Über die hohe Zahl an angereisten Traktoren waren am Freitagabend selbst die Landwirte überrascht. Die Demo im Rahmen der Protestwoche hatte sich - obwohl kurzfristig geplant - wohl in Windeseile herumgesprochen. Jonas Werner aus Eltingshausen erklärt, dass die Zusammenkunft über Mundpropaganda bekannt gemacht wurde. Dass dann nach Schätzungen der Landwirte zeitweise bis zu 60 Traktoren rund um das Sportzentrum standen, hatte scheinbar niemand erwartet.
Warten auf die Bundestagsabgeordnete
Trotzdem verlief alles friedlich und kooperativ, bestätigt die Polizei vor Ort. Die anfangs durch die hohe Zahl der angefahrenen Traktoren etwas unübersichtliche Situation ließ sich offensichtlich ohne Komplikationen bereinigen. Ein großer Teil der Landwirte wurde davon überzeugt, zeitnah wieder wegzufahren. Einige blieben und hatten bis unmittelbar vor Veranstaltungsbeginn noch gehofft, dass die Bundestagsabgeordnete Manuela Rottmann (Grüne) zum Neujahrsempfang in Münnerstadt kommen wird. Sie hätten gerne mit ihr geredet, sagen sie. Doch daraus wurde nichts. Die Abgeordnete hatte sich für den Neujahrsempfang entschuldigt.
Keine Störung der Veranstaltung
Im Innern der Mehrzweckhalle ist von der Demo nichts mehr zu merken. "Wir wollen ja die Veranstaltung nicht stören", sagt Landwirt Jonas Werner aus Eltingshausen draußen auf dem Parkplatz. Die zuletzt noch verbliebene Gruppe von Bauern hatte ihre Traktoren in Reih und Glied auf dem Parkplatz des Sportzentrums abgestellt. Anwohner des Karlsberges sprechen von einem Hupkonzert, das mit der Anfahrt zuvor verbunden gewesen war.
Sicherheit gewährleistet
Bürgermeister Michael Kastl hatte am Nachmittag von der Demo erfahren - inoffiziell, wie er sagt. Irgendwie habe er damit gerechnet, dass die Protestwoche beim Neujahrsempfang enden könnte. Wichtig war ihm vor allem, dass alle Gäste sicher ankommen. Das sei der Fall gewesen. Und er selbst habe die Halle rechtzeitig erreicht, obwohl er auf der Fahrt dorthin mitten in dem aus Richtung Bad Königshofen kommenden Trecker-Konvoi steckte.
Bold: Ein Problem des ländlichen Raums
Nachvollziehen kann Landrat Thomas Bold die Proteste der Bauern. Es sei ihr Recht zu demonstrieren. Die Probleme der Landwirte sind für ihn ein Problem des gesamten ländlichen Raumes, erklärt er dann allen Gästen beim Neujahrsempfang. Der Landkreis setze beim Tourismus auf Regionalität. Deshalb brauche es hier Landwirte und Gastronomie. "Wir wollen am Ende nicht nur Landschaftspfleger bezahlen", so Bold.










