Eine Bürgerversammlung für alle Ortsteile, da hätte sich Bürgermeister Dieter Muth (Aktive WG) ein wenig mehr Beteiligung der Bevölkerung gewünscht. Über 60 Personen waren gekommen.
Nachdem Muth ausführlich den Haushalt des vergangenen Jahres und die verschiedenen größeren und kleinen Baumaßnahmen erläutert hatte, kam die wichtigste Information des Abends, am Ende der Versammlung, und auch nur auf Nachfrage eines Bürgers, der wissen wollte, ob sich die Gemeinde schon Gedanken gemacht habe, „ein Windrad mit Bürgerbeteiligung“ zu bauen.
„Das hat die Gemeinde gemacht und hat sogar schon einen Antrag gestellt“, antwortete Muth. Und zwar für zwei Stellen: Es handele sich um eine gemeindliche Fläche an der Autobahn, nahe der Auffahrt nach Würzburg und eine Fläche in Richtung Berghaus, für diese sei der Antrag gemeinsam mit der Nachbargemeinde Riedenberg gestellt worden.
Regionaler Planungsverband prüft
„Momentan läuft die Prüfung für den Regionalplan, ob diese Flächen für Windkraft genutzt werden können“, sagte Muth. „Vor zehn Jahren durften in der Rhön keine Windräder gebaut werden. Die Rhön musste ja offenbleiben für Tourismus. In der Zwischenzeit hat ein Umdenken stattgefunden und man weiß, dass auch hier Energie gebraucht wird“, so der Bürgermeister weiter. Schon vor Weihnachten sei der Antrag gestellt worden. Muth rechnet in den nächsten zwei Wochen mit einer Entscheidung.
Taugen die Straßen?
Wie groß so ein Windpark werden soll, wurde gefragt. Dazu könne er zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen, das komme auf den Investor an, so die Antwort des Bürgermeisters. Kritisch sah ein Bürger die Möglichkeiten, die notwendigen Bauteile für ein Windrad an die genannten Standorte zu bringen. Die Straßen in der Gemeinde geben solche Transporte nicht her und die Autobahnbrücken seien dafür nicht ausgelegt.
Kritische Stimmen
Nicht alle Bürger seien für erneuerbare Energien, merkte ein Bürger an und kritisierte eine ungleiche Verteilung der Windräder in Bayern, zugleich stellte er die Frage, wer von einem Windpark in der Gemeinde profitieren werde. „Wir, die wir das Ding dann bei uns stehen habe, oder die, die es bei uns projektieren? Es muss darüber nachgedacht werden, ob wir die Energiewende für Deutschland retten müssen.“ Aus der Versammlung wurde Muth von mehreren Seiten mitgegeben: „Wenn etwas gebaut wird, nur mit Bürgerbeteiligung.“
Die Gemeinde Oberleichtersbach sei in Sachen erneuerbarer Energien schon sehr gut aufgestellt, zeigte Muth auf. 7,3 Millionen Kilowattstunden werden bereits über Solar, Biomasse, Wasser und Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) jährlich erzeugt. Der Verbrauch liege im Jahr bei 9,2 Millionen Kilowattstunden.
Beschilderung fehlt
Weiteren Diskussionsbedarf gab es zur Sanierung und Erneuerung von Flurwegen. Muth stellte klar, dass keine neuen Wege befestigt werden, es handele sich lediglich um Ausbesserungen und Erhaltungsmaßnahmen. Den Wunsch nach einem Radweg von Mitgenfeld nach Schildeck könne die Gemeinde nicht erfüllen, das sei Sache des Landkreises. Inwieweit die Beschilderung der vorhandenen Wander- und Radwege optimiert werden könne, werde der Bürgermeister an die entsprechenden Stellen weiterleiten.
Die Bürgerversammlung in Kürze:
- Modlos: Die über 60 Jahre alte Wasserleitung im Kirchweg soll erneuert werden. Der Landkreis Bad Kissingen plane, die Straße herzurichten, wo es möglich sei, werde der Gehweg verbreitert, dazu werde die Scheune in der Engstelle abgerissen.
Abgerissen werde auch die alte Wirtschaft, die Gemeinde habe das Gebäude erworben. An der alten Schulen seien Maßnahmen notwendig, untern anderem gebe es Probleme am Ortgang. Die Feuerwehr benötige ein neues Gerätehaus, die Planungen sollen zeitnah beginnen. - Breitenbach: Teile der Friedhofsmauer müssen saniert werden. Die Fugen bröseln, Steine fallen bereits heraus.
- Unterleichtersbach: Die Alte Schule soll abgerissen werden, das Gebäude sei in einem sehr schlechten Zustand, es gebe wenig Möglichkeit sie zu sanieren oder zu erweitern. Außerdem habe das Gebäude einen sehr hohen Energiebedarf. Auf dem Grundstück soll ein neues Feuergerätehaus mit Dorfgemeinschaftshaus entstehen. Die Planungen haben begonnen. 2024 sollen die Baumaßnahmen beginnen. Zur Heizung habe sich die Gemeinde noch keine Gedanken gemacht. Ein Anschluss an die Hackschnitzelheizung komme nicht in Frage, sie sei mit Schule und Kindergarten ausgelastet, so Muth.
- Gewerbegebiet Buchrasen: Seit anderthalb Jahren läuft die artenschutzrechtliche Prüfung, die notwendig ist, um das Gewerbegebiet erweitern zu können. In diesem Frühjahr finde eine weitere Überprüfung statt.
- Umgehungsstraße von Oberleichtersbach zur Autobahn: Eine Machbarkeitsstudie wurde in Auftrag gegeben. Geprüft werden eine Nord- und eine Südvariante. Gespräche mit dem Landratsamt und dem Straßenbauamt werden geführt, ob es eine Staats- oder Kreisstraße werde.
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