Wenn Grenzen gesetzt werden, dann verlässlich, rechtssicher und seit Jahrhunderten nach denselben Regeln. Die Feldgeschworenen sind das älteste Ehrenamt Bayerns und sie sind bis heute unverzichtbar. Beim Feldgeschworenen-Tag in Zeitlofs ehrte die Feldgeschworenenvereinigung Bad Brückenau nicht nur langjährige Mitglieder, sondern schrieb auch ein Stück Geschichte: Zum ersten Mal wurde ein Ehrensiebener ernannt.
46 Jahre im Dienst der Gemeinschaft
Im Mittelpunkt der Tagung stand Siegfried Schaub aus Unterleichtersbach. 46 Jahre lang war er Feldgeschworener, davon viele Jahre als Obmann für die Gemarkung Unterleichtersbach. Er war zudem stellvertretender Kreisobmann und schließlich Kreisobmann.
Eine Laufbahn, die ihresgleichen suchte. Kreisobmann Walter Muth würdigte dieses außergewöhnliche Engagement, indem er Schaub feierlich zum ersten Ehrensiebener der Vereinigung ernannte und ihm die Goldene Ehrennadel ans Revers heftete. Muth betonte, dass diese besondere Auszeichnung nur dank der Unterstützung der acht Allianzgemeinden möglich war, die gemeinsam die finanziellen Mittel für die Ehrennadel bereitgestellt hatten.
Neue Feldgeschworene vereidigt
Die Tagung brachte auch Zuwachs: Fünf neue Feldgeschworene legten ihren Eid ab. Matthias Ziegler für die Gemarkung Oberleichtersbach, Christian Fischer für die Gemarkung Breitenbach und Ernst Kleinhenz für die Gemarkung Mitgenfeld. Thomas Kötzner wird fortan in der Gemarkung Volkers tätig sein. Ebenfalls neu dabei: Simon Dorn aus Oberbach und Markus Bott aus Bad Brückenau, die bereits von ihren Bürgermeistern vereidigt worden waren.
Besonders bemerkenswert: Charlotte Kiefner aus Zeitlofs wurde als zweite Frau in der Geschichte der Feldgeschworenenvereinigung Bad Brückenau vereidigt. Ein Zeichen dafür, dass sich auch dieses traditionsreiche Ehrenamt langsam wandelt.
Ehrungen für Jahrzehnte der Verlässlichkeit
Wer Jahr für Jahr die Grenzsteine kontrolliert, Vermessungen begleitet und Rechtsfrieden sichert, verdient Anerkennung. Die Tagung bot dafür den passenden Rahmen: Für 40 Jahre Dienstzeit wurden Richard Baus sowie Klaus Mayer aus Mitgenfeld mit dem Goldenen Senkel ausgezeichnet.
Ebenfalls für vier Jahrzehnte geehrt wurden Richard Ziegler aus Wernarz, Bruno Leitsch aus Schondra und Helmut Schüssler aus Altengronau, der in dieser Zeit als Waldgeschworener tätig war. Josef Wittmann aus Volkers und Werner Rüttiger aus Oberbach erhielten die Auszeichnung für 25 Jahre im Dienst der Gemeinschaft.
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Unsichtbare Arbeit, unverzichtbares Amt
Was die Feldgeschworenen leisten, ist für die meisten Menschen unsichtbar. Sie arbeiten im Verborgenen, draußen auf den Feldern und an Waldrändern, bei jedem Wetter. Sie sichern Eigentumsrechte, lösen Streitigkeiten, bevor sie entstehen, und bewahren damit den Rechtsfrieden in den Gemeinden. Ihr Amt ist nicht delegierbar, nicht digitalisierbar und nicht ersetzbar. Es lebt von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, ohne dafür im Rampenlicht zu stehen.
Kreisobmann Walter Muth brachte in seinem Bericht zum Ausdruck, was viele seiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter wohl ähnlich empfinden: Die enge Zusammenarbeit mit den Allianzgemeinden und das Miteinander mit den Feldgeschworenen machen ihm Spaß und bereiten ihm Freude. Ehrenamt funktioniert dort am zuverlässigsten, wo Menschen füreinander eintreten und Strukturen verlässlich sind.
Der nächste Feldgeschworenen-Tag ist bereits terminiert: 2028 wird die Gemeinde Geroda Gastgeber sein.














