Der Countdown für das Zentrum für Pflege, Sozialberufe und Ehrenamt in Maria Bildhausen läuft. Im Frühjahr soll das bayerische Vorzeigeprojekt in die Pilotphase gehen, um dann etwa 2027 den regulären Betrieb aufzunehmen. Dazwischen liegen noch Umbauarbeiten in einer Größenordnung von 30 Millionen Euro. Auch das Ministerium für Familie, Arbeit und Soziales beteiligt sich mit einem Betrag von 600.000 Euro an der ersten Phase.
Ressortchefin, Staatsministerin Ulrike Scharf (CSU), besuchte an diesem Samstag die Räumlichkeiten im künftigen Standort des ehemaligen Konventbaus. Das Kloster ist als Ziel von Regierungsvertretern aus München beliebt.
Holetschek bereits zu besuch, Söder übernimmt Schirmherrschaft
Erst vor wenigen Monaten machte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) seine Aufwartung, während Markus Söder (CSU) die Schirmherrschaft übernommen hat. Die Einrichtung soll jedoch den Namen von Barbara Stamm tragen, da sie mit besonders großer Hingabe das Vorhaben gefördert hat.
Ihr war es ein großes Anliegen, dass die Einrichtung Menschen dient, die im Bereich Pflege und Betreuung besonders stark in Anspruch genommen werden, erklärte Geschäftsführerin Cordula Kuhlmann bei einem Rundgang.
Einrichtung für Pflegende und Angehörige
In der geplanten Einrichtung sollen Mitarbeiter aus der Pflege sowie aus Sozial- und pädagogischen Berufen unterstützt und weitergebildet werden. Gleichermaßen angesprochen sind ehrenamtlich Tätige und pflegende Angehörige sowie Freiwillige, die in hochbelasteten Bereichen wie in Hospizen oder bei der Notfallseelsorge im Einsatz sind.
Übergeordnetes Projektziel ist die Aufrechterhaltung der Daseinsvorsorge in den Bereichen Pflege und Betreuung. Die Gesellschaft muss sich noch stärker damit auseinandersetzen, wie sie den künftigen Herausforderungen einer alternden Bevölkerung begegnet, führte die Geschäftsführerin aus.
Mehr Demente und Pflegebedürftige, Pflegepersonal wird knapper
Dabei gibt es verschiedene Entwicklungen: Die Zahl der Dementen und Pflegebedürftigen steigt deutlich, Pflegepersonal wird knapper und ist weniger bereit, in Vollzeit tätig zu sein. Außerdem gehen Mitarbeiter in Pflege- und Sozialberufen tendenziell immer früher in den Ruhestand.
Auf den Punkt gebracht: „Immer weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter müssen immer mehr Leistungen für immer mehr Menschen im nicht erwerbsfähigen Alter erbringen.“ Daher brauche es erhebliche Anstrengungen, um die Daseinsvorsorge in Pflege und Betreuung aufrecht zu erhalten.
Erholung, Begegnung und Austausch
Mit dem Zentrum sollen daher Bildungsangebote für Mitarbeiter kommunaler Einrichtungen, Institutionen und Verbände im Sozial- und Pflegebereich, Möglichkeiten der Erholung, Begegnung und des Austausches hergestellt werden. Gleichzeitig diene die Einrichtung als „Denkfabrik“ zur Schaffung neuer Bildungsangebote. Dazu solle ein größerer Stab an Mitarbeitern angestellt werden, um zum Ziel von jährlich 13.000 Teilnehmertagen zu gelangen.
Das ehemalige Kloster mit seinen angeschlossenen Einrichtungen biete das ideale Umfeld für die Teilnehmer, ergänzt Rüdiger Heining, der als zweiter Geschäftsführer kürzlich zum Aufbauteam hinzugestoßen ist. Die imposanten Gebäude und die reizvolle Umgebung seien hilfreich, um die Wertschätzung bei den Teilnehmern zu steigern und einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen.
Freistaat muss bei Finanzierung Einspringen
Begünstigt wird das Projekt dadurch, dass die Schwestern der Sankt-Josef-Kongregation vor ihrem Auszug vor fünf Jahren einen Teil des Konvents schon liebevoll saniert haben. Einige Wohnräume werden auch von der Klostergaststätte sporadisch genutzt. Die meisten Räume liegen jedoch ungenutzt brach.
Der Landkreis traue sich die Einrichtung der Zimmer zu, versicherte Landrat Thomas Bold (CSU). Bei der Finanzierung der Immobilie müssen jedoch der Bund und der Freistaat einspringen. Auch werden inzwischen Gespräche mit Krankenkassen zur Finanzierung der Leistungen geführt.
Als Träger dient eine Gesellschaft, die im Sommer aus der Taufe gehoben worden war und sich aus sozialen und karitativen Stiftungen, BRK, Caritas und weiteren Gesellschaften zusammensetzt.
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