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Startchancen-Programm
Neue Möglichkeiten für Bildung und Gemeinde
Sinntalschule in Wildflecken
An der Sinntalschule in Wildflecken werden in den kommenden Jahren Tausende Euro in die Ausstattung investiert. Die Marktgemeinde beteiligt sich am Förderprogramm. // Sebastian Schmitt
Wildflecken – Mit überschaubarem Eigenanteil unterstützt der Marktgemeinderat Wildflecken Maßnahmen an der Sinntalschule. Der Rest des benötigten Geldes kommt aus dem Startchancen-Programm. Was jetzt geplant ist.

Die Zukunft der Sinntalschule stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates Wildflecken. Unter der Leitung von Bürgermeister Daniel Kleinheinz beschäftigte sich das Gremium ausführlich mit dem bundesweiten Startchancen-Programm, von dem die Grund- und Mittelschule in Wildflecken in den kommenden zehn Jahren profitieren wird. Dabei wurde deutlich: Für die Marktgemeinde eröffnen sich erhebliche Investitionsmöglichkeiten in die Bildungsinfrastruktur, während die finanzielle Belastung für den kommunalen Haushalt vergleichsweise gering bleibt.

Zu Beginn informierte Bürgermeister Kleinheinz ausführlich über die Hintergründe des Programms und die geplanten Maßnahmen an der Schule. Die Sinntalschule wurde als sogenannte Startchancen-Schule ausgewählt und gehört damit zu den Bildungseinrichtungen, die vom größten Bildungsförderprogramm in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland profitieren. Das Startchancen-Programm verfolgt das Ziel, die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern. Über einen Zeitraum von neun bis zehn Jahren stehen der Sinntalschule erhebliche Fördermittel zur Verfügung, um unterschiedliche Projekte zur Verbesserung der Lernbedingungen umzusetzen.

Rückzugs- und Ruhezonen

Die Schule entwickelt dabei eigenständig Ziele und Maßnahmen, die zunächst mit dem Schulamt abgestimmt und anschließend von der Regierung genehmigt werden müssen. Besonderes Augenmerk liegt auf der Schaffung moderner Lernumgebungen, Begegnungsflächen für Kommunikation sowie Rückzugs- und Ruhezonen für konzentriertes Arbeiten.

Ein wesentliches Projekt betrifft den Ganztagsbereich der Schule. Dort soll ein bisher teilweise noch im Rohbau befindlicher Raum für die Offene Ganztagsschule (OGS) ausgebaut und modern gestaltet werden. Die Schülerinnen und Schüler waren selbst aktiv an der Planung beteiligt. Sie entwickelten Konzepte für die Nutzung des Raumes, verglichen verschiedene Möbelvarianten und trafen gemeinsam eine Auswahl für die künftige Ausstattung.

Kleinheinz erläuterte dem Rat ausführlich die Struktur des Förderprogramms. Dieses gliedert sich in drei Säulen. Während Maßnahmen der Säulen II und III vollständig durch Bundesmittel finanziert werden und somit keinen Eigenanteil der Kommune erfordern, sieht die Säule I eine Beteiligung des Schulaufwandsträgers vor. Hier übernimmt der Bund 70 Prozent der förderfähigen Kosten, während die Kommune 30 Prozent selbst tragen muss. Gefördert werden über diese Säule insbesondere: Neubau-, Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen, barrierefreie und klimagerechte Infrastruktur, lernförderliche Ausstattung, digitale Infrastruktur, Rückzugs- und Aufenthaltsbereiche, multifunktionale Räume sowie vorbereitende Planungsmaßnahmen.

Im Durchschnitt stehen über die gesamte Programmlaufzeit pro Startchancen-Schule Fördermittel von rund 830.000 Euro zur Verfügung. Ein zentraler Baustein der aktuellen Maßnahmen ist die Anschaffung neuen Mobiliars für verschiedene Bereiche der Schule. Neben dem neuen OGS-Raum sollen auch die Aula, Verbindungsgänge, der Bereich der Mittagsverpflegung sowie die Flure vor den Klassenzimmern aufgewertet werden. Vorgesehen sind unter anderem Trennwände, Sofas und Polstersitzmöbel. Diese dienen nicht nur der Aufenthaltsqualität, sondern verbessern gleichzeitig die Raumakustik und den Schallschutz.

Aufenthaltsraum wird saniert

Für die Ausstattung hatte die Schulleitung verschiedene Angebote eingeholt und verglichen. Nach Prüfung sprach sich die Verwaltung für die Vergabe an die Firma Wehrfritz aus. Das Gesamtvolumen des Angebotes beträgt rund 32.089 Euro. Davon entfallen rund 16.000 Euro auf Maßnahmen der Säule I, wodurch für den Markt Wildflecken ein Eigenanteil von etwa 4800 Euro entsteht. Die übrigen Kosten können über andere Fördersäulen vollständig refinanziert werden. Neben der Möblierung steht die Sanierung des neuen Aufenthaltsraumes für die Offene Ganztagsschule an. Auch diese Maßnahme kann überwiegend über die Förderrichtlinie finanziert werden.

Hierfür wurden Angebote örtlicher Unternehmen eingeholt. Für die Trockenbau- und Verputzarbeiten soll die Firma Jochen Hahn aus Oberbach den Zuschlag erhalten. Die Auftragssumme beträgt 12.947 Euro brutto. Die Elektroinstallationsarbeiten sollen an die Firma Elektro Kirchner aus Oberbach vergeben werden. Hier beläuft sich die Auftragssumme auf 4921 Euro brutto. Allerdings enthält das Angebot der Firma Hahn zusätzlich Sanierungsarbeiten am Aufzugschacht in Höhe von rund 2900 Euro. Diese Arbeiten sind nicht förderfähig und müssen vollständig von der Marktgemeinde getragen werden.

Besonders intensiv wurde die finanzielle Seite der Maßnahmen betrachtet. Die förderfähigen Sanierungsarbeiten für den OGS-Raum belaufen sich auf insgesamt rund 14.969 Euro. Aufgrund der 70-prozentigen Förderung verbleibt für den Markt Wildflecken ein Eigenanteil von 4490 Euro. Hinzu kommen die nicht förderfähigen Arbeiten am Aufzugschacht mit rund 2900 Euro. Insgesamt entsteht der Gemeinde damit für die baulichen Maßnahmen ein Eigenanteil von etwa 7390 Euro. Zusammen mit dem Eigenanteil für die Möblierung von rund 4800 Euro investiert die Marktgemeinde also insgesamt knapp 12.200 Euro Eigenmittel, um Maßnahmen mit einem deutlich höheren Gesamtvolumen umzusetzen.

Weitere Projekte vorgesehen

Gerade aus kommunaler Sicht wurde deutlich, welch erheblicher finanzieller Vorteil sich durch das Förderprogramm ergibt. Ohne die Bundesförderung wären die geplanten Investitionen in dieser Größenordnung nur mit deutlich höheren Belastungen für den Gemeindehaushalt möglich gewesen. Wie Kleinheinz weiter erläuterte, soll die aktuelle Maßnahme nur der Auftakt einer langfristigen Entwicklung sein. Bereits für das kommende Jahr sind weitere Schallschutzmaßnahmen sowie zusätzliche bauliche Projekte vorgesehen, die ebenfalls über das Startchancen-Programm beantragt werden sollen. Das Staatsministerium empfehle ausdrücklich, die Fördermittel strategisch einzusetzen und größere Schwerpunktmaßnahmen zu bündeln. Gleichzeitig müsse eine enge Abstimmung zwischen Schulleitung, Schulaufsicht und Schulaufwandsträger erfolgen, um die verschiedenen Fördersäulen optimal miteinander zu verzahnen.

Nach ausführlicher Beratung nahm der Marktgemeinderat die Informationen zum Startchancen-Programm zustimmend zur Kenntnis. Das Gremium beschloss die Anschaffung des neuen Mobiliars mit einem Eigenanteil des Marktes Wildflecken von rund 4800 Euro. Ebenso stimmte der Rat der Vergabe der Arbeiten an die Firmen Jochen Hahn und Elektro Kirchner zu. Der hierfür entstehende Eigenanteil beträgt rund 7.390 Euro. Zudem wurde vereinbart, dass die Verwaltung den Marktgemeinderat auch künftig gemeinsam mit der Schulleitung rund um Christiane Helfrich regelmäßig über weitere geplante Maßnahmen und Fördermöglichkeiten im Rahmen des Startchancen-Programms informieren wird.

Mit den nun beschlossenen Investitionen nutzt Wildflecken eine seltene Gelegenheit: Mit vergleichsweise geringem Einsatz kommunaler Mittel können erhebliche Verbesserungen für die Schülerinnen und Schüler der Sinntalschule erreicht werden. Für die Marktgemeinde bedeutet dies nicht nur eine Investition in Gebäude und Ausstattung, sondern vor allem in die Bildungs- und Zukunftschancen der jungen Generation.

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