Noch knapp drei Wochen sind es bis zur Bürgermeisterwahl. Es ist nicht zu übersehen: An jeder Straßenecke in jedem Ortsteil von Bad Brückenau hängen die Plakate der drei Kandidaten. Die Zielgerade im Wahlkampf der drei nominierten Männer hat begonnen.
Zum Hintergrund: Wegen seiner Post-Covid-Erkrankung hatte der Bad Brückenauer Bürgermeister Jochen Vogel am 28. September 2023 ein Schreiben an den Stadtrat von Bad Brückenau geschickt und beantragt, wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt zu werden. Seit 1. Februar dieses Jahres ist Vogel im Ruhestand und der Weg ist frei für Neuwahlen.
SPD, CSU und PWG stellen Kandidaten für Bürgermeisterwahl in Bad Brückenau
Seitdem brachten sich die Parteien und Parteilosen in Stellung. Zunächst stellte die SPD ihren Kandidaten Jan Marberg vor, der bereits im Jahr 2020 gegen Jochen Vogel antrat. Eine Woche später schlug die CSU den aktuell Dritten Bürgermeister Heribert Übelacker für den Posten vor, der anschließend auch nominiert wurde.
Die Parteilose Wählergemeinschaft (PWG) machte es dagegen spannender: Erst Ende Februar nominierten sie Dirk Stumpe, nachdem ein anderer Geheimkandidat zurückgezogen hatte. Auch er trat bereits 2020 im Wahlkampf gegen Jochen Vogel und Jan Marberg an.
Kandidaten in Podiumsdiskussion auf Herz und Nieren prüfen
Jetzt werden die Karten neu gemischt. Die Bad Brückenauer dürfen ihren neuen Bürgermeister am Sonntag, 28. April 2024, wählen. Eine etwa erforderliche Stichwahl würde bereits am Sonntag, 12. Mai stattfinden.
Viele Menschen konnten die Kandidaten in den vergangenen Wochen schon in persönlichen Gesprächen in der Stadt kennenlernen und auf Herz und Nieren prüfen. Eine direkte Vergleichsmöglichkeit für die Bürgerinnen und Bürger gibt es bei der Podiumsdiskussion der Saale Zeitung in Zusammenarbeit mit der Main-Post am 18. April (siehe Infokasten).
So bereiten sich die Kandidaten auf die Podiumsdiskussion vor
Jan Marberg setzt nach eigener Aussagen von Beginn an auf Haustürbesuche und führt Gespräche mit Bürgerinnen und Bürgern. „Aus meiner Sicht läuft der Wahlkampf sehr gut, ich erhalte viele positive und wertschätzende Rückmeldungen. Das trägt mich aktuell sehr und ich bin guter Dinge."
Was die aktuellen Themen in der Stadt angeht, so seien diese sehr dynamisch. Als Beispiel nennt er die Entwicklungen bei der Therme Sinnflut. Daher müsse er sich im Wahlkampf immer wieder informieren, wie die aktuellen Sachstände sind – auch um in der anstehenden Podiumsdiskussion die Entwicklungen benennen zu können.
Aktuelle Zahlen als Vorbereitung
Für Heribert Übelacker ist der Wahlkampf um den Chefsessel neu, allerdings steht er seit einiger Zeit bereits in der Rolle des amtierenden Bürgermeisters mitten in den Themen. Als Dritter Bürgermeister übernimmt er seit Herbst 2023 zusammen mit dem Zweiten Bürgermeister Jürgen Pfister (PWG) die Amtsgeschäfte. Dennoch: In der jetzigen Position „kann ich keine weitreichenden Entscheidungen treffen, würde es aber gerne tun."
Als Vorbereitung für die Podiumsdiskussion schaue er nochmal auf aktuelle Zahlen, Daten und Fakten. Ansonsten kenne er die Themen sehr gut, die die Stadt betreffen. Die Gespräche im Wahlkampf mit Geschäftsleuten, Bürgerinnen und Bürgern lassen ihn spüren, wo der Schuh besonders drückt und was es für Wünsche und Ideen gibt. „Ich freue mich sehr auf eine spannende Diskussion mit den beiden anderen Kandidaten.“
Keine rosarote Brille im Wahlkampf
Dirk Stumpe ist durch die Kommunalwahlen 2020 Wahlkampferprobt. Und doch gibt es für ihn einen großen Unterschied zu damals: „Ich habe heute ein viel besseres Gefühl.“ Der Grund für Stumpe: Der damalige Kandidat der CSU, Jochen Vogel, habe durch seine langjährigen Bürgermeistererfahrungen in Motten Vorschusslorbeeren erhalten. Daher „war für mich klar, dass es schwer wird, gegen ihn zu bestehen.“
Dennoch sieht er den Wahlkampf nicht durch eine rosarote Brille. „Es könnte durchaus eine enge Kiste werden.“ An die bevorstehende Podiumsdiskussion geht Stumpe selbstbewusst heran. Vorbereiten müsse er sich nicht. „Die Themen stecken in mir drinnen, ich muss nichts auswendig lernen.“ Seine 22 Jahre im Stadtrat sieht er dafür als Vorteil.
Podiumsdiskussion der Saale Zeitung und Mainpost
Über die Veranstaltung: In Zusammenarbeit mit der Main-Post veranstaltet die Saale-Zeitung am Donnerstag, 18. April, eine Podiumsdiskussion mit den drei Bürgermeister-Kandidaten. Beginn ist um 19 Uhr in der TV-Halle in Bad Brückenau, der Eintritt ist frei.
Platz gibt es für rund 250 Zuhörerinnen und Zuhörer, denen Raum für Fragen an die Amtsanwärter geboten wird. Moderiert wird die Veranstaltung von den Reportern Steffen Standke (Saale-Zeitung) und Simon Snaschel (Main-Post).
Hier lesen Sie die Portraits über die drei Bürgermeisterkandidaten:















