Die neue Grundschule, der geplante Supermarkt und allgemeine Informationen zur Gemeinde präsentierte Sabrina Schäfer, die seit dem 1. Mai auf dem Chefsessel im Rathaus sitzt, in der Nüdlinger Bürgerversammlung. Rund 100 Zuhörerinnen und Zuhörer waren gekommen, es gab aber nur wenige Nachfragen. Anhand einer einstündigen Präsentation führte Sabrina Schäfer anhand von Bildern und Fakten souverän durch die Versammlung.
Tags zuvor war für Sabrina Schäfer Premiere gewesen. Da hatte sie zum ersten Mal eine Bürgerversammlung geleitet, im Gemeindeteil Haard mit rund 70 Besuchern. Nun stand sie in der Nüdlinger Schulturnhalle Rede und Antwort. Dabei bezogen sich die angesprochenen Themen auf die beiden Jahre 2025/26 und damit auf einen Zeitraum, in dem Sabrina Schäfer noch nicht die Verantwortung als Bürgermeisterin hatte.
Sie präsentierte die Statistik der Gemeinde, die seit vielen Jahren stabile Einwohnerzahlen mit 3110 Personen für Nüdlingen und 852 für Haard aufweist. Es wurden 23 Bauvorhaben umgesetzt. Das sind zwar weniger als in Vorjahren, ist aber immer noch positiv.
Bei den Finanzen musste die schuldenfreie Gemeinde im September einen Kredit zur Finanzierung des Neubaus von Schlossbergschule und Hort aufnehmen. Der Neubau kostet 22,5 Millionen Euro, wovon 15,5, Millionen Euro der Schule zugerechnet werden. Zugesagt wurden Fördergelder in Höhe von 8,6 Millionen Euro. In diesem Zusammenhang werden Personen gesucht, die sich ehrenamtlich als Schülerlotsen engagieren möchten.
Der Wald verpflichtet
Weitere Aufgaben kommen auf die Kommune durch ihre Waldflächen zu, denn nach 25.000 Neupflanzen im Jahr 2025 sind für dieses Jahr 15.000 Pflanzen für die Naturverjüngung eingeplant. Zudem beteiligte man sich am Bundesförderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“, für das fünf Prozent der Gesamtwaldfläche, das sind in Nüdlingen rund 50 Hektar, nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden dürfen.
Erfreut zeigte sich die Rathaus-Chefin über die Ansiedlung einer „Filial-Praxis“ von Dr. Brath aus Bad Kissingen, man sei jedoch auf der Suche nach Räumen für eine weitere Praxis.
Sabrina Schäfer erläuterte die Sanierungsmaßnahmen im „Haus für Kinder“ in Haard, streifte den Neujahrsempfang mit der Verleihung des „Schnitthapperpreises“ für ein vorbildlich hergerichtetes Anwesen und ging nochmals auf die Kommunalwahlen 2026 ein.
Mit dem neuen Gemeinderat unter ihrer Führung seien auch Beauftrage bestimmt worden, die als „Ansprechpartner ohne Entscheidungsbefugnis“ unter anderem für erneuerbare Energien und Umwelt oder für Unternehmen zuständig seien.
Schließlich ging die Bürgermeisterin auf die Planung des Verkehrskreisels ein, der in enger Verzahnung mit dem geplanten Neubau eines Supermarkts am Riedweg koordiniert werden müsse, und auf die Quartiersplanung für das Areal Kissinger Straße, wofür man einen Investor für die Wohnbebauung suche.
In ihrer bilderreichen Präsentation ging sie auch auf die vielfältigen Aufgaben des Bauhofs oder der Kläranlage ein, erläuterte das kommunale Personalkarussell mit Claudia Reichert als neue Kämmerin oder Yvonne Walter, die seit 1. August als Gemeindejugendpflegerin im Rahmen des Vereins „Pro Jugend e. V.“ agiert.
Die 26-Jährige arbeitete nach dem Pädagogik-Studium bei der Gemeinde Hettstadt, bevor sie im letzten Jahr halbtags bei der kommunalen Jugendarbeit des Landkreises anfing und nun ebenfalls halbtags diese Position in Nüdlingen übernommen hat.
Jugendrat wählen
Die Gemeinde möchte kinder- und jugendfreundlicher werden, sagte Sabrina Schäfer, und deshalb werde über „Pro Jugend“ die Wahl eine „Jugendrats“ für Nüdlingen und Haard initiiert. Über den Jugendrat, für den 12- bis 17-Jährige mit Ideen gesucht werden, erhoffe man sich eine Mitgestaltung des Gemeindelebens.
Die 60-minütige Präsentation schloss mit der Aufforderungen nach Anregungen und Kritik, aber auch Lob sei erwünscht. Nachgefragt wurde, ob der geplante Neubau eines Supermarktes nicht zum „Tante Enso“-Laden in Konkurrenz stehe und ob man bei den niedrigen Wasserständen nicht die Wasserleitung von Münnerstadt nach Bad Kissingen anzapfen könne.
Bürgermeisterin Schäfer bejahte die Konkurrenzsituation mit „das ist Marktwirtschaft“ und bestätigte, dass die genannte Wasserleitung angezapft sei, aber bislang noch keine Wasserknappheit herrsche.
Eine weitere Frage betraf den Natur-Friedhof und das Ablegen von Gedenk-Utensilien, obwohl es nach der Satzung nicht erlaubt sei. Schäfer bestätigte, dass dort vieles liege, was nicht hingehöre und versprach, sich die Situation vor Ort nochmals anzuschauen.
Abschließend galt die Frage der alten Schule und was mit ihr geschehen werde. Hierzu habe es bereits eine Ideensammlung gegeben, aber es gebe noch keine Entscheidung, erklärte Sabrina Schäfer. „Das ist kein einfacher Prozess. Bei einer Klausurtagung des Gemeinderates soll eine Lösung gefunden werden.“











