Nahversorgung
Tante Enso stellt Konzept in Poppenlauer vor
Thorsten Bausch (links) steht neben Matthias Klement.
Thorsten Bausch (links) steht neben Matthias Klement.
D. Britz
F-Signet von Dieter Britz Fränkischer Tag
Poppenlauer – Zur Bürgerversammlung über einen Tante-Enso-Supermarkt waren so viele in die Turnhalle der Grundschule gekommen, dass manche mit einem Stehplatz vorlieb nehmen mussten.

„Lebensmittel im Nahbereich einkaufen – das wünschen wir uns von Herzen! Jetzt haben wir die große und vielleicht letzte Chance, diesen Wunsch mit einem ganz besonderen Supermarkt – und Eurer Hilfe – in Poppenlauer wahr werden zu lassen“, steht in einem von Bürgermeister Matthias Klement (CSU) unterzeichneten Brief an die Bürgerinnen und Bürger.

Zur Versammlung reiste Thorsten Bausch aus Bremen an, einer der beiden Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens Myenso. Er stand den Bürgerinnen und Bürgern von Poppenlauer Rede und Antwort und hob hervor: „Sie müssen nicht mehr auswärts einkaufen gehen.

Sie können sich hier total mit Lebensmitteln versorgen. Zu ganz normalen Preisen.“ Ob es mit dem Tante-Enso-Supermarkt in Poppenlauer etwas wird, entscheidet sich am 6. Januar 2023. Bis dahin müssen mindestens 300 Menschen Anteile an der Genossenschaft gezeichnet haben.

68 von 300 Anteilen geschafft

Der Stand wird auf der Internetseite der Gemeinde immer zur Wochenmitte aktualisiert. Am Mittwoch hatten 64 Personen 68 Anteile gezeichnet. Die Anfragen von weiteren 26 Personen waren noch nicht vollständig bearbeitet.

Das Konzept eines Tante-Enso-Marktes: Er ist 365 Tage im Jahr, 24/7 geöffnet, großteils ohne Personal – allerdings nur für Kundinnen und Kunden mit Enso-Karte. Ohne die Karte ist der Einkauf möglich, wenn der Laden mit Personal besetzt ist.

Mehr Ware bestellen auf MyEnso

Für den Betrieb der Filiale würde eine die Tante-Enso Poppenlauer GmbH gegründet, es entstünden auch mehrere Arbeitsplätze. Ein Teil des Angebotes, wie Obst und Gemüse, soll von regionalen Lieferanten kommen, so Thorsten Bausch. Das Geschäft sei kein „kühler, kalter Automatenladen“.

Neben dem Sortiment im Supermarkt gibt es den Service MyEnso: Im Netz stehen 15.000 Produkte zur Auswahl, die versandkostenfrei in die Filiale geliefert und dort abgeholt werden können. Weitere Services wie eine Postfiliale seien möglich, so Bausch. Er versprach: „Das Verhalten am Regal bestimmt das Angebot“, und: „Die Öffnungszeiten sind Ihre Entscheidung“.

Umbau in kurzer Zeit möglich

Nun müssten bis 6. Januar 300 Personen einen Anteil von 100 Euro zeichnen. „Wenn Sie von dieser Idee überzeugt sind, stecken sie den ganzen Ort an“, forderte Thorsten Bausch die Anwesenden auf.

In der Diskussion ging es auch um einen Standort.

„Wir sprechen mit Eigentümern, das klappt dann schon“, sagte Bürgermeister Klement. Wenn ein im Dorf vorhandenes Objekt übernommen werden könnte, seien Umbau und Start in kurzer Zeit möglich, ergänzte Thorsten Bausch – „Wenn wir aber neu bauen müssen, dann dauert es eineinhalb bis zwei Jahre.“

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