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Mehr Schulden?
Das Dilemma von Rannungen
Um's liebe Geld drehte sich alles in der Sitzung des Rannunger Gemeinderates. Er verabschiedete den Haushalt, der ein Volumen von insgesamt 6,1 Millionen Euro hat.
Um's liebe Geld drehte sich alles in der Sitzung des Rannunger Gemeinderates. Er verabschiedete den Haushalt, der ein Volumen von insgesamt 6,1 Millionen Euro hat. // Foto/Montage: Dieter Britz
Rannungen – Die Gemeinde Rannungen hat in den nächsten Jahren viel vor. Aber ob alles umgesetzt werden kann, ist mehr als fraglich. Die Verschuldung wäre enorm.

Wer genaueres wissen will, sollte sich den Haushaltsplan anschauen, den der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung verabschiedet hat. Das größte Vorhaben ist die vor wenige Wochen begonnene Sanierung der Mehrzweckhalle. Auch Abwasser, Wasser und Straßenbaumaßnahmen insbesondere in der Brunnenstraße, in der Schweinfurter Straße und dem Roßweg sind dringend erforderlich und werden hohe Summen verschlingen, wie ein Blick in das Zahlenwerk deutlich macht.

Planungsbüros sind überlastet

„Der Haushalt ist eine Absichtserklärung. Wie es klappt, kann man nicht sagen“, betonte Bürgermeister Fridolin Zehner und wies auf ein besonderes Problem hin: Die Planungsbüros haben so viele Aufträge, dass sie kaum noch neue aufnehmen können. Doch ohne ihre Arbeit geht nichts. Sie werden oft auch gebraucht, um Förderanträge zu stellen, sprich an Geld von Freistaat oder Bund zu kommen.

Kämmerer Michael Weigand erläuterte den Haushalt. Der Verwaltungshaushalt stieg um 564.000 auf 3,08 Millionen Euro. Die wichtigsten Gründe dafür sind der Kindergarten mit einer Erhöhung der Einnahmen um 75.000, aber der Ausgaben um 138.000 Euro, die Umsatzsteuerrückvergütung für die Mehrzweckhalle in Höhe von 405.000 Euro und die Erhöhung der Schlüsselzuweisung vom Freistaat um knapp 100.000 auf 416.000 Euro.

Prokopf-Verschuldung noch gut

Die Kreisumlage reduzierte sich um knapp 3000 auf 545.000 Euro. Der Landkreis hat die Kreisumlage zwar erhöht, die Steuerkraft der Gemeinde ist jedoch gesunken. Die Gemeinde will 260.000 Euro Gewerbesteuer einnehmen, genauso viel wie im vorigen Jahr. Abgeben muss sie davon als Gewerbesteuerumlage 25.300 Euro.

Ende des letzten Jahres hatte die Gemeinde Schulden in Höhe von 149.747 Euro und damit eine Pro-Kopf-Verschuldung von 132 Euro. Der Landesdurchschnitt für vergleichbare Gemeinden lag im Jahr 2020 bei 631 Euro. Zu den hohen Kosten, die die Gemeinde aufbringen muss, gehören zum Beispiel 80.000 Euro Schulumlage an den Schulaufwandsträger (also die Marktgemeinde Maßbach).

Unter den top Ten in Sachen Verschuldung?

Michael Weigand rechnete vor, das angesichts der geplanten und notwendigen Investitionen sich der Schuldenstand der Gemeinde bis Ende 2026 auf 2,876 Millionen Euro erhöhen würde. Dies würde eine Prokopf-Verschuldung von sage und schreibe etwa 2540 Euro pro Einwohner bedeuten. „Damit wären Sie wohl unter den top Ten in Bayern“, prophezeite er. In diesen Zahlen seien eventuell notwendige Investitionen für den Kindergarten oder die Wasserversorgung noch gar nicht berücksichtigt.

Steuern bleiben gleich

An der Steuerschraube dreht der Gemeinderat auch dieses Jahr nicht. 133.000 Euro Grundsteuer (Hebesatz 360 vom 100) und 260.000 Euro Gewerbesteuer (Hebesatz 360 vom 100) sind als Einnahmen eingeplant. Die größte Einnahmequelle ist der 15-prozentige Anteil der Gemeinde an der Lohn- und Einkommensteuer aller Bürger. Hier sind 725.000 Euro angesetzt. Außerdem hofft die Gemeinde auf 416.000 Euro Schlüsselzuweisungen vom Freistaat.

Im Vermögenshaushalt geht es vor allem um die kleineren und größeren Investitionen von Straßenbau bis zur Sanierung der Mehrzweckhalle. Er hat ein Volumen von 3,03 Millionen Euro. Dieses Jahr sind im Verwaltungshaushalt 263.000 Euro sozusagen übrig und fließen als Zuführung an den Vermögenshaushalt. Kredite in Höhe von 247.000 Euro sollen aufgenommen werden. Außerdem soll die allgemeine Rücklage um 232.000 Euro geleert werden, damit bleiben gerade noch 26.000 Euro übrig.

 

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