Druckaufträge herausgeben müsse, um wenigstens im Sommer den Gästen und Interessenten gegenüber nicht mit leeren Händen dazustehen. Auch die Reprädikatisierung als Bad spiele hier bei den Werbemitteln zum Thema Nordic Walking eine Rolle.
Monika Wiesner (CSU) verwies auf die veranschlagten Gesamtkosten für die Umstellung auf das neue Corporate Design in Höhe von 42.000 Euro und riet Bürgermeister Jan Marberg (SPD) und den anderen Stadträten dazu, durch die Stadt zu gehen und mit den Bürgern zu sprechen. Der Bürger frage in Betracht der finanziellen Lage nämlich: „Wofür brauchen wir ein neues Logo? Was bringt uns das?“
In der Sitzung geht es eigentlich um 10.000 Euro Kosten
Florian Wildenauer (SPD) fragte, wie hoch die tatsächlichen Mehrkosten im Vergleich dazu seien, wenn man einfach mit dem alten Design weiterarbeiten würde. Dieser liege ungefähr bei 10.000 Euro, da viele Arbeiten wie die inhaltliche Neugestaltung von Web-Texten, Flyern und Broschüren ohnehin anfielen, klärten Heim und der städtische Kämmerer Andreas Braun auf. „Wir sprechen in dieser Sitzung also von 10.000 Euro und nicht von 42.000 Euro“, bemühte Wildenauer sich, die tatsächliche finanzielle Mehrbelastung durch ein Re-Design zu relativieren.
Dirk Stumpe greift Bürgermeister an
Dirk Stumpe (fraktionslos) brachte wie in der vergangenen Sitzung den Vorwurf ein, Bürgermeister Marberg habe bereits im Vorfeld Entscheidungen in Bezug auf die Favorisierung eines Logo-Entwurfs getroffen und bezog sich dabei auf persönlichen Schriftverkehr mit Marberg. Dieser verneinte erneut, erklärte, es habe sich um Details gehandelt und bot an, den angesprochenen Schriftverkehr auf Wunsch vorzulesen, was gleichwohl nicht eingefordert wurde.
In der Folge drehte sich die Diskussion im Rat vorwiegend um die verschiedenen Interpretationen der möglichen Mehr- und Gesamtkosten sowie um die grundsätzliche Frage, ob eine der drei vorgestellten Logovarianten überhaupt gefällt.
Antrag abgelehnt
Zuletzt stand die Abstimmung, in der es zum entscheidenden Unentschieden kam. Während jedoch im Fußball bei einem 9:9 beide Mannschaften zumindest mit einem zusätzlichen Punkt vom Platz gehen, geht in der Kommunalpolitik nur einer vom Platz. Der Antrag, abgelehnt, ohne Möglichkeit auf Wiedereinwechslung. „Der Beschluss ist endgültig, die Arbeit war umsonst und damit leider auch der Arbeits- und Kosteneinsatz, den die Stadt dafür getragen hat“, resümierte Bürgermeister Marberg am Folgetag im Gespräch enttäuscht.











