Einstimmig hat der Gemeinderat den Haushalt für 2026 samt Stellenplan verabschiedet. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 4.224.920 Euro und fällt damit deutlich geringer aus als im Vorjahr (VJ: 4.834.399 Euro). Auf den Verwaltungshaushalt entfallen 3.247.280 Euro (VJ: 3.059.900 Euro), auf den Vermögenshaushalt 977.640 Euro (VJ: 1.774.499 Euro).
Finanzleiterin Brigitte Amberg stellte den mit Bürgermeister Rainer Morper vorbereiteten Entwurf vor. Die spätere Haushaltsberatung infolge der Neuwahl hat den Vorteil, dass Maßnahmen und ihre Auswirkungen inzwischen besser einzuschätzen sind. Die Hebesätze bleiben unverändert: bei der Grundsteuer A bei 320 Prozent, bei der Grundsteuer B bei 210 Prozent.
Wichtigste Einnahmequelle bleibt der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit 822.000 Euro. Die Schlüsselzuweisungen steigen auf 558.250 Euro (VJ: 522.648 Euro), bei der Gewerbesteuer rechnet die Gemeinde mit 210.000 Euro (VJ: 169.446 Euro). Deutlich sichtbar werden auch die höheren Gebühreneinnahmen nach der vorgenommenen Anpassung: Für Abwasser sind 180.000 Euro angesetzt (VJ: 110.366 Euro), für Wasser 87.000 Euro (VJ: 80.881 Euro). Dagegen sinken die Mieteinnahmen und Pachten auf 75.340 Euro (VJ: 84.408 Euro). Erfreulich entwickeln sich die erwarteten Einnahmen aus dem Forstbetrieb mit 42.550 Euro gegenüber 26.410 Euro im Vorjahr.
Höhere Kreisumlage
Der Haushalt zeigt jedoch zugleich die eingeschränkten Möglichkeiten der Gemeinde. Die Personalausgaben steigen um 4,1 Prozent auf 674.080 Euro. Die Kreisumlage erhöht sich um vier Prozent auf 635.260 Euro. Besonders stark wächst der sachliche Verwaltungs- und Betriebsaufwand: Er liegt mit 625.130 Euro um 18,6 Prozent über dem Vorjahresansatz. Hier schlagen vor allem die notwendige Klärschlammentsorgung sowie Beratungskosten für den Ausbau der Windenergie zu Buche. Diese Beratungskosten sollen in späteren Jahren allerdings durch die Betreiber realisierter Anlagen erstattet werden.
Die geplante Zuführung zum Vermögenshaushalt beträgt 75.700 Euro und liegt damit über der gesetzlichen Mindestzuführung von 29.420 Euro. Der Vergleich verdeutlicht dennoch den enger werdenden Spielraum: 2023 hatte die Zuführung noch 374.597 Euro erreicht. Auch die Rücklage sinkt voraussichtlich auf 287.736 Euro, nachdem sie im Vorjahr noch 992.086 Euro betrug. Bis 2029 wird ein weiterer Rückgang auf 76.216 Euro erwartet.
Verbesserungsbeiträge
Bei den kommunalen Baumaßnahmen sind 296.000 Euro vorgesehen. Allein für den Parkplatz „Raßthaler Weg“ sind 143.000 Euro eingeplant – rund 48 Prozent dieses Betrags. Neue Kredite sind 2026 nicht vorgesehen. Ende des Jahres soll die Verschuldung bei 441.176 Euro liegen, was 401,43 Euro je Einwohner entspricht und damit deutlich unter dem vergleichbaren Landesdurchschnitt von 835 Euro bleibt.
Am Rande der Haushaltsberatung verwies Amberg auf eine bei der Mischwasserbehandlungsanlage festgestellte Überdeckung bei den Beiträgen. Nach der noch laufenden endgültigen Kalkulation sollen geschätzt 80.000 Euro an Beitragszahler zurückerstattet werden. Mit Blick auf künftige Investitionen, insbesondere die Sanierung oder einen Neubau der Kläranlage, sagte die Finanzleiterin: „Auch in Zukunft ist mit Verbesserungsbeiträgen für verschiedene gemeindliche Maßnahmen zu rechnen.“ Für die Bürger könnten damit weitere finanzielle Belastungen verbunden sein.
Neben dem Haushalt billigte der Gemeinderat eine Bauvoranfrage mit entsprechenden Befreiungen für den Umbau einer Scheune zu einem Wohnhaus im Bereich Singberg/Schäffthal. Für Ramsthaler Kinder beim geplanten Ministrantenzeltlager soll es einen Zuschuss von 2,50 Euro pro Nacht geben.
Der Wohnmobilstellplatz beschäftigte das Gremium erneut. Ziel bleibt es, für dessen Nutzung künftig Gebühren zu erheben. Ob dies wirtschaftlich umsetzbar ist, soll erst nach Vorlage aller Kosten entschieden werden. Mit einer Gegenstimme stimmte der Gemeinderat diesem Vorgehen zu.
Neuer Name gesucht
Der Tourismusausschuss berichtete über Überlegungen zur bislang nicht verwirklichten Gestaltung des Pfarrgartens. Für die bei der Kunstwoche zum 900-jährigen Gemeindejubiläum geschaffene Holzskulptur wird er als Standort erwogen. Louis Sixt will einen Gestaltungsplan erarbeiten. Auch der nur wenig genutzte Generationenplatz an der Hauptstraße soll attraktiver werden; für die Bocciafläche ist eine Entkrautung vorgesehen. Zudem wird über eine neue Bezeichnung für den Bereich nachgedacht.
Diskutiert wurde auch die Zukunft der inzwischen farblich gealterten Schilder mit dem Bild der ehemaligen fränkischen Weinkönigin Melanie Unsleber. Nach Rücksprache mit ihr könnten die Schilder am Ortseingang und am Lagerhaus entfernt werden. Für die hochwertigen Edelstahlgestelle sowie die Podeste der längst abgebauten Weinfässer werden Nachnutzungen gesucht. Ebenso sucht die Gemeinde nach praktikablen Lösungen für Veranstaltungshinweise an den Ortseingängen.
Bürgermeister Morper stellte außerdem die Heimat-App vor, über die Kommunen aktuelle Informationen aus Verwaltung, Vereinsleben und Wirtschaft bündeln können. Für den 10. September ist in Sulzthal eine Informationsveranstaltung des Anbieters für Vereine geplant.
Angesichts zunehmender Wasserknappheit brachte Gemeinderat Daniel Lohfink die Idee eines Wasserspeichers unter dem geplanten Parkplatz am Raßthaler Weg ein. In niederschlagsreichen Monaten könnten dort mehrere hundert Kubikmeter Wasser gesammelt und in Trockenzeiten genutzt werden. Die Verwaltung erhielt den Auftrag, Fördermöglichkeiten zu prüfen.
Im Zusammenhang mit der vorgenommenen Auftragsvergabe an die Telekom informierte der Bürgermeister, dass bei der Verlegung der neuen Stromleitungen im Ort keine weiteren Leerrohre für die Breitbandversorgung durch HAB-Net verlegt werden. Das bedeutet, dass bei Bedarf durch die Telekom Gehwege und Straßen zur Verlegung der Glasfasertechnik möglicherweise erneut geöffnet werden müssten.
Bernhard Gößmann-Schmitt regte an, die Ergebnisse von Ortsbegehungen künftig im Gremium nachzubehandeln. Julian Schaub verwies auf zu hohe Strompreise in gemeindlichen Gebäuden. Am Beispiel des Sportheims zeigte er einen deutlichen Preisunterschied zu einem alternativen Versorger auf. Die Verwaltung soll nun die Preissituation im Bündelvertrag prüfen.
Aufträge vergeben
Bürgermeister Rainer Morper informierte über Auftragsvergaben aus dem nichtöffentlichen Teil.
- Parkplatz am Raßthaler Weg: Architekturbüro bma wurde mit der Ausführungsplanung der Leistungsphase 5 zum Angebotspreis von 6655 Euro brutto beauftragt. Das Baugrundgutachten ging für 2415 Euro an die Geotechnik Badel GmbH.
- Breitbandausbau: Den Auftrag zum Aufbau und Betrieb eines FTTH-Netzes im festgelegten Ausbaugebiet des Lückenschlussprogramms erhielt die Telekom Deutschland GmbH zum Preis von 465.430 Euro. Die Förderung beträgt dabei 90 Prozent. Beratungsleistungen für die Gigabit-Richtlinie 2.0 wurden zum Pauschalpreis von 10.710 Euro brutto an Dr. Först Consult vergeben, ebenso die Baubegleitung – vorbehaltlich einer Förderzusage – an dieses Unternehmen; der Pauschalpreis beträgt 47.600 Euro.












