– Einen symbolischen Scheck in Höhe von 50.000 Euro als Beitrag zur Sanierung der Hammelburger Klosterkirche übergaben kürzlich die Ortskuratoren der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), Prof. Reinhard Haus und Dr. Raymund Müller, an den früheren Landrat Thomas Bold in seiner Funktion als Vorsitzender der Bayerischen Musikakademie Hammelburg, in deren Eigentum die Kirche gehört. Mit dabei war auch Philipp Riedl, Bezirksleiter von Lotto Bayern, da der Großteil der DSD-Fördersumme aus Erträgen der Glücksspirale stammt.
Nachdem nun die Finanzierung der Sanierung von über 550.000 Euro gesichert ist, sollen die Arbeiten unmittelbar nach der Sommerpause unter Leitung des Architekturbüros Röder (Lohr am Main) und in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden beginnen, versprach Thomas Bold.
Im Herbst geht es los
„Wir starten im Herbst zunächst mit allen Außenarbeiten, die ohne Gerüst machbar sind“, erläuterte der Vorsitzende der Musikakademie. „Alles andere folgt dann nach dem Gerüstaufbau im kommenden Jahr.“
Zum Sanierungsumfang der im Jahr 1700 auf halber Höhe des Saalecker Berges errichteten Barockkirche gehören neben der Sicherung der historischen Bausubstanz bestehende Schäden am Dachtragwerk und an den Fassaden. Damit soll die denkmalgeschützte Klosterkirche dauerhaft vor Witterungseinflüssen geschützt werden. Zudem wird ein neuer Außenanstrich das bislang ockerfarbene Bauwerk künftig wieder in mattem Weiß erstrahlen lassen. „Das Weiß war die ursprüngliche Originalfarbe der Kirche“, erklärte dazu DSD-Ortskurator Haus. Mit ihrem neuen Anstrich wird sie dann mit dem angrenzenden Klostergebäude auch optisch wieder eine Einheit bilden.
Da es für eine Kirche grundsätzlich keine staatlichen Zuschüsse gibt, war die Musikakademie für ihr Vorhaben auf andere Förderquellen angewiesen, wusste Bold aus langjähriger Erfahrung als Landrat zu berichten. Neben der Unterstützung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wurden Mittel des Denkmalschutz-Sonderprogramms der Bundesregierung, des Bayerischen Amtes für Denkmalpflege, der Bayerischen Landesstiftung, einer Fraktionsinitiative des Bayerischen Landtags, des Landkreises Bad Kissingen und der Stadt Hammelburg sowie der Gerhard und Barbara Raupach Stiftung (Zeitlofs) zugesagt.
Regelmäßig Konzerte
„Diese Förderung trägt maßgeblich dazu bei, eines der bedeutendsten historischen Bauwerke der Region für kommende Generationen zu erhalten“, erklärte Akademie-Vorsitzender Bold. Durch ihre Einbindung in die Bayerische Musikakademie Hammelburg konnte das Kirchengebäude dauerhaft erhalten und mit Leben erfüllt werden. Regelmäßig finden hier Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt, die Gäste aus der ganzen Region anziehen. „Die Klosterkirche ist damit ein lebendiger Ort der Begegnung und der musikalischen Bildung.“
1700 geweiht
Die erste Kirche des im Jahr 1649 vom Fuldaer Fürstabt Joachim von Gravenegg gegründeten Franziskanerklosters wurde 1670 geweiht, brannte allerdings bereits am 18. Dezember 1698 nach einem Blitzeinschlag wieder ab. Schon bald wurde nach Plänen des damals im Fuldaer Land sehr geschätzten Tiroler Baumeisters und Franziskaner-Bruders Antonius Peyer mit dem Bau einer neuen, der heutigen Kirche begonnen. Sie wurde am 26. Juli 1700 durch den Mainzer Weihbischof mit Sitz in Erfurt, Jakobus Sennft, geweiht.
Die Kirche zeichnet sich durch einen gegliederten Saalbau mit gestuften Strebepfeilern und großen, rundbogigen Fenstern aus. Der nördlich angefügte Kapellenbau sowie das aufwändige barocke Portal der Westfassade unterstreichen die gestalterische Qualität des Ensembles. Gemeinsam mit dem Kellereischloss (Rotes Schloss) und der Stadtbefestigung prägt die Klosterkirche bis heute das historische Stadtbild Hammelburgs.
Platz für bis zu 300 Gäste
„Ich freue mich deshalb sehr, dass uns auch dank des Förderbescheids der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die Klosterkirche erhalten bleibt“, freute sich Landrat Mario Götz. Die Kirche sei weit über die Grenzen Hammelburgs von besonderer Bedeutung für die Menschen im Landkreis, denn bis heute sei sie ein Ort des Miteinanders. „Ich bin überzeugt, dass sie diesen herausragenden Stellenwert auch für kommende Generationen bewahren wird.“
In der Kirche haben bis zu 300 Gäste Platz. „Es wäre wünschenswert, wenn sie in Zukunft auch für Hochzeiten und andere Veranstaltungen zusätzlich genutzt würde“, ergänzte DSD-Ortskurator Prof. Haus. „Denn Nutzung ist der Überlebensquell eines jeden Bauwerks.“
Die Klosterkirche in Hammelburg gehört nun zu den über 680 Projekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mitteln aus Erträgen der Soziallotterie Glücksspirale allein in Bayern gefördert hat.
Im Landkreis Bad Kissingen hatte die Stiftung zuvor die 2,5 Millionen teure Sanierung des im Jahr 1922 erbauten, heute denkmalgeschützten Bad Kissinger Turniergebäudes finanziell unterstützt.









