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Ältestes Ehrenamt Bayerns
Unsichtbare Arbeit, unverzichtbares Amt: Siebener vereidigt
Vereidigung der neuen Feldgeschworenen.
Vereidigung der neuen Feldgeschworenen. Das Bild zeigt von links: Landrat Thomas Bold, Matthias Ziegler, Charlotte Kiefner, Ernst Kleinhenz, Thomas Kötzner, Markus Bott, Christian Fischer und Simon Dorn. // Walter Muth
Zeitlofs – Die Feldgeschworenenvereinigung Bad Brückenau hat in Zeitlofs langjährige Mitglieder geehrt und fünf neue Feldgeschworene vereidigt. Was dieser Tag für die Vereinigung bedeutet.

Wenn Grenzen gesetzt werden, dann verlässlich, rechtssicher und seit Jahrhunderten nach denselben Regeln. Die Feldgeschworenen sind das älteste Ehrenamt Bayerns und sie sind bis heute unverzichtbar. Beim Feldgeschworenen-Tag in Zeitlofs ehrte die Feldgeschworenenvereinigung Bad Brückenau nicht nur langjährige Mitglieder, sondern schrieb auch ein Stück Geschichte: Zum ersten Mal wurde ein Ehrensiebener ernannt.

46 Jahre im Dienst der Gemeinschaft

Siegfried Schaub aus Unterleichtersbach wurde zum Ehrensiebener der Feldgeschworenenvereinigung Bad Brückenau ernannt. Das Bild zeigt von links: Kreisobmann Walter Muth, Siegfried Schaub und Roland Wehner (neuer Bürgermeister der Gemeinde Oberleichtersbach).
Siegfried Schaub aus Unterleichtersbach wurde zum Ehrensiebener der Feldgeschworenenvereinigung Bad Brückenau ernannt. Das Bild zeigt von links: Kreisobmann Walter Muth, Siegfried Schaub und Roland Wehner (neuer Bürgermeister der Gemeinde Oberleichtersbach). // Patrick Pinckau

Im Mittelpunkt der Tagung stand Siegfried Schaub aus Unterleichtersbach. 46 Jahre lang war er Feldgeschworener, davon viele Jahre als Obmann für die Gemarkung Unterleichtersbach. Er war zudem stellvertretender Kreisobmann und schließlich Kreisobmann.

Eine Laufbahn, die ihresgleichen suchte. Kreisobmann Walter Muth würdigte dieses außergewöhnliche Engagement, indem er Schaub feierlich zum ersten Ehrensiebener der Vereinigung ernannte und ihm die Goldene Ehrennadel ans Revers heftete. Muth betonte, dass diese besondere Auszeichnung nur dank der Unterstützung der acht Allianzgemeinden möglich war, die gemeinsam die finanziellen Mittel für die Ehrennadel bereitgestellt hatten.

Neue Feldgeschworene vereidigt

Die Tagung brachte auch Zuwachs: Fünf neue Feldgeschworene legten ihren Eid ab. Matthias Ziegler für die Gemarkung Oberleichtersbach, Christian Fischer für die Gemarkung Breitenbach und Ernst Kleinhenz für die Gemarkung Mitgenfeld. Thomas Kötzner wird fortan in der Gemarkung Volkers tätig sein. Ebenfalls neu dabei: Simon Dorn aus Oberbach und Markus Bott aus Bad Brückenau, die bereits von ihren Bürgermeistern vereidigt worden waren.

Besonders bemerkenswert:  Charlotte Kiefner aus Zeitlofs wurde als zweite Frau in der Geschichte der Feldgeschworenenvereinigung Bad Brückenau vereidigt. Ein Zeichen dafür, dass sich auch dieses traditionsreiche Ehrenamt langsam wandelt.

Ehrungen für Jahrzehnte der Verlässlichkeit

Richard Baus (mitte) aus Mitgenfeld wurde für 40 Jahre Dienstzeit als Feldgeschworener mit dem goldenen Senkel geehrt. Mit im Bild links Roland Wehner (neuer Bürgermeister Gemeinde Oberleichtersbach) und der Helmut  Zeier, der Obmann von Mitgenfeld.
Richard Baus (mitte) aus Mitgenfeld wurde für 40 Jahre Dienstzeit als Feldgeschworener mit dem goldenen Senkel geehrt. Mit im Bild links Roland Wehner (neuer Bürgermeister Gemeinde Oberleichtersbach) und der Helmut Zeier, der Obmann von Mitgenfeld. // Patrick Pinckau

Wer Jahr für Jahr die Grenzsteine kontrolliert, Vermessungen begleitet und Rechtsfrieden sichert, verdient Anerkennung. Die Tagung bot dafür den passenden Rahmen: Für 40 Jahre Dienstzeit wurden Richard Baus  sowie Klaus Mayer aus Mitgenfeld mit dem Goldenen Senkel ausgezeichnet.

Ebenfalls für vier Jahrzehnte geehrt wurden Richard Ziegler aus Wernarz, Bruno Leitsch aus Schondra und Helmut Schüssler aus Altengronau, der in dieser Zeit als Waldgeschworener tätig war. Josef Wittmann aus Volkers und Werner Rüttiger aus Oberbach erhielten die Auszeichnung für 25 Jahre im Dienst der Gemeinschaft.

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Unsichtbare Arbeit, unverzichtbares Amt

Was die Feldgeschworenen leisten, ist für die meisten Menschen unsichtbar. Sie arbeiten im Verborgenen, draußen auf den Feldern und an Waldrändern, bei jedem Wetter. Sie sichern Eigentumsrechte, lösen Streitigkeiten, bevor sie entstehen, und bewahren damit den Rechtsfrieden in den Gemeinden. Ihr Amt ist nicht delegierbar, nicht digitalisierbar und nicht ersetzbar. Es lebt von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, ohne dafür im Rampenlicht zu stehen.

Kreisobmann Walter Muth brachte in seinem Bericht zum Ausdruck, was viele seiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter wohl ähnlich empfinden: Die enge Zusammenarbeit mit den Allianzgemeinden und das Miteinander mit den Feldgeschworenen machen ihm Spaß und bereiten ihm Freude. Ehrenamt funktioniert dort am zuverlässigsten, wo Menschen füreinander eintreten und Strukturen verlässlich sind.

Der nächste Feldgeschworenen-Tag ist bereits terminiert: 2028 wird die Gemeinde Geroda Gastgeber sein.

 

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