Nach der Kommunalwahl 2020 hatte Dieter Seban (CSU) es angekündigt: Der Römershager wollte nicht die gesamte Wahlperiode als 3. Bürgermeister ableisten, sich zur Hälfte zurückziehen. Das tut der 67-Jährige – nach fast 13 Jahren im Ehrenamt. Nur noch bis 27. Juli wird er es ausfüllen.
Seban weiß, dass der Zeitpunkt angesichts großer anstehender Aufgaben nicht optimal ist. „Es war eine schwere Entscheidung, in der Situation zu gehen. Ich weiß, dass ich weiter gebraucht werde, stehe aber weiter als Stadtrat mit Rat und Tat bereit.“
Ruhigeres Gewissen bei Sinnflut-Fortschritt
Gern hätte er das Megathema Therme Sinnflut weiter vorangebracht gesehen. „Dann hätte ich ruhigeren Gewissens gehen können. Doch das ist leider nicht geschehen.“
In der Stadtratssitzung am Donnerstag nannte der 67-Jährige gute Gründe für seinen Rückzug. „Ich möchte wieder ein bisschen mehr Freiraum um mich haben.“ Er möchte private Pläne endlich umsetzen. Auch seine Immobilienfirma beanspruche ihn mehr, als gedacht.
Abschied vom Amt immer wieder verschoben
Immer wieder habe er seinen Abschied vom Amt verschoben, um den 2. Bürgermeister Jürgen Pfister gerade während der längeren krankheitsbedingten Abwesenheit von Stadtoberhaupt Jochen Vogel (CSU) zu unterstützen. Er sei auch gefragt worden, ob er wegen anstehenden Urlaubs und einer neuerlichen Reha von Vogel längerfristig weitermachen könne. Das wollte Seban aber nicht.
Nun tritt Seban auf Bitten Pfisters wegen vieler Termine zum 27. Juli zurück, noch einmal zwölf Tage später, als er es beantragt hatte. Pfister lobte die Zusammenarbeit mit seinem Stadtratskollegen, die immer „wunderbar geklappt“ habe. Doch wer wird dem Römershager als 3. Bürgermeister folgen?
CSU stellt Kandidaten, PWG nicht
Heribert Übelacker (CSU) sagt, dass seine Fraktion beabsichtigt, einen Kandidaten zu stellen. Namen nennt er nicht.
Die PWG-Fraktion verzichtet laut ihrem Sprecher Dirk Stumpe auf eine Gegenkandidatur. Man habe Pfister als Bürgermeister-Stellvertreter; da wäre es unfair, noch einen zu wollen.
SPD weiß noch nicht, wer nominiert wird
Bei der SPD als drittstärkster Fraktion ist laut David Fronczek „der Wunsch da, aber noch keine Entscheidung getroffen“. Die könne kurzfristig vor der Sitzung am 27. Juli erfolgen.
Das Problem: Fronczek glaubt, „dass die Beanspruchung mehr wird als für einen 3. Bürgermeister üblich“, die Menge der Stunden hoch werde. Man wolle nicht Dienst nach Vorschrift machen, sondern sich für Entscheidungen gut einarbeiten, auch politische Kontrolle ausüben. Die Grünen wollen sich laut Eva Reichert-Nelkenstock mit der SPD beraten.
Turbulente 13 Jahre für Seban im Amt
Für Seban, seit 2008 im Stadtrat, waren es turbulente 13 Jahre als Stellvertreter. Neben dem jüngsten Kampf um die Sinnflut und der aktuell desolaten finanziellen Lage der Stadt erinnert er sich besonders an die Sanierungen der Schulen in der Stadt, inklusive der Dreifachsporthalle in Römershag. Dazu kommt die Diskussion um die Öffnung der Fußgängerzone und die Entwicklung des Fachmarktzentrums in der Sinnaustraße.









