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Haus des Gastes in Oberbach
Von Schlüssel zu Transponder: Räte stimmen für neue Technik
Haus des Gastes Oberbach
Die Marktgemeinde Wildflecken will das Haus des Gastes langfristig als attraktiven Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in Oberbach sichern. Die Vereine sollen künftig stärker eingebunden werden. // Sebastian Schmitt
Wildflecken/Oberbach – Wildfleckens Marktgemeinderat hat die Weichen für die Zukunft des Hauses des Gastes gestellt. Mit moderner Schließtechnik und besseren Nutzungsregelungen soll es langfristig weiterentwickelt werden.
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Die Zukunft des Hauses des Gastes in Oberbach bleibt eines der zentralen Themen der Kommunalpolitik in Wildflecken. Nachdem in den vergangenen Monaten teils kontroverse Debatten über die künftige  Ausstattung, die Nutzungsmöglichkeiten und die finanziellen Rahmenbedingungen geführt worden waren, setzte der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nun ein deutliches Signal für eine schrittweise Weiterentwicklung der Einrichtung. 

Bereits die Diskussionen  über die Anschaffung neuer Thekenelemente sowie die Ausarbeitung neuer Nutzungsregelungen hatten gezeigt, welch hohe Bedeutung das Haus des Gastes für Vereine, Bürger und das gesellschaftliche Leben im Ortsteil Oberbach besitzt. Dabei standen regelmäßig die  Fragen nach den Kosten, dem tatsächlichen Bedarf und einer möglichst wirtschaftlichen Nutzung des Gebäudes im Mittelpunkt.  

Diesmal herrschte jedoch große Einigkeit im Gremium. Einstimmig beschloss der Marktgemeinderat die teilweise Umrüstung der bestehenden Schließanlage auf ein modernes elektronisches Schließsystem und  legte gleichzeitig die nächsten Schritte für die weitere Entwicklung des Hauses des Gastes fest.

Praktikable und wirtschaftliche Lösung

Bürgermeister Daniel Kleinheinz (CSU/PWG) machte deutlich, dass die Gemeinde einen pragmatischen und langfristig tragfähigen Weg einschlagen wolle. Ziel sei es, gemeinsam mit den Vereinen und den Bürgern eine  praktikable und wirtschaftliche Lösung zu schaffen, die dauerhaft allen Nutzern des Hauses des Gastes sowie der Marktgemeinde zugutekomme. Die Einführung einer elektronischen Schließanlage ist dabei nur ein Baustein eines größeren Gesamtkonzepts.

Parallel dazu sollen die Nutzungs- und Bewirtungsmöglichkeiten verbessert und die Infrastruktur  des Hauses des Gastes schrittweise weiterentwickelt werden. Die Einrichtung soll künftig noch stärker als Veranstaltungsort und Treffpunkt für Vereine, Bürger und örtliche Organisationen dienen.

Zunächst soll nun eine umfassende Bestandsaufnahme der vorhandenen Ausstattung erfolgen. Dabei soll geprüft werden, welche Einrichtungsgegenstände bereits vorhanden  sind und welche Ergänzungen notwendig werden. Zudem wurde die Frage aufgeworfen, ob die örtlichen Vereine bereit wären, sich im Rahmen eines gemeinsamen Arbeitseinsatzes an Verbesserungsmaßnahmen zu beteiligen. Die Koordination könnte nach den Vorstellungen  der Gemeinde durch das Organisationsteam beziehungsweise den Vereinsring erfolgen. Gleichzeitig soll gemeinsam festgelegt werden, welche Maßnahmen höchste Priorität besitzen und deshalb zuerst umgesetzt werden sollten.

Hintergründe für neue Schließtechnik

Ausführlich erläuterte die Verwaltung die Hintergründe für die geplante Einführung der elektronischen Schließtechnik. Die Außenhülle der Sinntalschule, der Gemeindetrakt am Sportheim in Wildflecken sowie das Helmut-Patzke-Stadion sind bereits  mit elektronischen Schließzylindern ausgestattet. Den Anstoß für diese Entwicklung hatte unter anderem der Verlust eines Schlüssels an der Schule gegeben.

Bei klassischen Schließanlagen kann ein verlorener Schlüssel erhebliche Folgekosten verursachen.  In vielen Fällen muss die komplette Schließanlage ausgetauscht werden, um die Sicherheit des Gebäudes weiterhin gewährleisten zu können. Zudem können die Kosten für die Nachfertigung einzelner Schlüssel bis zu 100 Euro betragen. Auch die Beschaffung neuer  Schlüssel ist oftmals zeitaufwendig.

Die Verwaltung hob deshalb die zahlreichen Vorteile elektronischer Schließsysteme hervor. So ermöglichen diese eine übersichtliche und nachvollziehbare Verwaltung der Zutrittsrechte. Berechtigungen  können individuell vergeben und bei Bedarf kurzfristig geändert werden. Neue Transponder können innerhalb weniger Minuten programmiert werden. Gleichzeitig entfällt bei Verlust eines Transponders die Notwendigkeit, die gesamte Schließanlage auszutauschen.

Neue Technik auch in anderen Gebäuden

Darüber hinaus plant die Gemeinde, die elektronische Schließtechnik künftig auch in weiteren öffentlichen Gebäuden einzusetzen. Nach und nach sollen auch der Bauhof, das Feuerwehrhaus und das Rathaus  in das System eingebunden werden. Die dafür erforderlichen Erweiterungen seien mit der vorgesehenen Software jederzeit problemlos möglich.

Gerade für das Haus des Gastes sieht die Verwaltung einen besonderen Handlungsbedarf. Ein wesentlicher Grund dafür ist die derzeit unübersichtliche Schlüsselsituation. Nach Angaben der Verwaltung  ist der Verbleib zahlreicher Schlüssel bis heute unbekannt. Eine vollständige Übersicht darüber, welche Personen aktuell Zugang zum Gebäude besitzen, existiert nicht. Aus Sicht der Verantwortlichen stellt dies sowohl organisatorisch als auch sicherheitstechnisch  ein erhebliches Problem dar.

Das vorgelegte Angebot konzentriert sich zunächst auf die wichtigsten Zugangsbereiche des Gebäudes. Vorgesehen sind elektronische Schließzylinder für den Haupteingang und den Zugang zum Saal. Darüber  hinaus umfasst das Angebot die notwendige Verwaltungssoftware für das Rathaus, ein Programmiergerät für Schlösser und Transponder, die Montage von insgesamt sieben Schließzylindern, zehn programmierbare Transponder sowie die komplette Installation, Inbetriebnahme  und Funktionsprüfung des Systems. Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich nach dem Angebot der Firma Krönlein aus Schweinfurt auf rund 6896 Euro brutto. Das Unternehmen betreut bereits zahlreiche Schließanlagen des Marktes.

Marktgemeinderat erteilt Auftrag

Der Marktgemeinderat folgte einstimmig dem Beschlussvorschlag. Damit wurde die Firma Krönlein  offiziell mit der teilweisen Umrüstung der Schließanlage im Haus des Gastes beauftragt.

Mit der Entscheidung setzt die Gemeinde ihren Kurs fort, das Haus des Gastes schrittweise weiterzuentwickeln. Nach den teils emotional geführten Diskussionen der vergangenen Monate zeichnet sich damit  ein neuer Ansatz ab, bei dem nicht einzelne Großanschaffungen im Vordergrund stehen, sondern eine systematische Verbesserung der Rahmenbedingungen.

Die Kombination aus moderner Zugangstechnik, einer besseren Organisation und einer stärkeren Einbindung der  Vereine soll dazu beitragen, das Haus des Gastes langfristig als attraktiven Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens  zu sichern. Dabei will die neue Gemeindeführung um Kleinheinz  auf Zusammenarbeit, Pragmatismus  und die Suche nach Lösungen setzen, die sowohl finanziell vertretbar als auch im Alltag praktikabel sind. 

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