Etwas mehr als drei Monate ist es her, dass Brigadegeneral Michael Matz, zuvor Kommandeur der Infanterieschule und General der Infanterie bei der Bundeswehr in Hammelburg, sich nach 46 Jahren Militärlaufbahn in den Ruhestand verabschiedet hat. Seine Nachfolge hat Andreas Steinhaus angetreten – zumindest auf dem Papier. Denn der neue Standortchef war in Hammelburg bisher kaum zu sehen, obwohl der 57-Jährige seit dem 21. März schon in neuer Funktion agiert.
Thomas Heinl, Presseoffizier in Hammelburg, klärt auf: „Seit März 2023 führt Brigadegeneral Steinhaus die Luftlandebrigade 1 in Saarlouis, die als strategische Reserve der Bundesrepublik Deutschland eine besondere sicherheitspolitische Bedeutung besitzt. Aufgrund der Notwendigkeit, die ständige Einsatzbereitschaft dieser Brigade zu gewährleisten, musste er vorerst in seiner bisherigen Verwendung verbleiben, bis dort ein geeigneter Nachfolger übernimmt.“
Doppelrolle nicht einfach
Zum 14. August 2025 soll die Luftlandebrigade im Saarland nun in neue Führung übergeben werden. Danach stehe Andreas Steinhaus „endlich mit ganzer Kraft und dann auch Präsenz vor Ort zur Verfügung“, so Heinl. In der Übergangsphase führt der stellvertretende Kommandeur Andreas Reyer die Infanterieschule in Hammelburg.
„Die Doppelrolle ist weder für General Steinhaus einfach, noch für Oberst Reyer“, erklärt Thomas Heinl. Reyer habe ohnehin bereits drei Rollen inne: als stellvertretender Kommandeur der Infanterieschule, Leiter für Lehre und Ausbildung sowie Standortältester. „Für die beiden ist es aktuell ein enormer Arbeitsaufwand“, weiß Heinl.
Zu vereinzelten Anlässen sei Andreas Steinhaus bereits in Hammelburg gewesen, ab Ende August müsse er sich aber zunächst im Detail einarbeiten, erklärt der Presseoffizier weiter. „Er wird sich vor Ort ein Bild machen und muss in jegliche Teilbereiche eingewiesen und mit allen am Standort bekannt gemacht werden. Das wird etwas Zeit brauchen.“
Das ist Brigadegeneral Andreas Steinhaus
Andreas Steinhaus trat 1987 in die Bundeswehr ein und war seitdem in vielen Funktionen aktiv, unter anderem als Zugführer und Kompaniechef im Fallschirmjägerbataillon 313 sowie als für die Logistik verantwortlicher Stabsoffizier. Seine Generalstabsausbildung absolvierte er an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und an der Königlichen Militärakademie in Brüssel.
„Im Laufe seiner Dienstzeit übernahm er unter anderem die Führung des Fallschirmjägerbataillons 263 und des Fallschirmjägerregiments 26. Zudem war er Chef des Stabes der Luftlandebrigade 26 sowie der Division Schnelle Kräfte. Im Bundesministerium der Verteidigung diente Steinhaus als Referatsleiter für Militärpolitik und Einsatz für die Regionen Asien, Ozeanien und Amerika sowie als Büroleiter der Parlamentarischen Staatssekretäre Peter Tauber und Siemtje Möller“, zählt Presseoffizier Heinl weitere Stationen auf.
Zurück zur Infanterie
Steinhaus verfüge über umfangreiche Auslandserfahrungen, unter anderem in Bosnien und Herzegowina, Afghanistan, im Irak oder auch Sudan. „Mit der Übernahme des Kommandos über die Infanterieschule in Hammelburg kehrt Brigadegeneral Steinhaus zu den Wurzeln seines Handwerks in der Infanterie zurück und bringt seine umfassenden Erfahrungen in die Ausbildung der nächsten Generationen von angehenden militärischen Führern und Spezialisten ein“, so Heinl. Steinhaus ist verheiratet und hat zwei Kinder.














