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Sanierungen in Oberwildflecken
Bauen am Fuße des Kreuzbergs
Oberwildflecken
Die umfangreichen Baumaßnahmen am Fuße des Kreuzbergs in Oberwildflecken sorgen für Diskussionsstoff im Wildfleckener Marktgemeinderat. // Sebastian Schmitt
Wildflecken – Die Sanierung von Gartenweg und Schlesierstraße in Oberwildflecken so wie die Straßenbeleuchtung Am Auershof sorgten für längere Diskussionen. Warum manche Vorhaben vertagt wurden.

Bürgermeister Daniel Kleinheinz nutzte die jüngste Sitzung des Marktgemeinderats Wildflecken zunächst für einen Rückblick auf das Anfang Juni veranstaltete Rhön-Festival auf dem Fest- und Sportgelände. Das viertägige Benefizfestival stand unter dem Motto „Mission Kissinger Hütte“ und wurde zugunsten des Wiederaufbaus der abgebrannten Kissinger Hütte veranstaltet. Rund 25 Bands und Künstler traten ohne Gage auf. Die Einnahmen kommen dem Wiederaufbau zugute.

Kleinheinz sprach allen Beteiligten seinen ausdrücklichen Dank aus. Besonders hob er das Organisationsteam um Tim Weikard, Jan Weikard und Tobias Fröhlich hervor, das über viele Monate hinweg das Großereignis vorbereitet hatte. Ebenso dankte er den Feuerwehren, den Mitarbeitern des Bauhofs und der Verwaltung, den Helferinnen und Helfern sowie den Vereinen. Ein Dank galt auch den Einsatzkräften von Polizei und Rettungsdienst.

Viel Verständnis der Anwohner

Besonders hob Kleinheinz auch die Bürgerinnen und Bürger der Marktgemeinde hervor. Während der Festivaltage habe es ein außergewöhnlich hohes Verkehrsaufkommen gegeben. Dennoch seien die damit verbundenen Einschränkungen von den Anwohnern mit großer Geduld und Verständnis getragen worden. Wildflecken habe gemeinsam mit den vielen Unterstützern bewiesen, „dass wir gemeinsam etwas bewegen können“.

Anschließend befasste sich der Marktgemeinderat mit einem weiteren Punkt der laufenden Straßensanierung im Gartenweg in Oberwildflecken. Im Zuge der Bauarbeiten sind dort rund 1100 Tonnen Boden- und Steinmaterial angefallen. Nach den bisherigen Untersuchungen weist das Material die Einstufung Z2 auf und kann deshalb nicht wieder im Straßenbau verwendet werden. Eine fachgerechte Entsorgung ist erforderlich.

Die Kosten fallen höher aus

Die ursprünglich kalkulierten Entsorgungskosten lagen bei rund 51.913,75 Euro. Dieser Betrag war bereits in den Berechnungen des Ingenieurbüros Köhl berücksichtigt worden. Vorgesehen war zunächst, die Entsorgung durch die Firma Beuerlein durchführen zu lassen. Inzwischen hat sich jedoch gezeigt, dass die tatsächlichen Kosten deutlich höher ausfallen könnten.

Zusätzlich spielt die Koordinierung eine wichtige Rolle. Sollte die Entsorgung erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, müssten zusätzliche Kosten für Verladung und Baustelleneinrichtung berücksichtigt werden, da die ausführende Baufirma Stolz dann nicht mehr vor Ort ist.

Vor diesem Hintergrund entschied sich der Marktgemeinderat gegen eine sofortige Auftragsvergabe. Stattdessen soll zunächst eine erneute Beprobung des vorhandenen Erdmaterials erfolgen. Erst dann soll über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Dann ging es um die Sanierung der Schlesierstraße in Oberwildflecken. Wie bereits im Juli 2025 beschlossen, soll sie noch in diesem Jahr beginnen. Parallel zur Straßensanierung wird das Bayernwerk die bisherige Dachverkabelung in den Straßenkörper beziehungsweise in die Gehwegbereiche verlegen. So soll die Stromversorgung moderner und weniger störanfällig werden.

Im Zuge dieser Arbeiten sollen auch Teile der Straßenbeleuchtung erneuert werden. Zwischen der unteren Einmündung in die Kreuzbergstraße und der Schulstraße befinden sich derzeit ältere Peitschenmasten aus Beton. Diese sollen schrittweise ersetzt werden. Die Verwaltung empfahl deshalb, die Arbeiten unmittelbar im Rahmen der laufenden Tiefbaumaßnahmen ausführen zu lassen. Auf diese Weise könnten spätere Aufgrabungen vermieden werden.

Braucht es so viele Leuchten?

Das vorgelegte Angebot der Bayernwerk Netz GmbH beläuft sich auf insgesamt 30.867 Euro brutto. Vorgesehen sind zehn neue Leuchtstellen entlang der Schlesierstraße.

Der Marktgemeinderat stimmte der Beauftragung zu. Gleichzeitig wurde jedoch festgelegt, die Zahl der vorgesehenen Leuchten nochmals kritisch zu hinterfragen. Dabei soll untersucht werden, ob tatsächlich alle zehn neuen Standorte erforderlich sind.

Vertagt wurde auch die geplante Erweiterung des Straßenbeleuchtungsnetzes im Bereich Am Auershof. Bereits Anfang Juni hatte der Marktgemeinderat beschlossen, im Zuge der Ortsnetzverkabelung durch die Bayernwerk Netz GmbH zusätzliche Niederspannungsleitungen mitverlegen zu lassen. Ziel war es, die Voraussetzungen für eine spätere Ergänzung von Straßenlaternen im Bereich der Anwesen Am Auershof zu schaffen, ohne später erneut Tiefbauarbeiten durchführen zu müssen.

In der Zwischenzeit hat das Bayernwerk ein weiteres Angebot vorgelegt. Dieses sieht vor, auch den Bereich um die Hausnummern sieben und acht entsprechend vorzubereiten. Allerdings würden die Kosten erheblich steigen. Während die ursprünglich beschlossene Maßnahme mit rund 4642 Euro veranschlagt worden war, würde die erweiterte Variante nun Kosten in Höhe von 19.303 Euro verursachen.

Mit Anwohnern sprechen

Die Verwaltung hatte zunächst vorgeschlagen, die Erweiterung umzusetzen. Im Rat bestand jedoch weiterer Klärungsbedarf. Die Mitglieder waren der Auffassung, dass zunächst nochmals die Notwendigkeit der Maßnahme überprüft werden müsse. Vor einer Entscheidung sollen deshalb Gespräche mit den betroffenen Anwohnern geführt werden. „Mir wird das Ganze nun doch ein bisschen zu teuer“, sagte zweiter Bürgermeister Herbert Nowak. Erst nach dieser Abstimmung will sich der Marktgemeinderat erneut mit dem Thema befassen und über das weitere Vorgehen entscheiden.

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