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Zankapfel
Brücke im Siebener: Neubau, wenn Geld da ist
Das provisorische Brückengerüst im Siebener-Park in Bad Brückenau ist keine Schönheit und daher umstritten. Der Stadtrat diskutierte drei Varianten, was damit geschehen soll.
Das provisorische Brückengerüst im Siebener-Park in Bad Brückenau ist keine Schönheit und daher umstritten. Der Stadtrat diskutierte drei Varianten, was damit geschehen soll. // Steffen Standke
Bad Brückenau – Das Brückenprovisorium im Siebener-Park ist ein Reizthema. Was soll damit passieren? Bürgermeister Jochen Vogel stellt drei Möglichkeiten zur Wahl.

Es ist ein Gewirr aus Metallrohren und -gittern. Es ziert – gelinde gesagt – den Siebener-Park nicht wirklich: das Provisorium, das nach dem Abriss der Brücke mit Natursteingeländer seit Herbst 2022 den Mühlgraben überspannt. Für seinen Aufbau wird die Stadtverwaltung hart kritisiert. Deswegen stellte Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) den Stadtrat vor die Entscheidung, was damit geschehen soll. Die Meinungen gingen auseinander.

Abreißen, stehenlassen, ersetzen

Drei Varianten warf die Verwaltung in den Ring. Die erste: Die Behelfsbrücke bleibt bis auf Weiteres stehen. Möglichkeit zwei: Das Provisorium wird inklusive der Zuwegung entfernt, die Fläche darunter teilweise aufgeschüttet und begrünt. Eine Querung des Mühlgrabens an dieser Stelle wäre dann nicht mehr möglich. Die finanziell klamme Stadt würde das geschätzt 18.000 Euro kosten.

Die dritte Variante wäre der Rückbau der Behelfsbrücke und der Neubau einer dauerhaften Verbindung für Fußgänger – inklusive neuer Fundamente an den Brückenköpfen. Dies wäre mit 53.000 Euro am kostenintensivsten. Wohlgemerkt: 30 Meter weiter Richtung Altstadt besteht eine weitere, sogar mit Fahrzeugen nutzbare Querung.

Meinungen gehen auseinander

SPD-Stadtrat Florian Wildenauer sah keine andere Möglichkeit, als das Provisorium stehen zu lassen. „Alles andere kostet Geld und Manpower. Beides haben wir nicht.“ Er befürchtet, dass es zur Dauereinrichtung wird, wenn man einfach nur für Variante eins stimmt.Monika Wiesner (CSU) fand, die Brücke sei als Eingang zum Siebener-Park potthässlich. Sie müsse weg und die Stelle ordentlich hinterlassen.

Ingo Queck (Grüne) hielte es für schade, wenn die Wegeverbindung wegfallen würde. Darunter leide die Ästhetik des Parks. Fraktionskollegin Eva Reichert-Nelkenstock stimmte ihm zu. Sie sagte, der Siebener-Park lebe von seinem Wegenetz. Der Pfad über die Behelfsbrücke führe auf ein Rondell zu.

Gönner würden Wiederaufbau finanzieren

Dirk Stumpe (PWG) informierte, dass es anscheinend Bad Brückenauer gibt, die sich finanziell am Wiederaufbau der Brücke beteiligen würden. Man könne sich doch für Variante drei entscheiden und diese Herren fragen. Dieter Seban (CSU) pflichtete ihm im Wesentlichen bei. Claudio Kleinhans (PWG) vermutete, dass es in der Bevölkerung mehr akzeptiert worden wäre, die Brücke erst zu sperren und dann über einen Neubau zu beraten.

Thorsten Grament vom städtischen Bauamt gab zu, dass das Provisorium kein schöner Anblick ist. Doch darum sei es nicht gegangen, als man vor „Sinn in Flammen“im Sommer die Baufälligkeit der alten Brücke festgestellt habe.

Beton bröckelig, Träger durchgerostet

Ein hölzerner Stützpfahl sei weggesackt. Daraufhin habe man die Überführung näher untersucht und festgestellt, dass der Beton bröckelig und Stahlträger durchgerostet waren.

Zunächst habe man zum Fest die Brücke zum Teil gesperrt und sie später abgebrochen. „Sie war weder trag- noch sanierungsfähig“, so Grament. Als Lösung habe man ein Provisorium aus Standardgerüstteilen gekauft, die sich leicht abbauen und flexibel verwenden lassen.

Flutsichere Waldenfels-Brücke

Der Idee von Heribert Übelacker (CSU), das Gerüst im Siebener-Park abzubauen und es stattdessen als dringend benötigte Überführung am alten Haus Waldenfels zu verwenden, erteilte Thorsten Grament eine Absage. Die Situation sei an beiden Stellen grundverschieden.

Im Siebener-Park lasse sich der Mühlgraben gut regeln; es herrsche kaum Überflutungsgefahr. Der Sinn-Übergang am alten Waldenfels liege an einer für Überschwemmungen kritischsten Stelle im Stadtgebiet. „Dort können wir bei Hochwasser nur mit Brücken umgehen, die eines überstehen würden.“ Auch könnten sich Fluten, wenn sie kämen, kaum ausbreiten.

Kritische Situation bei Hochwasser

Nicht auszudenken, wenn sich Treibgut in der Behelfsbrücke verkeilen würde. Oder die mitgerissen und anderswo zum Hindernis werden würde. Eine Überflutung würde dann Bauhof oder Feuerwehr gefährden.

Am Ende entschied der Stadtrat mehrheitlich, Variante drei und damit den Abbau des Provisoriums und einen Neubau weiterzuverfolgen. Aber erst 2024 soll darüber befunden werden, weil es die Finanzlage aktuell nicht zulässt.

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