Ein überraschend enges Rennen gab es in Wildflecken. Mit Daniel Kleinheinz, der 53,8 Prozent der Stimmen errang, besetzt ein Neuling den Bürgermeister-Sessel. Ganz neu im Rathaus ist der 41-Jährige aber nicht, war er doch seit 2020 als Geschäftsleiter quasi die rechte Hand des scheidenden Ortsoberhauptes Gerd Kleinhenz. Er kennt also die Abläufe in der Verwaltung, hat sie zum großen Teil mitgeprägt.
Knapp unterlegen war Holger Trump mit 46,2 Prozent der Stimmen. Er konnte zwar in Oberbach eine Mehrheit erringen und sich einen Briefwahlbezirk sichern. Wildflecken, Oberwildflecken und der zweite Briefwahlbezirk gingen aber an Kleinheinz.
Kleinheinz froh und dankbar über knappen Sieg
Daniel Kleinheinz war einfach froh und dankbar, dass er die Wahl gewonnen und das Vertrauen einer Mehrheit der Bürger Wildfleckens erworben hatte. Kleinheinz dankte seiner Familie, den Freunden, dem Wahlteam. „Mir war klar, dass es knapp wird.” Nun wolle er, hoffentlich mit einem gut zusammengesetzten Gemeinderat, anpacken.
Oberbach wählte Oberbach
Ein genauer Blick auf die einzelnen Wahlbezirke und die hohe Briefwahlbeteiligung zeigt für Kleinheinz, „dass Oberbach Oberbach gewählt hat”. Insgesamt hätte er sich eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht. Diese lag bei 67,5 Prozent.
Holger Trump war, trotz seines knappen Scheiterns, nicht allzu geknickt. „Ich komme gut mit der Entscheidung zurecht. Wenn man siegen will, muss man sich auch mit der Möglichkeit einer Niederlage auseinandersetzen.” Auch Trump freut sich auf die Konstellation mit dem neuen Gemeinderat.
Ständchen für Wahlsieger in Oberleichtersbach
Dem Gewinner der Oberleichtersbacher Bürgermeisterwahl gebührte ein standesgemäßes Ständchen in der Grundschul-Turnhalle: Roland Wehner (Freie Wählergemeinschaft Modlos, FWG) strahlte, als sein Wahlergebnis feststand. Der Dreistelzer holte 876 Prozent der Stimmen (64,6 Prozent). Der mit 481 Stimmen (35,4 Prozent) unterlegene Oliver Fell (CSU) gratulierte artig. Die Wahlbeteiligung lag mit 80 Prozent ähnlich hoch wie 2020.
Wehner sicherte sich sowohl die Mehrheit der direkten Urnenwähler, als auch die meisten Stimmen derjenigen, die per Briefwahl abgestimmt hatten.
Wehner war geflasht
Roland Wehner fühlte sich kurz nach der Wahl „immer noch geflasht” von seinem Erfolg. „Mit so einem herausragenden Ergebnis habe ich nicht gerechnet.” Die Wahl ins Bürgermeisteramt sei eine große Ehre und Verantwortung, die ihm entgegengebracht werde. Er dankte seiner Frau und dem Team, das ihn im Wahlkampf unterstützt habe.
Wehner will Bürgermeister sein für alle Bürgerinnen und Bürger von Oberleichtersbach, „unabhängig davon, wie gewählt wurde”. Er dankte seinem Herausforderer Fell für den fairen Wahlkampf.
Fell nicht zu enttäuscht
Der Angesprochene gab sich nach der klaren Wahl nicht enttäuscht. „Es ist alles gut. Die Demokratie hat entschieden; der Bürger hat entschieden.”
Die Stimmberechtigten in Oberleichtersbach und Ortsteilen durften nicht einfach nur zwischen zwei Kandidaten wählen: Es ging um die künftige Ausrichtung der Politik in der wirtschaftlich (noch) starken Großgemeinde.
Auf der einen Seite Wehner, der seit 24 Jahren im Gemeinderat sitzt und in den vergangenen sechs Jahren als Stellvertretender Bürgermeister fungierte. Der 52-Jährige steht eher für eine Fortsetzung der unter dem scheidenden Amtsinhaber Dieter Muth (Aktive Wählergruppe Breitenbach/Mitgenfeld) vollzogenen Politik.
Auf der anderen Seite der Oberleichtersbacher Oliver Fell, der nach 2020 zum zweiten Mal für die CSU antrat. Der 54-jährige Inhaber einer Firma für Erdbewegungen kritisierte in seinen Augen immer größere und teurere Prestigeprojekte, insbesondere den Bau dreier Feuerwehrhäuser in Unterleichtersbach, Modlos und Breitenbach/Mitgenfeld.













