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Wirbel um Pflasterfläche
Marktgemeinderat Maßbach: Pflaster, Protest und Pfuscherei
Marktgemeinderat Maßbach
Die vom Heimatverein gepflasterte Fläche im Schlossgarten. // Daniel Wiener
Marktgemeinderat Maßbach
Unzureichend ausgeführte Arbeiten in der Unteren Aubergstraße in Poppenlauer. // Daniel Wiener
Maßbach – Der Maßbacher Marktgemeinderat beschäftigte sich mit neuen Sichtschutzzäunen, der künftigen Friedhofspflege und einer frisch gepflasterten Fläche, die für reichlich Wirbel sorgt.

Mehrere Anträge auf Befreiungen von den Festsetzungen bestehender Bebauungspläne hat der Gemeinderat ohne größere Diskussion genehmigt. So dürfen sowohl in der Neubrückenstraße 14 in Poppenlauer als auch in der Dr.-Benckiser-Straße 28 in Maßbach höhere Sichtschutzzäune aus WPC errichtet werden. Zustimmung erhielt außerdem der Umbau einer Dachgaube am Anwesen Kretzerstraße 2 in Maßbach.

Keine Mehrheit fand dagegen ein Antrag auf Förderung aus dem Programm der Allianz Schweinfurter Oberland für Investitionen zur Innenentwicklung. Beantragt worden war ein Zuschuss in Höhe von 2500 Euro für Sanierungsarbeiten am Anwesen Kirchgasse 9 in Poppenlauer. Bereits in der Vergangenheit war für das Objekt ein Förderantrag gestellt worden, der jedoch wegen eines vorzeitigen Baubeginns abgelehnt werden musste. Nun sollte die Förderung für bislang nicht begonnene Bauabschnitte bewilligt werden.

Dagegen regte sich im Gremium jedoch Widerstand. Wolfgang Rützel sah „eine wirtschaftliche Einheit“. Zudem könne es nicht angehen, Anträge so lange zu stellen, bis sie endlich genehmigt würden. Weitere Mitglieder pflichteten bei. Deshalb wurde der Antrag abgelehnt.

Vor dem Schrimpf’schen Schloss

Fast schon das Potenzial für eine Provinzposse besitzt derweil die Pflasterung einer Teilfläche vor dem Schrimpf’schen Schloss in Poppenlauer. Der Heimatverein hatte die 32 Quadratmeter große Fläche gepflastert, um den Besuchern und Helfern der Heimatspiele insbesondere bei schlechtem Wetter einen besseren Untergrund zu bieten. Allerdings befindet sich die Fläche – ebenso wie das Schloss selbst – im Eigentum der Immobilienverwaltung des Freistaates Bayern. Die Bühne und die Besuchertribünen gehören dagegen dem Markt Maßbach.

Wie Wolfgang Rützel, Zweiter Bürgermeister und Sprecher des Heimatvereins, einräumte, erfolgte die Pflasterung jedoch ohne vorherige Abstimmung mit der Immobilienverwaltung. Diese vertritt nun die Auffassung, dass für die Nutzung der Fläche ein Entgelt zu entrichten sei. Von der Gemeinde werden deshalb 1120 Euro als Nutzungsgebühr für die kommenden 30 Jahre gefordert.

Rützel zeigte wenig Verständnis für diese Forderung. Schließlich habe die Pflasterung eine Aufwertung der Fläche bewirkt. Hinzu kommt, dass der Schlossgarten vom Heimatverein seit Jahren unentgeltlich gepflegt werde. Zudem wäre ein Kauf der ominösen Fläche günstiger gewesen, als das nun geforderte Nutzungsentgelt. Im ungünstigen Fall könnte es darauf hinauslaufen, dass die gepflasterte Fläche wieder entfernt werden müsse, was aber niemand im Rat so recht glauben wollte. Rützels Vorschlag „es darauf ankommen lassen“ und vorerst nicht zu bezahlen, schloss sich deshalb die Mehrheit des Gemeinderates an.

Neuausschreibung für Friedhofspflegearbeiten

Volker Röder beantragte eine Neuausschreibung der Pflegearbeiten auf den Friedhöfen. Bei Besuchen während der Pfingsttage habe er mehrfach unzureichend ausgeführte Arbeiten festgestellt. Diese Einschätzung wurde von mehreren Ratsmitgliedern bestätigt. Der Gemeinderat sprach sich deshalb sowohl für eine Neuausschreibung als auch für die Bereitstellung von Schubkarren auf den Friedhöfen aus.

Kritik an unzureichend ausgeführten Arbeiten an der Unteren Aubergstraße in Poppenlauer äußerte Gemeinderat Thorsten Ort. An einigen Stellen wurde der wasserführende Bordstein entfernt und durch Teer ersetzt. Dies sei nicht nur optisches Flickwerk, sondern beeinträchtige auch den Wasserabfluss. Zudem seien bereits erste Senkungen zu beobachten.

Abschließend informierte Bürgermeister Matthias Klement über die Neuauflage der Aktion „Streuobst für alle“. Das Förderprogramm läuft noch bis August. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die Obstbäume pflanzen möchten, können sich hierfür bei der Gemeindeverwaltung melden.

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