Rund 250 Menschen aus dem Landkreis waren der Einladung des CSU-Kreisverbands Bad Kissingen zum Neujahrsempfang gefolgt. Sandro Kirchner beglückwünschte sich bei der Begrüßung scherzhaft selbst für sein Händchen, seinen Chef nach Münnerstadt eingeladen zu haben. „Zu Beginn eines neuen Jahres blickt man immer auch auf die anstehenden Herausforderungen“, sagte Kirchner und stimmte den Saal auf die Bundestagswahl ein. Das Ampel-Aus habe sich abgezeichnet. Er wundere sich jedoch, dass die Hauptakteure wie Bundeskanzler Scholz, Finanzminister Lindner oder Wirtschaftsminister Habeck das Selbstbewusstsein hätten zu sagen, sie hätten einen guten Job gemacht und wollten wieder in die Verantwortung.
Ziel sei ein Politikwechsel
Direktkandidatin Dorothee Bär erinnerte an den CSU-Slogan zur Wahl: „Wir wollen Deutschland wieder in Ordnung bringen – und können das auch!“ Nach der Bundestagswahl wolle man einen Politikwechsel schaffen. „Dass das geht, sieht man bei uns in Bayern“, so Bär. In Berlin habe man beispielsweise viel über die Bezahlkarte für Flüchtlinge diskutiert und gesagt, dass das nicht gehe. Sandro Kirchner habe diese in Bayern umgesetzt.
Joachim Herrmann ging in seiner Rede nicht nur auf das Thema Sicherheit ein, sondern holte zu einem Rundumschlag aus. Zuvor nutzte er die Gelegenheit für eine Prophezeiung in Richtung Dorothee Bär: „Sie wird nach der Wahl noch eine stärkere Rolle in Berlin spielen.“
Zu Beginn seiner Rede hob Herrmann hervor, dass ihm die Region keine Unbekannte sei: „Am 1. Juli 1975 habe ich meinen Wehrdienst hier begonnen.“ Nach sechs Wochen in Mellrichstadt ging es für ihn nach Hammelburg. Er erinnerte daran, dass man in Mellrichstadt die Wachtürme der DDR gesehen habe und auf beiden Seiten der Grenze deutsche Soldaten patrouillierten. „Damals war die Bundeswehr für die Mehrheit der Gesellschaft unumstritten.“ Dahin müsse man wieder zurück. „Wir wollen niemanden angreifen, aber wir müssen wieder so stark dastehen, dass niemand auf die Idee kommt, uns anzugreifen“, so der Innenminister.
Angriff auf BSW und AfD
Und während er die Grünen mit keinem Wort erwähnte, positionierte er sich lautstark gegen AfD und BSW: „Wenn der russische Außenminister diese Parteien empfiehlt, sollte das dem Letzten in unserem Land zu denken geben.“ Wer in dieser Zeit Gedanken äußere, aus der Nato und der EU auszutreten, für den habe er klare Worte: „So blöd kann man gar nicht sein!“
Beim Thema Innere Sicherheit erinnerte er daran, dass Bayern in Bezug auf die Bevölkerung die niedrigste Zahl an Straftaten habe. Trotz eines starken Staates gebe es jedoch „in manchen Bereichen zu viel Staat“. Dringend müsse deshalb Bürokratie abgebaut werden. Intensiv sprach Herrmann über das Thema Migration. „Ich will nicht die Grenzen schließen, aber wir müssen wieder die Kontrolle darüber haben, wer in unser Land kommt“, sagte er unter lautem Beifall. Er forderte eine „echte Wende in der Flüchtlingspolitik“.
Landrat Thomas Bold schwor den Saal abschließend auf den Wahlkampf ein.














