Wenn einer Gemeinde neue Flüchtlinge zugewiesen werden, ist es durchaus sinnvoll, wenn der Bürgermeister die Bevölkerung über die neuen Mitbürger informiert.
Leider erläutert Burkardroths Bürgermeister Daniel Wehner in seinem Schreiben nicht nur die Gründe für diese Zuweisung, sondern zeigt gleichzeitig eine Reihe von Problemen auf, die den Markt Burkardroth betreffen. Er nennt etwa Lehrkräftemangel und Erkrankungen beim pädagogischen Personal. Diese Probleme in einem Atemzug mit geflüchteten Menschen in Verbindung zu bringen ist mehr als fragwürdig. Die Geflüchteten sind nicht dafür verantwortlich.
Diskrimierung braucht niemand
Noch unglücklicher ist der Hinweis des Bürgermeisters, dass „bereits 414 ausländische Mitbürger aus 44 verschiedenen Nationen“ im Markt Burkardroth leben. Mit dieser Feststellung erweckt er den Anschein, dass dies alles Flüchtlinge sind, dass Burkardroth über Gebühr belastet wird. Egal ob Flüchtling, ausländischer Ehepartner oder Spätaussiedler, sie alle werden in einen Topf geworden, es entsteht ein äußerst schräges Bild: hier die mit deutschen Wurzeln, dort die mit nicht ausschließlich deutscher Herkunft. Mit diesen Formulierungen erweckt er den Eindruck, dass alles Nicht-Deutsche eine Belastung für eine Gemeinde ist.
Solch eine Diskriminierung braucht niemand. Im Gegenteil. Es ist brandgefährlich. Es bedient Klischees und schürt Vorurteile. So entsteht Spaltung.
Die Bitte am Ende des Schreibens, die Geflüchteten dennoch freundlich in Empfang zu nehmen und die Weihnachtswünsche an die Bevölkerung – wer kann sie in diesem Zusammenhang noch ernst nehmen?








