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Wald
Borkenkäfer sorgen für Mehrkosten
Fichten leiden stark unter einem Befall des Borkenkäfers.
Fichten leiden stark unter einem Befall des Borkenkäfers. // Martin Regner
Nüdlingen – Der Klimawandel zeigt sich in Nüdlingen durch einen starken Borkenkäferbefall. Der Revierleiter erklärt, wie dramatisch die Situation ist. Die Holzpreise für Bürger ändern sich.

Einen „katastrophalen Borkenkäferbefall beim Nadelholz“ hat Revierleiter Fabian Menzel, Geschäftsführer der Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Saale, in den Nüdlinger Waldstücken Wagental, Hemmschuh und Heiligengrund festgestellt.

Zehn Hektar sind befallen

Befallen sind etwa zehn Hektar mit Fichtenbestand. Wie Menzel dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung mitteilte, müssen die betroffenen Bäume sofort entfernt werden, um die weitere Ausbreitung des Borkenkäfers zu verhindern.

Die sich daraus ergebenden Mehrkosten im laufenden Haushaltsjahr für Einschlag und Rückung wurden mit 220.000 Euro berechnet.

Anteil der Fichte bis Ende 2023 auf null

„Der Anteil der Fichte wird sich bis Ende 2023 auf null reduzieren“, machte Revierleiter Menzel dem Gemeinderat die Situation klar. Allerdings würden nur kleinere Kahlstellen entstehen, da bereits in vergangenen Jahren frühzeitig mit anderen Baumarten aufgeforstet wurde.

Allgemein muss festgestellt werden, so Revierleiter Menzel in seinem Vortrag weiter, dass sich die Ausbreitung des Borkenkäfers bei anhaltender Witterung in rasantem Tempo fortsetzt.

Lehmböden trocknen aus

„Wir haben deutschlandweit immense Käferbestände – gerade verstärkt in den letzten Jahren.“

Zudem würden die Lehmböden seit 2018 zunehmend austrocknen. „Es gibt Waldbestände, die im Prinzip schon verloren sind. Was wir jetzt machen, ist kein aktiver Einschlag mehr, sondern nur ein Hinterherlaufen“, schilderte Menzel die Dramatik.

Das in den Wäldern geschlagene Holz wird je nach verbliebener Qualität als Bauholz oder Brennholz verkauft.

Zwei Buchdrucker, eine Käferart aus der Unterfamilie der Borkenkäfer
Zwei Buchdrucker, eine Käferart aus der Unterfamilie der Borkenkäfer // Andreas Arnold/dpa

Käfer im Nachbarforst nicht bekämpft

In diesem Zusammenhang verwies der Revierleiter auch auf die Situation im benachbarten Bundesforst. Dort werde der Borkenkäfer nicht bekämpft, da dies wegen der Bodenkontaminierung mit alter Munition nicht möglich sei.

Zweiter Bürgermeister Edgar Thomas (CSU) ärgerte sich darüber, „dass der Bund als unser Nachbar nichts gegen den Käfer tut“, musste aber einsehen, dass daran wohl nichts zu ändern ist. „Wir müssen unsere Aufgabe jedenfalls erfüllen und den Käfer rauskriegen“, sagte er weiter.

Überplanmäßige Ausgaben

Den Ausgaben stünden immerhin auch Einnahmen gegenüber. Dies bestätigte auch Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) kurz und bündig: „Es muss gemacht werden, und dafür brauchen wir Geld.“

Der Gemeinderat stimmte deshalb ohne Gegenstimme dafür, „die notwendigen Mittel zur Deckung der überplanmäßigen Ausgaben in Höhe von 220.000 Euro zur Verfügung zu stellen“.

Die Deckung dieser Ausgaben ist über eine Verringerung der Zuführung zum Vermögenshaushalt gewährleistet.

Neue Holzpreise für Nüdlinger Bürger

Im vergangenen Jahr hatte der Nüdlinger Gemeinderat in Abstimmung mit der Finanzverwaltung beschlossen, dass Nüdlinger Einwohner zehn Festmeter Holz zu einem niedrigeren Nettopreis von 20 Euro kaufen dürften und nur für zusätzliche Festmeter den üblichen Marktpreis zu zahlen hätten.

Im Laufe der folgenden Monate hatte die Finanzverwaltung nun feststellen müssen, dass diese Regelung nicht nur einen unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand verursacht, sondern der Preis von 20 Euro nicht einmal die Selbstkosten gedeckt hat.

Nur 53 haben Holz bestellt

Deshalb hatte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung darüber zu beraten, die Preise künftig generell auf 65 Euro brutto pro Festmeter Nadelholz festzulegen und auf 90 Euro brutto pro Festmeter bei Hartholz sowie auf 15 bis 30 Euro brutto pro Ster Losholz. Dazu wurde das Ratsgremium informiert, dass bisher nur 53 Bürger Holz bestellt hatten.

Eine emotionale Angelegenheit

„Der Brennholzpreis ist eine höchst emotionale Angelegenheit“, war sich Bürgermeister Harald Hofmann (CSU) bewusst und gab damit den Startschuss zu einer längeren Diskussion im Gremium.

Neben Zustimmung und Ablehnung des Antrags gab es auch Vorschläge für Zwischenlösungen.

Schließlich versuchte der Bürgermeister, einen Kompromiss zu finden, und schlug einen Bruttopreis von 50 Euro pro Festmeter Nadelholz vor, der ausschließlich für die Abgabe an private Käufer gelten solle.

In allen anderen Fällen sei der jeweilige Marktpreis zu berechnen. Der Gemeinderat stimmte diesem Kompromissvorschlag zu.

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