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Widerspruchslösung Organspende
Abgeordnete um Sabine Dittmar legen Gesetzentwurf vor
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Sabine Dittmar ist seit Langem eine Verfechterin der Widerspruchslösung beim Thema Organspende. // Thomas Möller/Büro Sabine Dittmar
Berlin/Maßbach
Berlin/Maßbach – Mehr als 8000 Menschen hoffen derzeit auf ein lebensrettendes Organ. Ein neues Gesetz könnte ihnen schon bald Hoffnung geben. Die SPD-Abgeordnete aus Maßbach gehört zu den Initiatoren.

Eine Gruppe Abgeordneter um die unterfränkische SPD-Politikerin Sabine Dittmar hat am Donnerstag einen Gesetzentwurf zu einer Organspende-Reform beim Bundestag eingereicht. Kern des Papiers ist die Einführung der sogenannten Widerspruchsregelung.

Das bedeutet: Wer zu Lebzeiten einer Organspende nicht widersprochen und auch keine andere Entscheidung dokumentiert hat, soll künftig nach dem Tod grundsätzlich als potenzieller Organspender gelten. In Deutschland ist bislang eine Organentnahme nur dann zulässig, wenn die Person zu Lebzeiten zugestimmt hat.

Mehr Spenden, aber es reicht nicht

2025 stieg die Zahl der Organspenden in Deutschland auf den höchsten Stand seit 2012: Laut Daten der Deutschen Stiftung Organtransplantation spendeten 985 Menschen nach ihrem Tod insgesamt 3020 Organe. Transplantiert wurden vor allem Nieren (1495), Lebern (823), Herzen (315) und Lungen (308).

Dennoch betont Dittmar: „Wir haben in Deutschland seit Jahren zu wenig Organspenden.“ Denn weiterhin müssten „viele Menschen oft über Jahre auf ein lebensrettendes Organ warten“, so die Gesundheitspolitikerin und Ärztin aus Maßbach (Lkr. Bad Kissingen). Aktuell stünden mehr als 8000 Betroffene auf der Warteliste. „Jeden Tag sterben im Schnitt zwei von ihnen, weil es für sie kein passendes Spenderorgan gibt.“

In den meisten Ländern Europas gilt schon die Widerspruchslösung

„Wir müssen alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Zahl der Organspenden zu erhöhen“, so Dittmar weiter. „Die Widerspruchsregelung ist dabei ein wichtiger Baustein.“ Dass nun ein entsprechender Gesetzentwurf eingereicht worden sei und von knapp 250 Abgeordneten von Union, SPD, Grünen und Linken unterstützt werde, wertet die 61-Jährige als „ein wichtiges Signal“ für all diejenigen, die auf ein lebensrettendes Organ warten.

Nun kann der Bundestag direkt nach der Sommerpause über den Gesetzentwurf beraten. In den meisten europäischen Ländern gilt bereits eine Widerspruchslösung. Sie habe sich dort bewährt, so Dittmar.

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