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Personalie
Bad Brückenau: Vorbild in Sachen Klimaschutz
Alisa Knüttel wirft gerne einen Blick auf ihre Heimatstadt Bad Brückenau. Sie ist die neue Klimaschutzmanagerin.
Alisa Knüttel wirft gerne einen Blick auf ihre Heimatstadt Bad Brückenau. Sie ist die neue Klimaschutzmanagerin. // Julia Raab
Bad Brückenau – Die Stadt Bad Brückenau hat eine Klimaschutzmanagerin. Alisa Knüttel erarbeitet in den kommenden zwei Jahren ein Klimaschutzkonzept. Was sie sonst noch plant.

Der Blick über Bad Brückenau ist ein schöner. Die Innenstadt hat an manchen Ecken ein besonderes Flair. Alisa Knüttel schaut gerne aus dem Fenster ihres neuen Büros im Rathaus. Ihre Heimat betrachtet sie aber meist noch mit anderen Augen: Wie klimafreundlich sind die Gebäude? Wo sind Einsparungen möglich? 

Seit Anfang Juli ist die 26-Jährige bei der Stadt als Klimaschutzmanagerin tätig. Der Stadtrat hat sich bereits im vergangenen Jahr für die mit 100 Prozent geförderte Stelle ausgesprochen. Wenig hat Knüttel nicht zu tun. 

Genau zum richtigen Zeitpunkt

Das Gegenteil ist der Fall: „Täglich flattern hier neue Fördermöglichkeiten und politische Vorgaben rein“, beschreibt sie die besonders dynamische Situation in Deutschland. 

„Da ist es von großem Vorteil, wenn jemand einen Blick darauf hat“, sagt der amtierende Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG). Er freut sich über die Unterstützung in Person von Alisa Knüttel, die Architektur studierte und einen Master of Engineering an der Universität Würzburg abgeschlossen hat. 

Vorerst befristete Stelle

Bad Brückenau ist nicht nur ihre Heimatstadt, sie absolvierte auch ihre Masterarbeit vor einigen Jahren zur Zukunft des hiesigen Bahnhofsareals bei den Architekten Schlicht und Lamprecht. Anschließend arbeitete sie zwei Jahre für das Architektenbüro. 

Ihre Stelle bei der Stadt ist zunächst auf zwei Jahre befristet und ist an Bedingungen gekoppelt: In dieser Zeit muss ein Klimaschutzkonzept für die Stadt erstellt werden. Zu den Inhalten erklärt sie: „Zunächst geht es um eine Bestandsaufnahme der städtischen Gebäude und wie hoch die Energieverbrauche und die CO2-Emissionen liegen.“ 

Mängel an städtischen Gebäuden feststellen

Darauf aufbauend sollen Potenziale ermittelt und schließlich Strategien und Maßnahmen entwickelt werden. Angesiedelt ist der Klimaschutz der Stadt im Bauamt. Dort arbeitet Knüttel eng mit den Mitarbeitern zusammen, die für Gebäudemanagement und Stadtentwicklung zuständig sind. 

„Genau zur richtigen Zeit“, sagt Pfister zur Neueinstellung der Klimaschutzmanagerin und bezieht sich auf die vielen städtischen Gebäude, die in nächster Zeit angegangen werden müssen – sei es wegen Mängeln oder Brandschutzvorgaben. Rathaus, Musikschule, Altes Rathaus, Georgi-Halle: Das alles sind Gebäude, die dringend und zumindest teilweise sanierungsbedürftig sind. 

Viele sanierungsbedürftige Gebäude

Wie das alles finanziert werden soll, darüber hat Pfister, der aktuell Bürgermeister Jürgen Vogel (CSU) vertritt, noch keine Vorstellung. Ein weiterer Teil von Knüttels Arbeit besteht auch darin, in Kontakt mit der Bevölkerung zu gehen: „Wir planen eine Energieberatung für Eigentümer und möchten zusammen mit dem Landkreis die Bürger mehr ins Boot holen.“ 

Denn fällt der Blick beispielsweise auf die Hausdächer der Stadt, so seien nicht alle Möglichkeiten genutzt. Oftmals fehlten Informationen zum Aufbau von eigenen Solaranlagen. „Das ist so komplex, weil es auch sehr individuelle Antworten auf die Bedürfnisse gibt“, sagt Knüttel.
Hilfe für Bürgerinnen und BürgerErst kürzlich hat das Klimaschutzmanagement des Landkreises ein Solar- und Gründachkataster erstellt. „Hier kann jeder Hauseigentümer errechnen, was auf dem eigenen Dach möglich ist und wie die Leistung sein könnte“, sagt sie. 

Zusammenarbeit mit Stadtwerken

Für die nächsten Tage stehen noch viele Treffen  an. Sie stellt sich den Bürgermeistern der Rhönallianz vor, und kommende Woche soll zudem ein Treffen mit dem Referat für Natur und Umwelt im Stadtrat stattfinden. Dabei geht es um die Renaturierung der Bad Brückenauer Wasserflächen. Eines ist sicher: Langweilig wird es in den kommenden zwei Jahren für die Klimaschutzmanagerin  nicht. 

Ein weiterer Punkt ist Knüttel wichtig: Gemeinsam mit den Stadtwerken als regionaler Energieversorger möchte sie auf mögliche Alternativen blicken. Der Termin mit dem Geschäftsführer der Stadtwerke, Thorsten Zwingmann, findet ebenfalls in Kürze statt. Die Frage sei hier: „Wo können wir ansetzen, und was für Alternativen gibt es?“ 

Weitere Informationen:  Ist mein Dach für Solar geeignet? Seit Kurzem bietet der Landkreis Bad Kissingen ein Solar- und Gründachdachkataster für die Bürger an. Einfach und kostenlos können Eigentümer das Potenzial Ihrer Dachfläche unter www.solarkataster-kg.de ermitteln.

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