„Heute ist euer Abend, heute ist Bürgerversammlung“ – mit diesen Worten begrüßte der 2. Bürgermeister und Ortsbeauftragter von Thulba, Jürgen Kolb, die zahlreichen Besucherinnen und Besucher. Der FC Thulba hatte in der Halle zwei lange Tischreihen und einen Stammtisch aufgebaut, übernahm die Bewirtung und schaffte bis kurz vor Veranstaltungsbeginn noch Stühle bei.
Bürgermeister Matthias Hüttl, für den es die erste offizielle Bürgerversammlung war, die er abhielt, zeigte sich überwältigt von der großen Besucherzahl und freute sich, dass auch viele junge Leute darunter waren. Als wesentliche Themen in Thulba kristallisierten sich die Sanierung der Halle, der Brücke, sowie einiges rund um Verkehr und Friedhof heraus.
Nach dem Zensus 2022 hat das Statistische Landesamt für den Markt Oberthulba die amtliche Einwohnerzahl auf 4902 festgesetzt, Thulba hat als zweitgrößter Ortsteil 1077 Einwohner.
Bürgerbus eingestellt
Das Thema Glasfaserausbau zieht sich aktuell wie ein roter Faden durch den Markt, für Thulba erfolgt der Baubeginn frühestens Herbst 2027, die Bauzeit ist mit 29 Monaten veranschlagt.
Das Bürgerbus-Projekt lief weniger gut und wurde eingestellt, dafür wurde auf Landkreisebene das Projekt Callheinz auf das Bediengebiet Hammelburg ausgeweitet.
„Hinter der Mauer“ wurde eine neue Trafostation errichtet, die Aufnahme des Alten Wehrs in die Denkmalschutzliste wird aktuell geprüft. Ein Büchereischrank ist aufgestellt worden und der Brunnenplatz im Umfeld der Propstei ist neu gestaltet worden. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Thulba ist verschoben und erfolgt erst, wenn der Breitbandausbau abgeschlossen ist.
Als Trauerspiel bezeichnete ein Besucher die geplante Sanierung der Thulbatal-Halle und wollte den aktuellen Sachstand wissen. Die Sanierung koste jetzt das Dreifache wie vor zehn Jahren.
Bei der Akquirierung von Fördermitteln sei man mehrfach leer ausgegangen, informierte der Bürgermeister. Man wolle jetzt parallel weiterarbeiten und nicht auf die Sanierung der Brücke warten. „Zwischensanierung und Stückwerk sind hier schwierig, wir müssen die Sanierung ganzheitlich betrachten“, so Hüttl. Was nutze eine große Sanierung, wenn sie noch fünf Jahre dauert.
Probleme wie die WC-Anlage oder die Duschen müssten dringend angegangen werden, ergänzte ein Bürger. Der Spielbetrieb funktioniere nur, wenn solche Sachen in Ordnung seien.
Defekte und fehlende Gießkannen am Friedhof wurden in der Bürgerversammlung moniert, und es wurde auf nur noch wenige freie Plätze in der Urnenwand hingewiesen. Außerdem wollte ein Bürger wissen was mit den Urnen passiert, wenn die Belegungszeit abgelaufen ist.
Spielgeräte sind teuer
Sie würden in ein anonymes Grab umgebettet und die Gießkannen wolle er überprüfen und gegebenenfalls welche besorgen, so die Antwort von Jürgen Kolb. Gemeinderätin Kerstin Neder kritisierte den Zustand des Friedhofes.
Es wurden auch wieder Geschwindigkeitsbeschränkungen und Zebrastreifen gewünscht, wohl wissentlich, dass es sich um eine Kreisstraße handle.
An den Spielplätzen sei nicht erkennbar, dass es bei Thulba um den zweitgrößten Gemeindeteil ginge, so die Kritik in der Bürgerversammung. Hüttl wies auf die hohen Preise bei Spielgeräten hin und gab den Hinweis, dass sich bei Spielplatzumgestaltungen immer wieder Elterninitiativen gründen würden.
Eine Straßenlampe am Friedhof werde immer mal wieder angefahren, berichtete ein Bürger und schlug eine Versetzung vor.
Außerdem wurde der Bürgermeister eingeladen, sich bei einer der Chorproben die Toilettenanlage in der alten Kanzlei einmal anzuschauen.
Ein Bürger lobte den schnellen Austausch eines defekten Verkehrsspiegels.
Viel zu viel Verkehr
Für die Anlieger sei der Verkehr teilweise schon jetzt nicht mehr auszuhalten, dann komme auch noch der Baustellenverkehr bei der Sanierung der Bogenbrücke dazu, beklagte ein Anlieger. Manche Gemeinden würden versuchen, den Verkehr aus dem Ort herauszubringen, in Thulba dagegen werde er durch die Brückensanierung im Ort gehalten, so die Kritik. Es wurde ein Brückenneubau an anderer Stelle vorgeschlagen.
„Ja, es wird hier Unannehmlichkeiten geben“, musste der Bürgermeister zugeben, es ist ein komplexes Thema, bei dem viele Dinge mit reinspielten. Ein Neubau sei erwogen worden und sei gescheitert.
Abschließend wies Alexander Muth auf die Feierlichkeiten „900 Jahre Sankt Lambertus“ mit Besuch des Bischofs im Juni nächsten Jahres hin. Es werde hierzu noch Informationen und Flyer geben.









