Alle drei Bauanträge beziehungsweise Bauvoranfragen gingen bei der Marktgemeinderatssitzung ohne Gegenstimmen über die Bühne. So ist auf dem Grundstück An der Klostermauer 6 in Thulba die Nutzungsänderung der ehemaligen Milchsammelstelle in eine Gaststätte geplant. Der Umbau erfolge, um einen ganzjährigen Wirtschaftsbetrieb des „Begegnungsgartens“ zu ermöglichen. Es wird im Gemeinschaftsraum auf 26 Quadratmetern Platz für 20 Gastplätze geschaffen.
Zudem soll auf 200 Quadratmetern eine Außenbewirtung möglich werden. Es sind lediglich bauliche Änderungen im Innenbereich des Gebäudes beantragt, stellte Simone Kreile von der Bauverwaltung das Vorhaben vor.
Damit die Einzelgenehmigungen entfallen
Aufwand und Behandlung seien hier genauso wie bei einer großen Gaststätte, doch für den Obst- und Gartenbauverein entfielen dann die immer wiederkehrenden Einzelgenehmigungen für eine Bewirtung. Genutzt werden solle es bei Arbeitseinsätzen und für kleinere Veranstaltungen wie Frühschoppen oder „Begegnungstreffen“ bis maximal 22 Uhr. Die Sachgebiete Gewerberecht, Immissionsschutz, Denkmalschutz, Veterinäramt/Lebensmittelüberwachung und Gesundheitsamt des Landratsamtes Bad Kissingen sowie der Behindertenbeauftragte des Landkreises wurden durch die untere Bauaufsichtsbehörde an dem Verfahren beteiligt und um Stellungnahme gebeten. Nun hofft man hier auf einen positiven Ausgang.
Energieversorgung auf bundesweitem Durchschnitt
Die Energieversorgung im Markt Oberthulba liegt im bundesweiten Durchschnitt, der Markt weist Potenziale für Freiflächen-PV-Anlagen und Windkraft auf und der EE-Anteil bei Strom liegt bei rund 51 Prozent (Gesamt bei rund 15 Prozent). Diese Aussagen stammen aus dem Abschlussbericht von Fiona Knieling, Energievision Franken GmbH (EVF), im Rahmen des Förderprojektes „Energiecoaching-Plus in Unterfranken“, den sie dem Gremium vorstellte. Sie gab den Energiebedarf des Marktes Oberthulba bei Strom mit 11.500 MWh, bei der Wärmeerzeugung mit 68.000 MWh und in der Mobilität mit rund 64.500 MWh jährlich an.
Für jede kommunale Liegenschaft sei in allen Ortsteilen eine Verbrauchsdatenerfassung durchgeführt worden, die nun jederzeit abrufbar sei. „Die relative Einordnung gibt hier ein Gefühl, aber man muss sich auch immer den absoluten Verbrauch anschauen“, riet sie den Verantwortlichen. Als Fazit schlug sie vor, mit Oberthulba und Reith in das volle Wärmeplanungsverfahren einzusteigen, für die übrigen sechs Ortsteile reiche wohl ein verkürztes Verfahren, denn im Großen und Ganzen könne man sich auf die errechneten Daten verlassen.
PV-Anlagen auf den Gebäuden
Hochbehälter und Druckerhöhungsanlagen erteilte sie rein rechnerisch eine Absage. Balkonanlagen, die eine gewisse Grundlast abdecken, könnten hier jedoch eine Alternative bei Preis/Leistung darstellen. Das Gasnetz könne grundsätzlich auf Wasserstoff umgerüstet werden, beantwortete sie die Frage danach. Beantwortet werden müsse hier aber, wo kommt der Wasserstoff her? Die zukünftig benötigte Wärmeplanung auszuarbeiten, sei in einem Jahr machbar, beantwortete sie auch die Frage von Bürgermeister Mario Götz.
Einstimmig entschied sich der Rat für den Neuerlass der Erschließungsbeitragssatzung des Marktes Oberthulba. Ebenso einstimmig auch für eine Nutzungsänderung zum Micro-Fitnessstudio in der Hammelburger Straße in Oberthulba und für eine Bauvoranfrage zum Neubau eines Wohnhauses mit Doppelgarage und Holzlege Am Schwann in Hetzlos.
Brücke muss saniert werden
Klaus Wolf vom gleichnamigen Ingenieurbüro für Bauwesen in Bad Bocklet stellte gemeinsam mit Thomas Kirchner von der Bauorganisation Markt Oberthulba die detaillierte Maßnahme zur Sanierung der Bogenbrücke in Thulba vor. Schon seit Jahren beschäftige sich der Rat mit der Sanierung, die ein wichtiger Zugang zum Sportzentrum und für den Tourismus sei, so Bürgermeister Mario Götz.
„Im Jahr 2020 wurde Handlungsbedarf festgestellt, der nun mit jedem Winter und jedem Frost steigt“, sprach sich Wolf für die Sanierung und eine vernünftige Abdichtung aus. Er wunderte sich darüber, dass die Brücke aktuell mit „Brückenklasse 16 – Busse frei“ bewertet ist, dabei habe ein voller Bus gerne einmal 20 Tonnen und mehr. Im nächsten Jahr finde wieder die nächste große Prüfung der Brücke statt.
Wolf stellte die Varianten Sanierung und Ertüchtigung der Brücke ohne (Variante A) und mit Erhöhung der Tragfähigkeit (Variante B) vor. Die Sanierung erfordert eine Baugrunduntersuchung und eine teilweise Entkernung. Die Kosten für Variante A bezifferte er auf 545.000 Euro, die für Variante B auf 1,08 Millionen Euro, in beiden Fällen addieren sich hierzu die Kosten für eine Behelfsbrücke in Höhe von 207.000 Euro.
So steht es um die Förderchancen
Bei A gebe es keine Förderung, bei B könne der Markt mit 65 Prozent der förderfähigen Kosten rechnen, die Bauzeit betrage rund zwei Jahre. Gemeinderat Michael Meindl fragte, ob man anstelle der Behelfsbrücke nicht auch eine neue Brücke bauen könne. Für Heiko Väth stellte die Variante B gleichzeitig die günstigste Lösung dar, Holger Fröhlich hegte den Verdacht, dass man bei einer Sanierung immer wieder nachbessern müsse und mit einer neuen Brücke länger Ruhe habe.
Jürgen Kolb wollte die Gründe für eine Sanierung noch einmal kommuniziert wissen und auch, weshalb eine neue Brücke nicht möglich scheint. Der Bürgermeister will nicht noch mehr Zeit verstreichen lassen und in die Planung gehen, für Variante B sollen die Fördermöglichkeiten geprüft werden, dafür gab es grünes Licht.
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