Die Ergebnisse der diesjährigen Kommunalwahl wurden vor allem in Euerdorf und Sulzthal mit Spannung erwartet. In diesen Gemeinden hatten sich die bisherigen Bürgermeister nicht mehr zur Wahl gestellt. Die große Frage: Wer tritt die Nachfolge von Peter Bergel in Euerdorf und August Weingart in Sulzthal an?
Euerdorf
Heike Vogt ist neue Bürgermeisterin von Euerdorf. Die Wahl war in diesem Jahr besonders interessant, weil Vogt (Bürgerblock Euerdorf) und der bisherige dritte Bürgermeister Michael Fell (CSU/FWG) sich erstmals um den Chefsessel im Rathaus beworben hatten.
Vogt erzielte 67,9 Prozent, der Elektroingenieur Fell (49) kam auf 32,1 Prozent. Damit tritt die 47-jährige Heike Vogel die Nachfolge von Peter Bergel (Bürgerblock Euerdorf) an, der nicht mehr zur Wahl angetreten war. Der Mediziner Bergel hatte sich 2020 mit 64,6 Prozent gegen Amtsinhaberin Patricia Schießer (CSU/FWG) durchgesetzt.
Wartmannsroth
Faustdicke Überraschung in Wartmannsroth: Der bisherige zweite Bürgermeister Markus Koberstein (43, Wählergemeinschaft Windheim) schlägt den Amtsinhaber Florian Atzmüller (CSU) ganz knapp und wird neuer Bürgermeister. Koberstein erreichte nach dem vorläufigen Endergebnis 51,3 Prozent der Stimmen. Der gelernte Verwaltungsfachwirt (FH) Atzmüller erhielt 48,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 79,7 Prozent.
"Knapper geht's nicht!", sagte der neue Bürgermeister von Wartmannsroth am Telefon. Koberstein habe von Anfang an mit einem Wahlsieg gerechnet, „sonst wäre ich nicht angetreten".
In einer ersten Reaktion nach Bekanntgabe des Ergebnisses sagte Atzmüller: "Ich muss den Wählerwillen akzeptieren." Trotzdem war ihm die Enttäuschung anzumerken. "Ich hatte eigentlich mit einem klaren Vertrauensvotum gerechnet", sagte der scheidende Bürgermeister. Atzmüller hat nicht für den Gemeinderat kandidiert. "Ich bin nun aus der Kommunalpolitik völlig raus", sagte er. Der Familienvater aus dem Ortsteil Dittlofsroda will sich "beruflich neu orientieren und in den öffentlichen Dienst zurückkehren".
2020 war Florian Atzmüller erstmals angetreten und hatte sich mit 56,9 Prozent gegen seine beiden Mitbewerber durchgesetzt. Roland Brönner (Wählergemeinschaft Schwärzelbach) hatte damals 22,88 Prozent erreicht, Manuel Betz (Freie Wählergemeinschaft Völkersleier-Heckmühle) 20,14 Prozent.
Sulzthal
Zwei Kandidaten traten in Sulzthal um die Nachfolge von August Weingart (CSU) an, der seit 2014 im Amt war. Der Forstmeister Carsten Schmitt von der CSU und Wählergemeinschaft Sulzthal und der Projektmanager Christian Schmitt (SPD) wollten Bürgermeister im Markt Sulzthal werden. Nach der Auszählung war klar: Ein Sozialdemokrat wird neuer Chef im Sulzthaler Rathaus. Christian Schmitt holte nach dem vorläufigen Endergebnis 70,3 Prozent der Stimmen. Sein Mitbewerber von der CSU kam auf 29,7 Prozent.
Der neue Bürgermeister war nach eigenen Angaben von seinem Wahlsieg völlig überrascht. „Ich bin immer noch zutiefst gerührt“, sagte er am Telefon. Er dankte den Sulzthalern "für den großen Vertrauensvorschuss, der mich sehr stolz macht". Auf dem Dorfplatz feierten Christian Schmitt und etwa 50 Einwohner den Erfolg.
Elfershausen
Heinrich Starrach von der CSU ist neuer Bürgermeister der Marktgemeinde Elfershausen. Er setzte sich mit 60,2 Prozent gegen den Amtsinhaber Johannes Krumm (SPD/Freie Wähler) durch, der 39,8 Prozent erzielte. Die Wahlbeteiligung lag bei 80,5 Prozent.
Johannes Krumm hatte mit 40,76 Prozent vor sechs Jahren in die Stichwahl gegen Christine Neeb-Wittmann von der CSU gemusst (32,85 Prozent). Der Langendorfer Volker Partsch von der Neuen Liste war mit 26,39 Prozent aus dem Rennen.
Denkbar knapp war die folgende Stichwahl zwischen Johannes Krumm und Christine Neeb-Stichmann ausgegangen: Mit einem Vorsprung von nur 19 Stimmen eroberte Krumm im Jahr 2020 den Chefsessel im Rathaus von Elfershausen.
Ramsthal
Rainer Morper (Aktiver Bürgerblock/Interessengemeinschaft) bleibt Bürgermeister der Gemeinde Ramsthal. Er siegte mit 52,2 Prozent der Stimmen gegen Daniel Lohfink von der Ramsthaler Liste (47,8 Prozent).
Der 59 Jahre alte Maschinenbautechniker Morper ist seit 2020 im Amt. Damals hatte er sich in einer Stichwahl gegen Amtsinhaber Alfred Gündling von der CSU durchgesetzt. Lohfink erreichte 2020 19,2 Prozent und kam nicht in die Stichwahl.

























